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|    Sascha Rheker to All    |
|    Re: Hochzeitsfotos    |
|    28 Mar 06 19:08:31    |
      From: sascha@srheker.de              Anja Länge schrieb:       > Hans-Jörg Ott wrote:       >       >       >>Es wäre schön, wenn öfters vor einem Gottesdienst mit dem Pfarrer       >>gesprochen werden würde. Das Problem, wie ich es bisher persönlich       >>erlebt habe, sind auch weniger die professionellen Fotografen,       >>sondern die lieben Verwandten.       >>Auf der anderen Seite möchte ich schon einen Gottesdienst       >>gestalten, der es ermöglicht, sich auf den Inhalt (ich will es gar       >>nicht nur an der Botschaft Gottes festmachen) einzulassen; sich       >>vielleicht wirklich mal auf ein Gebet einzulassen; den       >>Segenszuspruch an das Brautpaar bewusst zu hören usw.       >       >       > Mal generell gefragt: Muß denn wieklich ALLES an einer Trauung abgelichtet       > werden?              Nein, ganz sicher nicht. Denn auch hier gilt: Lieber ein schönes Bild,       das mna sich immer wieder anschaut als 1000 Belanglosigkeiten die keiner        je wieder ansieht.              > Ich habe schon genug Hochzeiten erlebt, wo Standesamt in Grenzen,       > von der kirchlichen Zeremonie nur Aufnahmen draußen (vorher und hinterher)       > und ansonsten von der Feier existierten. Und da ist schon allein aus Gründen       > des Anstands keiner auf die Idee gekommen, während eines Gottesdienstes zu       > knipsen oder zu fotografieren (ja, die Redundanz ist Absicht).                     Das ist ein generelles Problem unserer Zeit. Das wirkliche Erlebnis ist       durch das Medium (welcher Art auch immer) abgelöst worden und wenn       Menschen wirklich Dinge erleben können sie das nicht mehr in sich       aufnehmen, sondern machen lieber ein Foto, ein Handyvideo usw.              Unsere Zeit ist ja auch so kurzlebig, daß man sich eh nicht mehr so       recht erinnern kann, was wann wie war und ob die Erinnerungsfetzen aus       dem Fernsehen oder dem wirklichen Leben stammen. Wer weiß denn heute       noch wer der Mörder in der Krimifolge vor 3 Monaten war, wie soll sich       da darauf verlassen, daß man sich noch in 3 Jahren an eine Hochzeit       erinnert. Und erinnern heißt ja heute, das Bild (Ja die Braut hatte       einen Pickel) sehen, nicht sich an Empfindungen (Das war ein schöner       Tag) erinnern.              Als der Papst aufgebahrt in Rom lag, haben ihn die Leute sich nicht       angesehen, sie haben mit ihren Handys Bilder gemacht, um die zu       verschicken, noch bevor sie wieder aus der Kirche draußen waren. Viele       Leute können heute etwas Schönes nicht genießen, wenn sie nicht       zeitgleich jemandem am Telefon davon erzählen, es in ein       Grissel-Rausch-Bild umsetzen oder gleich auf 120 Zeichen SMS       runterbrechen können.              Und auf einer Hochzeitsfeier mir 50 Gästen und 40 Kameras kommt sicher       keine Feierstimmung auf.                     SASCHA              --- SoupGate-Win32 v1.05        * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)    |
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