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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 4,771 of 6,175   
   Ulf Kutzner to All   
   Re: 2025-09-30: Einfach anfangen, Col du   
   25 Oct 25 16:33:28   
   
   From: user2991@newsgrouper.org.invalid   
      
   Wolfgang Strobl  posted:   
      
   > Am Sat, 25 Oct 2025 14:33:56 +0200 schrieb Helmut Fischer   
   > :   
   >   
   > >Am 24.10.25 um 23:24 schrieb Wolfgang Strobl:   
   > >   
   > >> (einen Tourbericht)   
   > >   
   > >Danke für den Bericht und die Eindrücke.   
   >   
   > Gerne. Ich plane eine Fortsetzung. :-)   
   >   
   > >   
   > >Ich war vor ca. 20 Jahren zwei Mal mit meiner Liebsten auf von   
   > >"Rückenwind" aus Oldenburg organisierten Rundreisen in der Provence, die   
   > >zweite Tour war ganz in der Nähe von Eurem Revier. Wir haben das in   
   > >vielfacher Hinsicht sehr genossen. Die Touren waren minutiös   
   > >ausgearbeitet und haben größere Straßen fast vollständig vermieden.   
   >   
   > Auch größere Straßen lassen sich in der Region auch heute noch   
   > gut befahren, auch wenn der Ausbau manch geeignete Strecke für   
   > das Radfahren unattraktiver macht oder ruiniert.  Freilich ziehen   
   > auch wir weniger befahrene Straßen vor, zumindest dann, wenn die   
   > Beläge nicht gar zu schlecht bzw. kaputtgefahren sind.   
   >   
   > Wir sind in den Neuzigern mit den Kindern mehrfach per   
   > organisierter Busreise unterwegs gewesen, da wir in dem Jahrzehnt   
   > kaum Auto fuhren und es von '93 bis Ende '99 ganz abgeschafft   
   > hatten. Die Unternehmen hießen vamos und Sausenwind, Rückenwind   
   > hatten wir nicht. 2012 schrieb ich hier   
   >   
   > | Wir sind vor Jahren ein paar Mal mit vamos und Sausewind   
   > | nach Frankreich bzw. Polen gefahren, Eltern, zwei Kinder,   
   > | Gepäck, vier Fahrräder, jeweils im Reisebus mit Anhänger.   
   > | Das waren allerdings organisierte Reisen, incl. Unterkunft,   
   > | Kinderbetreuung und z.T. Freizeitgestaltung in der Form von   
   > | Radtouren. Die organisierten Radtouren konnte man knicken,   
   > | das wollten und brauchten wird auch damals schon nicht, der   
   > | Rest war aber durchaus brauchbar. Die Firmen existieren   
   > | immer noch und  ...   
   >   
   > Die beiden Firmen existieren noch, solche Angebote gibt es jedoch   
   > schon sehr lange nicht mehr. Vielmehr wird erwartet, dass man mit   
   > dem Pkw anreist, organisiert wird dann lediglich die Planung und   
   > die Unterkunft (oder, bei Radreisen, die Unterkünfte) und der   
   > Gepäcktransport von Tat zu Tag.  Ein Kontrast wie Tag und Nacht,   
   > im Vergleich zu dem, was damals geboten wurde.  Was angeboten   
   > wird, konnten und können wir selbst und besser auf unsere Wünsche   
   > zugeschnitten, woran wir Interesse gehabt hätten (nämlich   
   > Transport von Gepäck, Rädern bis zum oder bis nahe genug ans   
   > Ziel, um den Rest per Taxi erledigen zu können)   
      
   Mit der beschrieben Menge an Gepäck und Fahrrädern   
   wie oft erfolgreich Taxi gefahren?   
      
   Oder unbegleitetes Gepäck im Taxi zwischen den Unterkünften?   
      
   > wird nicht mehr   
   > angeboten.  Inzwischen haben wir uns längst mit der Anreise per   
   > selbst gesteuertem Auto abgefunden.   
      
   Die Bahn macht es einem da auch nicht leicht.   
      
   > >Einige Jahre später haben wir dann eigene Räder in ein Quartier zwischen   
   > >St. Remy und Cavaillon mitgenommen, die Erfahrungen waren durchwachsen.   
   > >Es gab fast keine anderen Radfahrer, auf kleinen Landstraßen fuhren die   
   > >Autos sehr schnell und wir wurden oft unnötig eng überholt.   
   >   
   > Wir waren in Frankreich in allen möglichen Regionen unterwegs.   
   > Ähnlich wie in Deutschland hängt das Verkehrklima von der Region   
   > ab, bisweilen recht kleinteilig.  Von manchen Städten muss man in   
   > manchen Regionen einen großen Abstand (>5-10 km) halten, um nicht   
   > unglücklich zu werden, in anderen Regionen fährt jeder, vom   
   > trainierenden und sportlichen Rennradfahrer bis hin zum Greis auf   
   > einem alten Hollandrad ganz unbefangen auf der Fahrbahn, einfach   
   > weil es keine andere Möglichkeit gibt.  Freilich ist Frankreich   
   > Autoland, mehr noch als Deutschland und in der Nähe von Radwegen   
   > wird es immer ungemütlich.  So lange man aber weit genug von den   
   > Autobahnen und stark befahrenen Nationalstraßen bzw. deren   
   > Nachfolger bleibt, ist alles gut.  Dass Rennradtouristen eine   
   > Einnahmequelle darstellen und viele davon Radwege höchstens mal   
   > als Abkürzung nutzen, spielt vielleicht auch eine Rolle. Leider   
   > wird das in letzter ZEit durch Ebike-Touristen jedoch mehr als   
   > kompensiert.   
   >   
   > Was Cavaillon angeht, wir haben die Gegend westlich von   
   > Coustellet gemieden, zu nahe an der Autobahn. Das merkt man auch   
   > und bisweilen mehr noch auch auf den kleinen Landstraßen.   
   >   
   >   
   >   
   > >Im Dunkeln   
   > >haben wir uns mit dem Rad nicht mehr rausgetraut. Auf der Hinreise   
   > >hatten wir an der Autobahn ironischerweise viele Plakate gesehen die für   
   > >Rücksichtnahme auf Radfahrer warben. Das war auch bitter nötig und hat   
   > >mit der Zeit vielleicht einen gewissen Effekt gehabt.   
   >   
   > Meine Vermutung ist, dass es eher den gegenteiligen Effekt hat   
   > und dass es ursächlich andersherum läuft: man entschuldigt sich   
   > für das rüde Verhalten, weil man sonst nichts dagegen unternehmen   
   > kann bzw. will.  Die Ironie, ausgerechnet auf der Autobahn für   
   > Rücksichtnahme auf Radfahrer zu bitten, die hat jedoch eine   
   > gewisse Größe.   
      
   Da ist es noch nicht zu spät, und die Zahl der   
   Autofahrer, die nie von der Autobahn abfahren,   
   hält sich doch in Grenzen.   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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