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|    Helmut Fischer to All    |
|    Re: "Virtuelle Leistung" bei Sportuhr?    |
|    25 Oct 25 14:12:08    |
   
   From: h_fischer@gmx.de   
      
   zweiter Versuch: gestern hat entweder mein Thunderbird oder der   
   Newsserver mein Posting verschluckt. Im "gesendet" Ordner ist es vorhanden.   
      
   Am 24.10.25 um 21:02 schrieb Stephan Gerlach:   
      
   > HC Ahlmann schrieb:   
   >> ...   
   >> Kreuzotter liefert für ein "ungefedertes MTB auf breiten   
   >> Hochdruck-Slicks" (ist: 47-559 mit 4 bar) bei Bergfahrt auf 1,7% mit   
   >> 15km/h einen Leistungsbedarf von knapp 100W, bei Talfahrt auf 1,7% mit   
   >> Trittfrequenz 0 eine Geschwindigkeit von 23km/h. Das passt in etwa zu   
   >> meiner Wohlfühl-Geschwindigkeit in der Ebene (90/min, 100W -> 23km/h).   
   >>   
   >> Wo 100W in der Ebene für 23km/h reichen, ergeben sich auf nur 1,7%   
   >> lediglich 15km/h oder es sind 194W nötig, um die 23km/h zu halten. Die   
   >> Verdoppelung halte ich nicht für "einen geringen Anteil an der   
   >> Gesamtleistung".   
   >   
   > Aber geringer, als man vielleicht auf den ersten Blick denken würde...?!   
   >   
   > Ich wollte mit meinem ursprünglichen Einwand zum Ausdruck bringen, daß   
   > es wenig Sinn macht, bei der Leistungs-Ermittlung beim Fahren an   
   > Steigungen nur/hauptsächlich auf den Höhenunterschied zu achten.   
   >   
   > Vielleicht hätte ich besser umgekehrt schreiben sollen:   
   >   
   > "Der Anteil der Leistung, der *nicht* für die Überwindung des   
   > Höhenunterschiedes notwendig ist, ist oft relativ hoch und kann nicht   
   > einfach vernachlässigt werden."   
   >   
      
   Ich betreibe seit einigen Monaten (am nicht-e-Bike) ein   
   Tretkurbel-Powermeter, rein interessehalber, nicht zu ernsthaften   
   Trainingszwecken (bin halt Physiker ;-)   
      
   In der norddeutschen Ebene bin ich auf dem (Trekking-) Alltagsrad mit   
   etwas unter 25 km/h und um 100 W unterwegs, das halte ich auch   
   stundenlang durch. 200 W bringen den Puls auf über 140, 300 W schaffe   
   ich nur kurzzeitig, der Puls ist dann bald irgendwo bei 160.   
   Erstaunlicherweise geht das bei Steigungen (hierzustadt nur kurzen,   
   meist an Brücken oder Deichen) erst mal gefühlt viel "leichter" als in   
   der Ebene, möglicherweise weil ich nicht beschleunigen muss. Und es ist   
   in der Tat erstaunlich, wie viel Leistung in die Überwindung des   
   Höhenunterschieds fließt.   
      
   Ganz grobes Rechenbeispiel, unter kompletter Vernachlässigung aller   
   Verluste durch Reibung o.ä.:   
      
   - mein Rad und ich wiegen zusammen rund 100 kg   
   - diese mit 0,1 m pro Sekunde vertikal in die Höhe zu bewegen erfordert   
      
   P = E(pot)/t = m*g*h/t = m*g*v   
      
    = 100 kg * 10 m/s^2 * 0,1 m/s = 100 J/s = 100 W   
      
   Eine mit 5 m/s (entspricht 18 km/h) gefahrene Steigung von 2 % (2 m   
   Höhenunterschied auf 100 m Strecke - unsere Brückenrampen hier sind   
   steiler) ergibt eine Vertikalgeschwindigkeit von eben diesen 0,1 m/s.   
   Ich schätze für meine Fahrer-Rad-Kombination die Leistung für 18 km/h in   
   der Ebene auf ca. 50 W, verbrauche also in diesem Beispiel doppelt so   
   viel Leistung für die Höhendifferenz wie für den Vortrieb gegen   
   Luftwiderstand, Reibung etc.   
      
   Passt auch halbwegs gut zu HC's Beispielen oben.   
      
   Behalte ich bei steileren Anstiegen meine gewohnte Trittfrequenz und den   
   gefühlten Energieeinsatz ("Anstrengung") bei, bin ich, sofern die   
   Schaltung genügend kleine Gänge vorhält, ruck-zuck im Schrittempo. Da   
   fällt es dann immer besonders auf wenn e-Bikes mich mit sehr niedriger   
   Trittfrequenz überholen.   
      
   Grüße, Helmut   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   
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