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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 4,288 of 6,175   
   Wolfgang Strobl to All   
   Re: =?utf-8?Q?"Beim_Radfahren_z=C3=A4hl?   
   06 Sep 25 14:40:43   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Fri, 05 Sep 2025 21:10:54 +0200 schrieb Juergen   
   :   
      
   >Am Fri, 05 Sep 2025 19:52:29 +0200 schrieb Wolfgang Strobl   
      
   >>Begreifen diese Leute nicht, wie das die wirken muss, der noch   
   >>Fahrrad fahren?   
   >   
   >Der Satz wirkt nicht mangels korrektem Satzbau.   
      
   Stimmt, sorry. Das kommt davon, wenn man mitten im Schreiben   
   umformuliert. Gemeint war: "Begreifen diese Leute nicht, wie das   
   auf diejenigen wirken muss, die noch Fahrrad fahren?"   
      
   >   
   >>Auf der kürzlichen 55km-Runde durch die Landschaft habe ich im   
   >>Mittel nur 95 Watt getreten und fuhr damit einen Schnitt von 19.5   
   >>km/h, trotz der mehr als 500 Höhenmeter, die dabei zu bewältigen   
   >>waren.   
   >   
   >Da kann ich nicht gegen anstinken mit der letzten MTB-Runde: 36 km, 566   
   >Hm, 15,3 km/h, V-Max 45 km/H, Watt unbekannt. Auf Schotterwegen und   
   >Trails kann man im Flachen und auch bergab weniger Zeit gutmachen.   
      
   Da fühle ich mich mißverstanden.   
      
   Ich wollte nicht mit meinen Leistungen prahlen, sondern ganz im   
   Gegenteil darauf hinweisen, mit wie wenig Leistung ein   
   langjähriger und leicht beschädigter Rentner wie ich immer noch   
   ziemlich weit und ziemlich schnell herumkommt, mit einem Tempo,   
   das nicht so viel langsamer ist als das, was man mit einem   
   Pedelec maximal fahren kann, sofern man vorhat, die mit Gewicht   
   und Geld teuer erkaufte üppige "Tretunterstützung" überhaupt zu   
   nutzen.   
      
   Und _das_ war der Grund für meine leicht verunglückte rhetorische   
   Frage, was ein wie ein professioneller Rennsportler   
   eingekleideter Ebiker mit seiner üppigen Motorleistung wohl   
   anfängt.   
      
   Freilich ist die Option, mit 95 Watt auszukommen, an Bedingungen   
   geknüpft, die mit einem Motorfahrzeug wegfallen. Ich fahre   
   grundsätzlich nur auf Asphalt, bevorzuge Fahrbahnen, die noch   
   nicht kaputtgefahren sind und meide nach Möglichkeit Rauhasphalt.   
   Als Fahrrad bevorzuge ich ein leichtes Rennrad, das ich auf meine   
   Fähigkeiten zugeschnitten habe und habe gelernt, wie man durch   
   seine Haltung und Kleidung Luftwiderstand soweit wie möglich   
   minimiert.   
      
   Durch einen Motor, der vier Fünftel der Gesamtleistung und   
   zeitlich begrenzt bis zu (aktuell) 750 Watt und dauerhaft 250   
   Watt liefern darf, fällt diese Motivation bzw. Notwendigkeit von   
   Effizienz weitgehend weg. Mehr noch, Effizienz und Optimierung   
   der Fahrweise ist durch die Deckelung bei 25 km/h nicht mal mehr   
   sonderlich nützlich.   
      
   Wo ein bzgl. Nenndauerleistung viel stärker limitierter Motor bei   
   Verzicht auf die Abschaltung bei 25 km/h die Eigenleistung   
   zumindest nicht bestrafen würde, da motiviert dieses   
   Pedelec-Limit dazu, den Motor vorzugsweise dann und dort heftig   
   arbeiten zu lassen, wo die 25 km/h trotz verdoppelter oder   
   verdreifachter Zugabe nicht erreicht werden und es einfach rollen   
   zu lassen, wo treten nicht nötig ist. Also maximaler Motoreinsatz   
   beim Beschleunigen, auf Steigungen, bei Gegenwind, auf   
   schwergängigem Untergrund wie z.B. Schotter, oder bei irgend   
   einer Kombination dieser Merkmale und einfach rollen lassen oder   
   entspannt treten, wo Gefälle oder Rückenwind schon für den   
   Vortrieb und ausreichend Tempo sorgen.   
      
   Du hast dieses sich von Radfahren krass unterscheidende Verhalten   
   gerade erst beschrieben, ich hab's in der Vergangenheit hier auch   
   schon gelegentlich skiziert.   
      
   Dass ein erwähnenswerter Anteil der Ebiker tatsächlich so fährt,   
   bezweifle ich. Die meisten fahren nach meiner Beobachtung in der   
   Ebene 22 km/h oder weniger, bremsen im Gefälle stärker als Leute   
   auf Fahrrädern dies tun und fahren an Anstiegen mit etwa dem   
   Tempo, welches sie mit einer Eigenleistung von etwa 50 Watt   
   fahren können. Jüngere und Gewieftere treten 70-100 Watt und   
   halten per Zugabe von bis zu 340 Prozent die 22 km/h oder etwas   
   weniger auch bei den üblichen Steigungen von 4-6 Prozent. Einige,   
   aber nicht viele halten in der Ebene durchaus ein Tempo von 25   
   km/h oder etwas mehr. Jedoch habe ich den Eindruck, das einige   
   von denen irgenwann auf den Geschmack kommen und einen Tuning-Kit   
   einbauen (lassen).  Insbesondere auf "Fahrradinfrastruktur",   
   sprich Wegen, auf denen die Slukasche Narrenfreiheit herrscht,   
   läßt sich dergleichen offenbar ohne Risiko des Erwischtwerdens   
   benutzen.  Erst kürzlich überholte mich mal wieder jemand im   
   pottebenen Kottenforst mit etwas mehr als 30 km/h, Nabenmotor im   
   Hinterrad eines Tourenrades, das nach meinem flüchtigen Eindruck   
   durchaus vernünftig ausgestattet war, also nicht wie ein SUV oder   
   Traktor.   
      
      
   --   
   Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen   
      
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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