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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 5,111 of 6,175   
   Wolfgang Strobl to All   
   Re: Biobike   
   08 Nov 25 16:31:54   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Sat, 8 Nov 2025 12:26:06 +0100 schrieb Olaf Skibbe   
   :   
      
   >   
   >On 2025-11-08 11:20, Wolfgang Strobl wrote:   
   >   
   >> Und ja, auch in Deutschland sind die küstennahen Landstriche   
   >> flach. Aber so etwa ab Bielefeld oder Münster ist das Land   
   >> Richtung norden von Gebirgszügen durchzogen.   
   >   
   >"Küstennahe Landstriche"? Man kann von Leipzig nach Flensburg fahren,   
   >ohne auf nennenswerte Berge zu stoßen. Und dass Hannover küstennah wäre,   
   >ist mir (und vermutlich auch den Hannoveranern) neu.   
      
   Es ist jedenfalls näher an der Küste als Kassel, Marburg oder   
   München.   
      
   Wer hat denn behauptet, dass Hannover küstennah sei? Lies bitte   
   die Sätze, den Du oben zitiert hast erneut, diesmal aber   
   sinnentnehmend.  In Deutschland sind die küstennahen Landstriche   
   flach, aber Deutschland besteht anders als die Niederlande nicht   
   überwiegend aus Küste und ist nicht komplett flach. Dies besagt   
   nicht, dass es in Deutschland überall jenseits der Küste bergig   
   ist. A=>B mit B=>A zu verwechseln ist ein leider verbreiteter   
   Fehler.   
      
   Intention des Hinweises war zu vermitteln, dass viele europäische   
   Länder, incl. Deutschland zu großen Teilen aus hügeliger   
   Landschaft bestehen, auf die Verkehrskonzepte aus dem Flachland   
   nicht so einfach übertragbar wären, selbst dann nicht, wenn sie   
   funktionierten, was sie nicht tun.   
      
   Freilich gibt es auch jenseits der Küste und sogar in bergigen   
   Regionen flache Bereich, deren Durchmesser aber oft kaum größer   
   ist die Distanzen, welche die typischen Proponenten von   
   "Fahrradinfrastruktur", vulgo Radwege, für  gerade noch zumutbar   
   halten.   
      
   Das wird kaum jemand bestreiten, der wie ich die Fixierung und   
   Konzentration auf solche Flecken kritisiert.  Zwar werden in der   
   Propaganda für Radwege vorzugsweise Städte in flachen   
   Küstenregionen angeführt, als vermeintlicher Beleg dafür, dass   
   Fahrradinfrastruktur mehr Radverkehr produziert. Jedoch wäre die   
   Argumentation mit weit von irgendwelchen Küsten entfernten   
   flachen Regionen nicht weniger zu kritisieren.   
      
   Es geht darum, endlich Konzepte in die Tonne zu treten, die auf   
   Annahmen basieren, die nicht zutreffen.   
      
   Mehr Radverkehr in vergleichsweise kleinen, flachen und   
   umgrenzten Regionen ist _nicht_ die Folge einer Förderung, erst   
   recht nicht von "Infrastruktur", sondern überwiegend der Tatsache   
   zu verdanken, dass kurze Distanzen im Flachland oder entlang von   
   Gewässern weniger Kraft, Ausdauer und Aufmerksamkeit benötigen.   
   Das bedeutet aber nicht, dass dort, wo mehr Kraft, Ausdauer oder   
   Aufmerksamkeit erforderlich ist, etwa weil Anstiege zu bewältigen   
   sind, niemand Radfahren kann, will oder sollte. Im Gegenteil, es   
   bedeutet, dass es dort, wo weniger Radverkehr stattfindet, weil   
   es den Leuten zu anstrengend ist oder zu gefährlich erscheint,   
   erst recht keinen Grund gibt, verdrängende "Fahrradinfrastruktur"   
   zu planen und zu bauen, die selbst dort weder nötig noch   
   förderlich ist, wo reichlich Geld und Nachfrage vorhanden ist und   
   die Anforderungen vergleichsweise klein.   
      
   Wünschenswert wäre es vielleicht, beim Bau und Umbau von   
   Verkehrsinfrastruktur, vulgo Fahrbahnen, das Befahren mit   
   Fahrrädern einzuplanen, etwa bei der Wahl der Asphaltsorten oder   
   bei der Auslegung des Straßenquerschnitts.   
      
   Viel wichtiger wäre aber der völlige Verzicht auf Sonderwege für   
   den von den brauchbaren Fahrbahnen verdrängten Fahrzeugverkehr,   
   wozu inzwischen neben ursprünglich den nur Fahrrädern, dann den   
   Mofas, dann den Pedelec möglicherweise dann auch alles gehören   
   soll, was auf 45 km/h und weniger begrenzt ist. Solche Vorschläge   
   gab es schon.   
      
      
      
   >   
   >> Auch Münster ist im   
   >> Grunde schon eine Ausnahme inmitten einer von Hügeln umrundeten   
   >> kleinen Fläche. Schon wenn man mit dem Rad Richtung Nordosten die   
   >> knapp 50 km bis Osnabrück fährt   
   >>    
   >> muß man ein hügeliges Stück Teutoburger Wald durchqueren.   
   >   
   >Muß man nicht, man kann die Steigungen auch umfahren:   
   >https://bikerouter.de/#map=9/51.9163/8.6572/standard&lonlats=7.   
   46834%2C52.000323%7C8.066187%2C52.272601&profile=Trekking-Fast   
   >   
      
   Sieben Kilometer mehr, elf Minuten mehr Zeitbedarf, trotzdem noch   
   131 Höhenmeter zu bewältigen.  Warum sollte man sich das antun,   
   wenn man eine vernünftige Schaltung hat oder aus sonstigen Gründe   
   die eine der anderen Route vorzieht oder benutzen muss? Es geht   
   nicht darum, welche dieser beiden Routen _Du_ bevorzugen würdest.   
      
      
   --   
   Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen   
      
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