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|    Message 5,105 of 6,175    |
|    Karl =?iso-8859-1?q?M=FCller?= to All    |
|    Re: Biobike (2/2)    |
|    07 Nov 25 17:23:17    |
      [continued from previous message]              > MTB auslagern (externalisieren), indem man es in den Kofferraum eines       > Autos packt oder es im Sommer mit dem Skilift auf einen Berg       > transportiert, um wilde Abfahrten zu fahren, bei denen dann das Gefälle       > für den Antrieb sorgt. Und das sind dann "Downhill-MTB", die nur       > downhill gefahren werden, nicht nur aufgrund konstruktiver Merkmale.       >       > Aber erstens könnte man das auch mit einem Rennrad tun, sofern man für       > die Abfahrt eine vernünftige Fahrbahn _und_ einen Lift zur Verfügung hat       > und zweitens tut das niemand (oder fast niemand), einfach weil es       > lächerlich ist und das Hochfahren mit zu dem Spaß gehört, den man mit       > der Abfahrt hat.       >       > Jedenfalls bedeutet der Umstand, dass es so ziemlich jedes Fahrrad       > (incl. der Dowhill-MTB) mit wenig oder gar keiner Tretleistung einen       > Hügel herabrollen kann, keineswegs, dass alle diese Fahrräder gleich       > sind und sich von Motorrädern kaum unterscheiden. Der Umstand, dass ein       > Mensch aus dem Flugzeug springen und ziemlich lange und ganz ohne Mühe       > in der Luft herumsegeln kann, hat noch niemanden zu der Behauptung       > motiviert,       > Menschen könnten mühelos fliegen und deswegen sei Motorisierung       > irrelevant.       >       > Drittens werden auch die Up- und Downhill-MTB längst motorisiert,       > auch eine üble Folge der rechtlichen Gleichsetzung - wer Radfahren in       > den Wäldern zulässt, hat auch diese Pest an der Backe. Es leiden       > darunter diejenigen, die mit ihren echten Fahrrädern auf den befestigten       > Wegen bleiben und ohne die Motorunterstützung den Boden bei weitem nicht       > so kaputtfahren können, wenn sie es nicht tun. Den leider gilt aufgrund       > der rechtlichen Gleichsetzung auch für die: Mitgefangen, mitgehangen.       > Die MTB, von denen ich vor drei Jahren hier schrieb, waren zu einem       > erheblichen Teil bereits motorisiert.       >       > | Leute, die mit elektrifizieren MTB den örtlichen Stadtwald       > durchpflügen,       > | entlocken ihren Geräten noch deutlich mehr Leistung, bisweilen auch       > ganz | ohne Mittreten. Man muß dafür natürlich die dafür vorgesehenen       > teuren | Boschmotoren kaufen und nicht das City-Pedelec für Oma. Auch       > hier ist | Marktdifferenzierung für die Anbieter bereits die halbe       > Miete. (Message-ID: <6ugrhhpa4e3kvl02tgjcrnqbsq6l2e9lqt@4ax.com>, 2022)       >       >> ... ist halt eher eine Sache der Schutzausrüstung und der eigenen       >>Kaltblütigkeit.       >       > Hier hat sich marc@invalid.invalid mit seinem Loblied auf das Pedelec       > aber argumentativ selber ein Bein gestellt. Die Motorisierung der       > Pedelec wurde auch mit der Abregelung bei 25 km/h begründet, mit der       > Suggestion, dass alles sicher sei, wenn man Leute auf Fahrrädern nicht       > schneller als 25 km/h fahren läßt,       > bzw. diese Begrenzung auf 25 km/h damit, dass schnelleres Fahren mit       > einem Fahrrad lebensgefährlich sei und mit Fahrrädern auch unnötig - wer       > schneller fährt, würde halt Auto fahren und solle das auch.       >       > Pferdefuss dabei, mit einem Auto kann man Fahrräder auf einen Berg       > hochtransportieren, um dann mit Tempo abzufahren, etwa beim       > Downhillsport. Jedoch stellt sich dann die Frage, wie man das als       > einzelne Person bewerkstelligen soll. Mit dem E-MTB ist das viel       > einfacher, gerade bei steilen Anstiegen kann eine legale Motorisierung       > die eigene Leistung verfünffachen(!), so lange das Tempo von 25 km/h       > nicht überschritten wird und im Gefälle sorgt dann das zusätzliche       > Gewicht für noch etwas mehr Tempo. So können sich nun auch Leute, denen       > die Fitness, Kraft und Erfahrung komplett fehlt, steile Abfahrten mit       > einem Fahrrad sicher zu bewältigen, in eine ziemlich aussichtslose Lage       > bringen. Auch dieser Umstand liefert Motive und Gründe, Straßen für den       > Radverkehr zu sperren. Eine der früher im Urlaub gerne gefahren Runden       > können wir nicht mehr fahren, weil sie in der gewünschten Richtung für       > Radverkehr gesperrt wurde. Freilich ist es schwer, da eine "smoking       > gun" zu finden, keine Verwaltung, die auch touristische Interessen       > berücksichtigen muss und zunehmend E-Biker hofirt, wird dergleichen in       > der Öffentlichkeit als Begründung nennen. Aber es liegt auf der Hand und       > wird auch durch eigene Beobachtungen gestützt.       >       > Fazit: E-Bikes sind keine Fahrräder, die rechtliche Gleichsetzung war       > und ist ein Fehler. Das, was man durch die Motorisierung zu erreichen       > glaubt - die Leute fahren ein wenig mehr und ein weniger weiter mit den       > E-Bikes, auf die sie vom Fahrrad umsteigen -, das hätte man anders und       > besser erreichen können. Das "Wie"       > und "Warum" ist hier schon häufig disktuiert worden, deswegen nur so       > viel: Radwege sind nicht die Lösung, die Fixierung darauf ist eines der       > Probleme, an denen jeder Versuch scheitert.              Fazit: E-Bikes sind keine Pedelecs. Fahrräder sind keine Pedelecs und       trotzdem gibt es genug Menschen, die gerne ein E-Bike oder ein Pedelec       nutzen wollen. Diese Freiheit will ihnen kaum jemand nehmen - außer ein       für mich fantatisch wirkender Wolfgang Strobl. Der kann offensichtlich       nicht die normative Kraft des Faktischen akzeptieren und einfach sein       Fahrrad weiter fahren und sich den einfachen Freuden hingeben              Da sag ich nur: jeder ist seines Glückes Schmied              mfg              Karl              --- SoupGate-Win32 v1.05        * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)    |
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