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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 4,866 of 6,175   
   Wolfgang Strobl to All   
   Re: "dieser Radweg wird kein leichter se   
   30 Oct 25 17:41:49   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Thu, 30 Oct 2025 14:24:25 GMT schrieb Ulf Kutzner   
   :   
      
   >   
   >marc@invalid.invalid posted:   
   >   
   >> Wolfgang Strobl  wrote:   
   >> > Am Wed, 29 Oct 2025 14:44:52 +0100 schrieb marc@invalid.invalid:   
   >> >   
   >> >>Die Holländer entwickeln ihre Infrastruktur mit einer gewissen   
   >> >>Konsequenz dahin, dass diese Voraussetzungen mehr und mehr gegeben sind.   
   >> >   
   >> > Nein. Die Holländer profitieren davon, dass sie keine   
   >> > Voraussetzungen schaffen müssen, Voraussetzungen, die anderswo   
   >> > nicht bzw. nur sehr selten gegeben sind. Es gibt noch ein paar   
   >> > andere winzige Küstenländer (Dänemark kommt einem da in den   
   >> > Sinn), die ähnliche Bedingungen aufweisen: flach, klein und von   
   >> > Wasser umgeben. Da sind die Distanzen klein, da sind Hollandräder   
   >> > alles, was der ansonsten Auto fahrende Bürger kennt.  Überall   
   >> > anderes müsste man Berge abtragen, Talbrücken bauen, Tunnel   
   >> > bohren, die Landschaft planieren und hätte dann trotzdem nicht   
   >> > das Wolkenkuckucksheim, das sich in den Marketingprospekten für   
   >> > Fahrradinfrastruktur so gut macht.   
   >>   
   >> Ich finde, dass die Argumentation Löcher hat. Das mit dem   
   >> flach/klein/von Wasser umgeben ist nicht so relevant - ich sähe zum   
   >> Beispiel nicht, wieso eine Stadt in D oder in F, die relativ flach ist   
   >> und eine gewisse Bevölkerungsdichte hat, nicht ähnlich funktionieren   
   >> kann. Wieviele millionen Quadratkilometer da ausserdem in einem Land   
   >> rumliegen, macht da keinen Unterschied. Und wenn es nicht so flach ist   
   >> wie in NL, dann ändern E-Bikes/Pedelecs die Rahmenbedingungen.   
   >   
   >Es mag Radpendler geben, die vom Vorort in die Stadt einpendeln.   
      
   Es mag auch Radpendler geben, die aus der Stadt erst über einen   
   Fluss und dann hoch auf einen der Ränder des Tals hochfahren, den   
   sich der Fluß irgendwann mal gegraben hat, in eine andere   
   Kommune. Ich war für nach einem Arbeitsplatzwechsel genau so   
   einer.   
      
   In der anderen Richtung geht es hier in Sichtweise schon bis auf   
   80-100 Meter höher hoch, und das ist erst der Anfang. Rolf Mantel   
   erwähnte gestern einen vergleichsweise flachen Schulweg in   
   Heidelberg. Das unterschlägt, dass es dort über eine ähnlich   
   kurze Distanz in Richtung Osten bereits auf fast 500 Meter hoch   
   geht. Dafür muss ich hier doch einige zehn Kilometer weiter   
   fahren.   
      
      
      
   >   
   >Vgl.   
   >https://de.wikipedia.org/wiki/Linz#/media/Datei:Blick_%C3%BCber   
   Linz_von_der_Franz-Josefs-Warte.jpg   
   >Auch der Rand des Stadtgebiets ist nicht frei von orographischen   
   >Wölbungen...   
   >   
   >   
   >> >>Ja - und wenn der Bahnhof 10000 oder mehr Passagiere pro Stunde   
   >> >>heranbringt - wie sollten die Parkhäuser dann beschaffen sein?   
   >> >>Unabhängig von der Grösse der Stadt denke ich, dass 7000 oder 12000   
   >> >>Plätze da nicht übertrieben sind.   
   >> >   
   >> > So funktioniert Planung nicht [...]   
   >>   
   >> Wie funktioniert Planung dann? Vor allem dann, wenn die Problemstellung   
   >> die Kombination von Zug und Rad für Pendler umfasst? Jetzt mal davon   
   >> abgesehen, dass man diskutieren kann, ob man Zug/Rad für gut empfindet,   
   >> oder eher Zug/Tram oder Auto/Rad oder sonstwas haben will, finde ich die   
   >> Planung für Zug/Rad ziemlich naheliegend.   
   >   
   >Wie oft wird denn Auto/Rad für Pendelstrecken genutzt?   
      
   Zunächst stellt sich doch die Frage, wie viele der 10000   
   Passagiere tatsächlich a) Pendler sind, die b) mit dem Fahrrad   
   zum Büro fahren, statt zu gehen, zu laufen oder den Bus zu nehmen   
   und die c) dafür ein eigenes Fahrrad am Bahnhof vorhalten,   
   welches 356 Tage im Jahr einen eigenen Stellplatz im Parkhaus   
   benötigt und die meiste Zeit nutzlos herumsteht.   
      
   Was die Frage Auto/Rad für Pendelstrecken angeht, da vermute ich   
   aufgrund hiesiger eigener Erfahrungen, dass jenseits der   
   Zielstadt meist Auto/Bahn für Pendelstrecken genutzt wird, weil   
   das üppig gefördert wird, an Haltestellen der Straßen- und   
   S-Bahnen weiter draussen, mit großen und bequem zu erreichenden   
   Parkplätzen direkt am Bahnsteig. Ich habe mich oft im Winter beim   
   Umsteigen von der S-Bahn in den Bus und umgekehrt an so einem   
   Bahnsteig warmgezittert, wo der kalte Wind über den offenen   
   Bahnsteig durchpfiff, in der Zeit, als ich nicht mit mehr mit dem   
   Rad pendeln konnte.  Der Parkplatz war fast immer nur wenig   
   belegt und ich vermute, dass einige der Plätze fehlbelegt waren,   
   durch Autos, die zu Wohnhäusern in Sichtweite gehörten. Jedoch   
   gibt es auf der Strecke mehr als eine Haltestelle mit   
   Autoparkplatz. Gelegentlich sah ich jedoch Leute, die mit   
   laufendem Motor oder jedenfalls in einem noch warmen Auto auf die   
   Bahn warteten, statt auf dem Bahnsteig. Ich wüsste nicht, wozu   
   man das dort sonst tun solle, so auf freiem Felde.   
      
   Von Holland habe ich von lange zurückliegenden Urlauben den   
   Eindruck zurückbehalten, dass jenseits der Städte nicht nur die   
   Dichte von Autobahnen und deren Ausfahrten höher ist als in den   
   meisten europäischen Ländern, sondern das Land da auch üppig mit   
   Parkplätzen für Autos ausgestattet ist, wo immer es Bedarf gibt.   
   Irgendwo müssen die vielen Autos, die auf den niederländischen   
   Autobahnen fahren und die man auch in anderen Ländern sehr häufig   
   auf den Autobahnen antrifft, ja geparkt werden, wenn sie nicht   
   benutzt werden.   
      
   --   
   Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen   
      
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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