From: Kohlrausch@t-online.de   
      
   Hans-Jörg Ott wrote:   
   > "Anja Länge" schrieb im Newsbeitrag   
   > news:4429b14e$0$7755$9b4e6d93@newsread4.arcor-online.net...   
   >> Hans-Jörg Ott wrote:   
   >>   
   >>> Es ist für einen Pfarrer übrigens auch immer blöd als   
   >>> "Spielverdreber" auftreten zu müssen, nur weil er sich bemüht, die   
   >>> "Würde des Gottesdienstes" aufrecht zu erhalten und mit   
   >>> missbilligenden Blicken auf Onkel Erwin und Cousine Petra vom   
   >>> Fotografieren abzuhalten.   
   >>   
   >> Vom Pfarrer hat der missbilligende Blick aber zumindest Effekt   
   >> (meistens), vom genervten Hochzeitsgast eher weniger ;-)   
   >>   
   >>   
   > Das mag sein! Aber ich habe oft den Eindruck, wenn ich da vorne stehe   
   > und dann schon mal missbilligend hinsehe, die Stimmung zerstört wird.   
   > Bei einer Trauung sitzen ja oft Menschen in der Kirche, die wenig   
   > Berührung mit kirchlichem Leben haben und dann vielleicht besonders   
   > verärgert sind, dass da wieder so spießiger Pfarrer rumsteht.   
   > Ich habe es mir inzwischen angewöhnt vor der Trauung ein paar   
   > Hinweise zu geben - das klappt in den meisten Fällen ganz gut.   
   >   
      
      
   Moin,   
      
   die Herangehensweise der Pfarrer ist mindestens so unterschiedlich wie   
   die der Gäste - mit und ohne Kamera. Ich war einmal bei Freunden in der   
   Kirche, und der Pfarrer meinte, die Kinder (alles Kleinkinder) könnten   
   gern laufen und Krabbeln wie sie wollten, auch vorne. (Und die   
   Täuflingseltern überzeugte er, daß ich ruhig fotografieren könnte, was   
   ich blitzlos von der Empore tat.) Sehr entspannter Gottesdienst.   
      
   Bei einer Trauung erlebte ich später, wie hemmungslos jeder   
   Kamerabesitzer rumblitzte und zum vermeintlich besten Standpunkt rannte.   
   Das wurde von der Pfarrerin geduldet, war aber IMHO nix.   
      
   Bei einer zweiten Trauung meinte der Pfarrer, daß kleine Kinder doch   
   bitte nicht stören sollten und wenn nötig die Kirche wieder verlassen.   
   So geschah es denn auch, samt Eltern natürlich. WIMRE hieß es ja   
   ursprünglich "lasset die Kindlein zu mir kommen" und die Geldwechsler   
   wurden aus dem Tempel vertrieben. Jeder wie er mag.   
      
   In unserer Kirche ist das alles sehr locker. Da gibt es Liederbücher für   
   die Großen, Malbücher, Buntstifte und Basteltische für die Kleinen. Und   
   weil sie sowieso rumlaufen werden halt auch Laufspiele gemacht. Auch an   
   Klobesuche zwischendurch mußte ich mich erst gewöhnen, finde ich aber   
   sehr praktisch. Aber die machen auch Jazzgottesdienste und Krippenspiele   
   aus Sicht der Römer. Und irgendwie stören die fotografierenden Eltern da   
   auch nicht.   
      
   Gruß   
   Ralf C.   
      
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   
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