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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Helmut Fischer to All   
   Rentnertour Bremen-Potsdam Juli 2025 (1/   
   08 Nov 25 17:27:44   
   
   From: h_fischer@gmx.de   
      
   Angeregt durch Wolfgans Aufforderung nach Input, hier mein ursprünglich   
   interner Erlebnisbericht. Ein paar Zahlen stehen ganz am Ende.   
      
   Schöne Reise, aber weniger spektakulär als die letztjährige Alpentour.   
      
   Radreise Bremen-Potsdam 12.-21.7.2025   
      
   Teilnehmer B., P., S., H.   
      
   12.7. Bremen - Heidenau   
      
   10:00 Start in Bremen vor B.‘s Haustür. Über Lilienthal, Grasberg,   
   Wilstedt, Vorwerk, Nartum bei vorwiegend Gegenwind südlich an Zeven   
   vorbei. Der Wunsch nach einem Café wird durch Zufall im kuriosen   
   „Kliemannsland“ in Rüspel (den Ort kannte wohl keiner von uns) erfüllt.   
   Über Groß Meckelsen und Sittensen nach Heidenau, dort großes   
   Vierbettzimmer im Gasthof Burmester. Leckeres Abendessen, von Platzregen   
   begleitet. Tagsüber waren wir trocken geblieben.   
      
   78 km   
   4:35 h   
   17,0 km/h Durchschnittsgeschw., max. 27,7 km/h   
   210 Höhenmeter   
      
   13.7. Heidenau – Geesthacht   
      
   Früher Start um 8:40 wegen angesagten Regens. Wir wollen südlich an   
   Hamburg vorbei. Da liegen die Harburger Berge, die sich uns auf der   
   Rosengartenstraße mit bis 140 m Höhe in Weg stellen. Fast an der   
   höchsten Stelle stoßen wir auf ein Ausflugslokal, alles sitzt drinnen   
   beim Frühstück, wir nehmen draußen drei Kaffee, P. bleibt „trocken“.   
   Die aufeinander folgenden Ortsnamen Hollenstedt, Tötensen, Hittfeld oder   
   Seevetal kenne zumindest ich nur von Autobahnabfahrten, jetzt bekommen   
   sie ein Gesicht. Beim Anhalten zum Anziehen des Regenzeugs merke ich   
   dass der Vorderreifen wenig Luft hat. Ich versuche es erst mal mit   
   Aufpumpen, das funktioniert, ich muss es aber den Tag über noch 2 oder 3   
   Mal wiederholen.   
   In Maschen fahren wir entlang der kanalisierten Seeve  im Fast-Dunkel   
   unter einem riesigen Verschiebebahnhof durch, von dort ist es nur noch   
   ein kurzes Stück bis zur Elbe. Rast auf dem Elbdeich, auf einmal ist   
   alles voll mit Radwanderern. Irgendwann fängt es richtig an zu regnen,   
   wir sind zu spät in Regenhose und Gamaschen oder haben gar keine dabei,   
   so kommen wir ziemlich durchweicht und nach einem anstrengenden Anstieg   
   an nördlichen Ortsrand von Geesthacht an.   
   Der Zutritt zur Monteurs-FeWo eröffnet sich erst nach einer Weile, nach   
   Erlangung des Durchblicks durch den Online-Buchungsprozess. Dann ist   
   aber genügend Platz zum Aufhängen der Klamotten und zum Verzehr von   
   Liefer-Pizza vorhanden. Davor kommt die Bialetti erstmalig zum Einsatz.   
   Alle Schuhe werden erfolgreich im Backofen getrocknet. Und mein   
   Vorderreifen nachhaltig geflickt, Ausbau des Schlauchs und Eintunken ins   
   Waschbecken waren aber nötig. Ortsbesichtigung fällt aus wegen   
   Entfernung, Spaziergang geht noch, zumindest für P. und mich.   
      
   70 km   
   4:00 h   
   17,7 km/h Durchschnittsgeschw., max. 43,9 km/h   
   340 Höhenmeter   
   14.7. Geesthacht – Hitzacker   
      
