From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Sun, 21 Sep 2025 17:57:15 +0200 schrieb Juergen   
   :   
      
   >Würde behaupten, die Sicherheitsumfahrungen waren insgesamt gefährlicher   
   >als die angeblichen Poller und Gefahrenstellen, die sich durchaus hätten   
   >absichern lassen. Eigentlich müsste das ein Anlass sein, solche   
   >Gefahrenstellen auf ausgewiegenen Radwegen zu beseitigen (Veranstalter   
   >ist eine Behörde). Wäre ich Guide, hätte ich für die Zukunft   
   >hingeschmissen. Letztlich wurden diese von der Polizei zeitweise außer   
   >Funktion gesetzt.   
      
   Eigentlich. Ein ehemaliger Kollege, der sich auf dem ersten   
   halben Kilometer hügelabwärts vom Firmengelände beim schrägen   
   Auffahren auf eine unzureichende Absenkung und Sturz so schwer   
   verletzt hatte, dass er längere Zeit bewußtlos war (ohne weitere   
   Folgen) und heftige Fleischwunden im Gesicht erlitten hatte (die   
   Narben blieben), entwickelte daraus nicht etwa Zweifel an diesem   
   Radweg, sondern begann stattdessen, einen Helm zu tragen. Von   
   seinem Fahrkönnen weiß ich nicht viel, da organisatorisch   
   getrennte Abteilung und anderer Wohnort, also wenig   
   Berührungspunkte. Aus dem Umstand, dass er mit mit dem Rad zur   
   Arbeit fuhr und am Ironman Mallorca teilnahm (oder dafür übte),   
   schließe ich aber, dass er damals kein Anfänger war. Ich   
   persönlich hatte den betreffenden Radweg schon viel früher   
   gemieden, weil das nicht die einzige und nicht die übelste Falle   
   war.   
      
   Als ich zuletzt dort durchfuhr - Jahrzehnte später und nicht mit   
   dem Fahrrad - war der Zustand unverändert schlecht. Selbst wenn   
   die Polizei solche und ähnliche Gefahrestellen auf dem Schirm   
   hätte, könnte und wollte sie an solchen nichts ändern. Ganz   
   konkret: Bei meinem seinerzeitigne Versuch einer Klage gegen die   
   Benutzungspflicht dieses Radweges war mir die formal zuständige   
   und um Stellungnahme gebetene Polizei insofern in den Rücken   
   gefallen, als sie Unfälle auf diesem bzw. durch diesen Radweg   
   (i.w. Querungsunfälle bzw. Unfälle beim Auf- oder Abfahren) als   
   Begründung für die Notwendigkeit dieses Radwegs angeführt hatte   
   und ergänzend eine hohe Verkehrsbelastung behauptete.   
      
   Ich bin dann noch lange diese Kreisstraße auf der Fahrbahn hinauf   
   und hinunter gefahren, ohne irgendwelche Probleme. Auch die   
   Verkehrsbelastung war sehr überschaubar.   
      
   Fazit: So sehr mir das auch gegen den Strich geht, es ist   
   anscheinend erfolgversprechender und mit weniger Geld- und   
   Zeitaufwand verbunden, den Radweg rechts oder links liegen zu   
   lassen und Fahrbahn zu fahren, als Zeit und Geld damit zu   
   verschwenden, auf dem Rechtswege gegen die Benutzungspflicht   
   vorzugehen. Es ist aber vernünftig, Gefahrstellen entlang des   
   Weges zu memorieren, die Gründe liefern, den Radweg nicht zu   
   benutzen, so lange die Gefahr nicht abgestellt ist, und sie   
   vielleicht gelegentlich fotografisch oder schriftlich zu   
   dokumentieren.   
      
   Anekdotisch: ich war ein paar Jahre später Zeuge eines   
   Auffahrunfalls auf dieser Straße, ein Auto hatte mich überholt   
   und war dann auf ein vorausfahrendes langsamer fahrendes Auto   
   aufgefahren. Ich habe deswegen das Rad am Straßenrand abgestellt   
   und gewartet, statt weiterzufahren. Interessanterweise hat der   
   mich befragende Polizist zwar versucht, mich als   
   Unfallbeteiligten einzustufen, auch mit Suggestivfragen, dann   
   aber aufgegeben, vmtl. weil sich meine Beschreibung mit den   
   Aussagen der beiden Unfallbeteiligten deckte. Erfreulicherweise   
   hatte er aber nicht versucht, die Nichtbenutzung des   
   linksseitigen Radwegs zu thematisieren.   
      
   >   
   >Ein wenig geht das für mich in Richtung Fiasko.   
      
   Radwege in der Nähe von Straße gehen auf Dauer immer in Richtung   
   Fiasko, auf unterschiedliche Weisen, zwischen denen turnusmäßig   
   abgewechselt wird. Irgend jemand könnte sich mal verdient machen   
   mit einer Sammlung all der bizarren Schleusenkonstrukte, mit   
   denen man den Übergang von öffentlicher Straße zu einem   
   selbstständigen Radweg abzusichern versucht.   
      
   --   
   Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen   
      
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   
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