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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 4,646 of 6,175   
   Chr. Maercker to All   
   =?UTF-8?Q?Re:_Der_Beifahrer_konnte_nicht   
   13 Oct 25 21:01:52   
   
   From: Zweistein@gmx-topmail.de   
      
   Thomas_Schlueter wrote:   
   > Du denkst an BASt V9 ("Verkehrssichere Anlage von Radwegen", 1993),   
      
   An die hatte ich in der Tat gedacht, bin mir aber nicht sicher, ob und   
   was dort zu Dooring drin steht.   
      
   > wo herauskam, dass   
   >   
   > -die Unfallrate/km Strecke sowohl bei Radwegen wie bei   
   > Fahrbahnmischverkehr unabhängig von der jeweiligen KFZ- und   
   > Fahrradbelastung konstant war (= völliger Widerspruch zur berüchtigten   
   > ERA-Belastungsgrafik)   
   >   
   > -Radwegführung keine Senkung des Unfallrisikos im Vergleich zur   
   > Mischführung auf der Fahrbahn zeitigte   
   >   
   > -die Unfalltypen außerhalb von Knotenpunkten sich von beim Mischverkehr   
   > dominierenden "ruhenden Verkehr" zu "Ein-/Abbiegen", "Kreuzen/Queren",   
   > "Überschreiten" und "im Längsverkehr mit anderen Radfahrern" verlagerten   
      
   > Dieser Befund kann aus folgenden Gründen aber nicht auf das Unfallrisiko   
   > des Radverkehrs allgemein bzw auf das Dooringrisiko speziell projeziert   
   > werden:   
   > 1) V9 untersuchte nur innerörtliche Stadtstraßen   
   > 2) in V9 waren die unfallträchtigen großen Knotenpunkte ausgeschlossen   
   > 3) Radwege mit baulichen Mängeln, "gemeinsame" Wege und   
   > Zweirichtungswege waren in V9 ebenfalls ausgeschlossen   
   > 4) Dooring wurde nicht gesondert aufgeschlüsselt   
   > 5) die Studie ist mittlerweile 32 Jahre alt - jeder, dem das Resultat   
   > nicht passt, wird eh darauf verweisen, dass heute alles ganz anders sei.   
      
   So etwa habe ich V9 in Erinnerung. Irknwo hatte ich mal eine Liste der   
   Haupt-Unfallrusachen nur für Fahrbahnen gefunden. Und dort war Dooring   
   ziemlich weit oben. Wohlgemerkt ging es um die Gesamtzahl der Unfälle   
   insgesamt, dort unterscheiden sich die Anteile der Ursachen bekanntlich   
   oft stark von denen für Todesfälle:   
      
   > Dass "Dooring" bei Todesfällen aktuell bei unter 1% liegt, war hier   
   > schon betont worden. Bezogen auf die Verletztenzahlen lagen die Quoten   
   > 2024 nach den Opendata des Destatis Unfallatlas für den Typ 5 (der   
   > wohlgemerkt viel mehr beinhaltet als bloß Dooring, zB auch Kollisionen   
   > beim Ein- oder Ausparken und Unfälle von Radfahrern mit geparkten   
   > Fahrzeugen ohne Führer) bei 3,2% (Schwerverletzte) bzw 5,4 %   
   > (Leichtverletzte). Seit dem ersten Erscheinen der Unfallatlas-Opendata   
   > 2016 ist da auch kein auffälliger Trend zu erkennen.   
      
   Bei Schwerverletzten wäre ich mir nicht so sicher gewesen, weil es doch   
   öfter mal entsprechende Meldungen gibt. Aber es ist klar, dass Dooring   
   einen relativ geringen Anteil an *allen* Fahrradunfällen haben muss,   
   wenn es denn stimmt, dass Unfälle auf der Fahrbahn signifikant seltener   
   passieren als auf Randwegen. Bei Fahrradunfällen insgesamt läuft Dooring   
   meist unter "Sonstige", da dominieren bekanntlich Geisterradeln,   
   Vorfahrt, Abbiegen und Einfahren in den fließenden Verkehr, alles   
   Ursachen die durch Randwege zumindest begünstigt werden.   
      
   --   
      
      
   	CU	Chr. Maercker.   
      
   	RADWEGE sind TOD-SICHER!	Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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