   Morgens Espresso selbstgemacht in der Fewo, improvisiertes Frühstück im   
   Rewe in der Nähe. Auf dem Hochufer um die Stadt, am östlichen Rand   
   runter zum Wasser. AKW Krümmel nicht zu Gesicht bekommen. Rein in den   
   Wald am Steilufer, teils abenteuerlicher Weg. Mittendrin trennen sich   
   unsere Wege – P. und B. bleiben im Wald, S. und ich fahren unten am   
   Ufer. Letzteres wird immer beschwerlicher, mit zahlreichen umgestürzten   
   Bäumen über die wir die Räder heben müssen. Ein Ast erwischt S. am Kopf,   
   der Hövding löst aus. P. ist in der Nähe, hört wie ich den Knall und   
   denkt auch, ein Jäger werde als nächstes auf uns anlegen. S. hat eine   
   dicke Schramme am Kopf, der aufgeblasene Hövding muss noch „erstochen“   
   werden.   
   Lohn für die Plackerei ist eine Rast mit kühlem Getränk auf der Terrasse   
   des Lauenburger Hotels Bellevue auf dem Hochufer, mit grandiosem Blick   
   über die linkselbische Landschaft.   
   Wir überqueren die Elbe und fahren im Flachen und bei steigender   
   Temperatur bis Bleckede, wo wir, sehr passend, eine Eisdiele finden.   
   Danach wird es langsam hügelig, vor Hitzacker haben wir einige heftige   
   Steigungen zu bewältigen. Dazwischen schöne Schussfahrten bergab.   
   In Hitzacker wohnen wir auf einem urigen Platz in winzigen Holzhütten.   
   Im Waschhaus läuft Tag und Nacht Reggae-Musik, im Restaurant nur wenn es   
   geöffnet ist. Gutes Abendessen in einem ebenso urigen Lokal gleich um   
   die Ecke, anschließend gemeinsamer Spaziergang durch den hübschen Ort,   
   der gar keinen so provinziellen Eindruck mach wie die Lage erwarten lässt.   
      
   75 km   
     4:45 h   
     15,8 km/h Durchschnittsgeschw., max. 60,6 km/h (!)   
     400 Höhenmeter   
      
   15.7 Hitzacker – Wittenberge   
      
   Recht gutes Frühstück auf dem Campingplatz, zügig mit Rückenwind zur   
   Elbbrücke bei Dömitz, Regen zieht auf. Viele Störche, einige Rotmilane   
   und ein Schwarzmilan. Weiter bis ins fast ausgestorben wirkende Lenzen,   
   lange Suche nach einem Café, in der versteckt gelegenen Burg werden wir   
   fündig.   
   Der Regen soll eine ganze Weile andauern, die Burg lädt nicht wirklich   
   zum Verweilen ein. B. bleibt trotzdem, wie anderen ziehen (jetzt   
   komplettes) Regenzeug an und fahren, immer noch mit Rückenwind, weiter.   
   Nach einer Stunde hört der Regen auf.   
   Riesige Umleitung um Wittenberge, irgendwann reicht es uns und und wir   
   schlängeln uns ins Zentrum. Der Zugang zur Unterkunft (zwei top   
   eingerichtete Appartements) muss wieder erst verstanden und dann im   
   nahegelegenen Hotel bezahlt werden.   
   Gutes Abendessen in der zum Hotel gehörenden Brauerei, alles in   
   aufwendig restaurierten, historischen Gemäuern einer Ölmühle aus dem 19.   
   Jahrhundert.   
      
   72 km   
   4:00 h   
   18,2 km/h Durchschnittsgeschw., max. 32,3 km/h   
   130 Höhenmeter   
      
      
   16.7. Wittenberge – Havelberg   
      
   Gutes Frühstück im Appartementhaus, es regnet leicht. Kurze Einkaufstour   
   (Obst, Fahrradkleidung) und Rundfahrt im Ort. B. führt erstmalig mit   
   Komoot-Unterstützung die Tour an. Zuerst ist es windstill, dann kommt   
   Gegenwind auf.   
   Kurz hinter Rühstädt kommen wir über ein Wehr auf die Insel zwischen   
   Havel und Elbe, Wasser zur Rechten und zur Linken. Die Havel führt   
   ordentlich Wasser, die Elbe sehr wenig. Auf einem weiteren Wehr machen   
   wir Pause, fast mitten in einer Baustelle. Nickerchen geht trotzdem.   
   Um 13 Uhr sind wir in Havelberg, die Unterkunft ist eine FeWo ganz oben   
   in einem umgebauten alten Kornspeicher, das höchste Gebäude rundum,   
   direkt am Wasser, tolle Aussicht. Schläfchen, Kaffee im Ort, gutes   
   Abendessen draußen beim Restaurant-Schiff direkt vor der Haustür.   
      
   38 km   
   2:20 h   
   16,5 km/h Durchschnittsgeschw., max. 29,3 km/h   
   90 Höhenmeter   
      
   17.7. Ruhetag in Havelberg   
      
   Frühstück im „Bilderbuchcafé“ in der Altstadt, nett aber laut durch eine   
   frisch eingeschaltete Kuchentresenkühlung. In verschiedenen   
   Konstellationen Besichtigung des hübschen Ortskerns (wie viele Uhrmacher   
   gibt es hier eigentlich? Drei mindestens). Museen- und Kirchenbesuche,   
   Kuchen aus der Landbäckerei im Ort. Weitere Gänge durch den Ort,   
   Fahrradpflege, Einkäufe. Ich verpasse das Ausflugsschiff ins   
      
   [continued in next message]   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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