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|    =?UTF-8?Q?Susanne_J=c3=a4ger?= to All    |
|    =?UTF-8?Q?Re:_Der_Beifahrer_konnte_nicht    |
|    13 Oct 25 23:11:38    |
      From: susjaeger@gmx.de              Am 13.10.25 um 21:09 schrieb Chr. Maercker:       > Susanne Jäger wrote:       >> Für Berlin gibt es dazu wahrscheinlich ganz brauchbare Zahlen im       >> aktuellen Verkehrssicherheitsprogramm [1] Da heißt es auf Seite 13       >> (vertiefte Unfallanalyse 2017-2021)       >>       >> "Das weitere Radverkehrsunfallgeschehen konzentriert sich mit rund 42       >> Prozent auf Konfliktsituationen entlang der Strecken. ">       > Ist das in Berlin wirklich so, dass mehr Fahr- und Längsverkehrsunfälle       > passieren als an Knoten? Das wäre gegen alle bisherige Beobachtung.              Nein wir reden ja "nur" von 42%, die restlichen 58% passieren an Knoten.       Wobei mich der hohe Anteil der Streckenunfälle auch überrascht hat, ich       bin mir noch nicht ganz sicher, wo da genau Strecke anfängt und Knoten       aufhört, der Unfallatlas zeigt doch noch eine Häufung in der Nähe der       Kreuzungen und Ein- und Ausfahrten sind in der Charakteristik ja auch       eher Knoten als Strecke. Und die verbleibenden Längsverkehrsunfälle       beinhalten ja auch wie Tom richtig herausgestellt hat Rad-Rad-Unfälle im       Seitenraum.              >> Bei einer eigenen Auswertung der tödlichen Radunfälle in Berlin seit 2008       >> komme ich auf 7 von 186 tödlichen Unfällen das sind 3,75%, davon 2 auf       >> der Beifahrerseite ...       > Also ganze 5 Dooringunfälle sind auf einer Fahrbahn passiert, richtig?              Das sind nur die wenigen Getöteten, wenn man die Schwerverletzten rechnet       und mit den 5% aus diesem Bericht verschneidet, kommt man auf ca 30 /       Jahr, ob die sich gleich auf Fahrer und Beifahrerseite verteilen lässt       sich aus den veröffentlichten Quellen nicht erschließen. Die Polizei       müsste die Zahlen eigentlich haben, im Unfalltypenkatalog werden       jedenfalls 581 und 582 unterschieden und das müsste eigentlich relativ       eindeutig erfassbar sein.       Und linksseitig heißt nicht zwangsläufig Fahrbahn im engeren Sinne. Da       sind einige RV-Anlagen bei. Hier die Kurzfassung (nur grob formatiert)              1. links: 04.11.2012 20:40 Kfz Pkw Oranienburger Str. 95 Göschenplatz       Fahrbahn Autotür Kraftfahrer öffnet Autotür, Radfahrer stürzt,       Beleuchtung vorne mit zwei weißen LED       2. rechts: 13.11.2014 08:45 Kfz Pkw Hansabrücke Hochbord Autotür Pkw       parkt am Fahrbahnrand auf Hansabrücke, Kind öffnet Tür auf       Beifahrerseite, Radfahrer mit Fahrtrichtung Bundesratsufer bremst, stürzt       und verstirbt im Krankenhaus an Kopfverletzung.       3. links: 13.06.2017 23:00 Kfz Pkw Hermannstraße Kienitzer Str Fahrbahn       Autotür Ein 55-jähriger Radfahrer befährt die Hermannstraße in Richtung       Britzer Damm. In Höhe Kienitzer Straße öffnet der Fahrer eines am       Fahrbahnrand abgestellten Personenkraftwagens unvermittelt die Fahrertür.       Der Radfahrer prallt gegen die Fahrertür und stürzt. Dabei erleidet er so       schwere Kopfverletzungen, dass er am 14. Juni 2017 gegen Mittag in einem       Krankenhaus stirbt.       4. links: 25.08.2017 10:50 Kfz Lkw Goerzallee Lichterfelder Weg       Schutzstreifen Autotür Ein 77-jähriger Radfahrer fährt auf dem       Fahrradschutzstreifen der Goerzallee in Richtung Platz des 4. Juli. Ein       38-Jähriger öffnet die Fahrertür eines in Höhe Lichterfelder Weg am       rechten Fahrbahnrand geparkten Transporters. Der Radfahrer fährt gegen       die Tür, stößt dann gegen einen vorbeifahrenden Lkw und stürzt. Der       Radfahrer erleidet lebensgefährliche Kopfverletzungen und verstirbt trotz       eingeleiteter Reanimation am Unfallort.       5. links: 30.11.2017 10:15 Kfz Pkw Karl-Liebknecht-Straße (Museumsinsel)       Fahrbahn Autotür, Taxi Taxi öffnet Fahrertür, Radfahrer stürzt und       verstirbt an Kopfverletzungen       6. links: 23.01.2018 09:00 Kfz Lkw Delbrückstr. Fahrbahn Autotür        Radfahrer stürzt aufgrund der vom Lkw-Fahrer geöffneten Autotür und       verstirbt am 11.02.2018 im Krankenhaus an seinen Verletzungen.       7. rechts: 20.02.2023 14:25 Kfz Pkw Kantstraße Wielandstraße temporärer       Radstreifen Autotür Ein 50-jähriger Radfahrer befuhr die Kantstraße       (Charlottenburg) von der Leibnizstraße kommend in Richtung       Schlüterstraße. Unmittelbar hinter der Kreuzung mit der Wielandstraße       hielt der 58-jährige Fahrer eines Taxis neben dem Radweg, um einen       71-jährigen Fahrgast aussteigen zu lassen. Als dieser die rechte hintere       Tür öffnete, prallte der Radfahrer dagegen und kam anschließend mit       schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus, wo er zwei Tage später verstarb.              Der letzte Fall zeigt eine Grauzone zwischen Knoten und Strecke; wie sich       bei der Gerichtsverhandlung gegen den Türöffner gezeigt hat, fuhr der       Radfahrer links von der RVA, weil er wohl einem aus der Wielandstraße       einfahrenden Pkw ausweichen wollte.              Gruß       Susanne              --- SoupGate-Win32 v1.05        * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)    |
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