From: anton@mips.complang.tuwien.ac.at   
      
   Wolfgang Strobl writes:   
   >"Pedal-by-wire drivetrain: No mechanical connection between   
   >pedals and wheel — torque sensors convert effort to electrical   
   >input for a traction motor."   
   >   
   >Wait, what?   
   >   
   >Nee klar. Was ich immer schon sagte: Die Pedale von Pedelec sind   
   >i.W. eine höchst umständliche Form eines Gasdrehgriffs. Die   
   >Innovation hier besteht darin, auf die Komplikation zu   
   >verzichten, auf Basis eines vorgegebenen Profils (ECO, STANDARD,   
   >TOUR, TURBO+, ...) oder "intelligent" eine konkrete, kleine   
   >Tretleistung in eine mehr oder weniger kräftigere Motorleistung   
   >umzurechnen. Wozu also noch mechanisch koppeln?   
   >   
   >Der Motor wird hier ausschließlich von einem Akku versorgt. Die   
   >Kurbel treibt einen Generator an, welche diesen Akku auflädt.   
      
   Das mit dem Generator is moeglich, da der Akku aber gleichzeitig fuer   
   den Antrieb genutzt wird, wird der Akku durch den Generator nicht   
   aufgeladen, sondern nur weniger entladen.   
      
   Falls es mit einem Generator laeuft. Eine Alternative waere noch eine   
   Bremse fuer die Kurbel (mechanische Reibbremse, Wirbelstrombremse, was   
   auch immer, siehe diverse Fahrradergometer). Auch das wuerde dafuer   
   sorgen, dass der Fahrer ein Drehmoment aufbauen muss, um die Kurbel zu   
   bewegen, und dass dann ein Drehmomentsensor das Drehmoment ermitteln   
   und die Steuerungselektronik in Befehle fuer Akku und Motor umsetzen   
   kann.   
      
   Falls es mit einem Generator laeuft, kann ein internes Getriebe dafuer   
   sorgen, dass der Generator mit hohen Drehzahlen betrieben wird und   
   damit nicht so gross und schwer sein muss. Nachteil beim Generator   
   ist, dass da Wechselstrom herauskommt und die Spannung wohl auch   
   schwankt, sodass wohl noch einiges an Leistungselektronik noetig ist,   
   um das mit der Versorgung aus dem Akku komaptibel zu machen.   
      
   >>Als Ingenieurkunst kommt es, glaube ich, nicht durch - allein wegen der   
   absurder mechanischer   
   >>Übertragung der Kraft von Motor zum Hinterrad. Ich kann mir auch keine   
   ausreichende Wirkungsgrad   
   >>der pedal-by-wire Strecke Pedalen-Generator-Motor-Riemen-Hinterrad   
   vorstellen.   
      
   Der Wirkungsgrad ist sicher nicht besonders, aber das ist ja auch   
   nicht noetig, fuer die Antriebsenergie hat man ja den Akku. Daher   
   kann man sich auch das interne Getriebe leisten, das den Wirkungsgrad   
   wohl auch reduziert.   
      
   >Was die Kraftübertragung angeht, ich zähle da vorne 20 und hinten   
   >60 Zähne, also 1:3, Faktor ~0.3 untersetzt.   
      
   Je staerker die Untersetzung, desto weniger Drehmoment braucht man am   
   Motor, um ein bestimmtes Drehmoment am Hinterrad zu bekommen. Hoehere   
   Drehzahl ist kein Problem, da ist ja nur mehr der Elektromotor dran   
   und die Kurbeln sind voellig unbeteiligt. Wenn der Motor also   
   300U/min machen muss, um auf 45km/h zu kommen, na und? Durch das   
   geringere Drehmoment des Motors sind die Kraefte auf den Zahnriemen   
   auch geringer.   
      
   Durch die nichtvorhandene Kopplung mit der Kurbel kann man sich den   
   Freilauf sparen und hat dadurch moeglicherweise Rekuperation mit einem   
   Mittelmotor.   
      
   >die   
   >meisten Motorräder immer noch haben: eine Kurbel oder einen   
   >Kickstarter für Notfälle.   
      
   Das bezweifle ich. Ich habe 1986 noch eine XL500R mit Kickstarter   
   gekauft. Der Nachfolger Dominator wurde ab 1988 ausgeliefert, immer   
   mit einem elektrischen Starter, und nur in den Jahrgaengen 1988 und   
   1989 mit Kickstarter, danach nur mehr mit E-Starter. Das war eher   
   schon der untere Bereich des Honda-Programms, von daher denke ich,   
   dass die meisten in diesem Jahrhundert produzierten Motorradmodelle   
   keinen Kickstarter haben.   
      
   >Nicht, dass ich aktuell Interesse an so etwa hätte, sondern vom   
   >Prinzip her und weil es gerade passt: ich hätte nichts gegen ein   
   >vernünftig gestaltetes elektrifiziertes Zweirad, das einen   
   >brauchbaren Pedalantrieb hat. Unter drei Bedingungen   
   >   
   > - Es wird _nicht_ dem Fahrrad gleichgestellt, sondern stellt   
   > eine eigenständige Variante eines Leichtmotorrades dar   
   >   
   > - Das Tempo wird nicht artifiziell begrenzt   
   >   
   > - Die Regeln sind so beschaffen, dass Fahrzeuggewicht nicht   
   > belohnt wird   
   >   
   >Beim Tempo keine Zugabe unterhalb von 25 km/h, darüber Zugabe   
   >progressiv steigend entsprechend der benötigten Tretleistung, mit   
   >einem Faktor und einer Obergrenze der Motorleistung, über die zu   
   >diskutieren wäre. Designziel: Zugabe erst dann, wenn die   
   >Tretleistung in die Nähe der Leistungsgrenze der Person kommt,   
   >die antreibt. Schwierig, aber nicht unlösbar, mit den heute   
   >verfügbaren Mitteln.   
   >   
   >Feinheiten ("aber was ist mit Anstiegen?") kann man diskutieren,   
   >wenn das Prinzip verstanden ist.   
      
   Von daher wuerde ich die Zugabe nicht an die Geschwindigkeit koppeln,   
   sondern an die Eigenleistung, aber ohne Geschwindigkeitsbeschraenkung,   
   dafuer mit einer Begrenzung der Leistungszugabe (vielleicht linear   
   ansteigend von 0% bei 0W Eigenleistung auf 100% bei 200W   
   Eigenleistung, und danach weiter 100%; das wuerde dann aus 50W 62.5W   
   machen und aus 100W 150W und aus 200W 400W). Staerkere Fahrer koennen   
   den den Unterstuetzungsbereich hinaufschieben (z.B. bei Verschiebung   
   um 60W muessen sie fuer die 150W , damit sie in der Gruppe den anderen   
   nicht davonfahren; und sie koennen dann auch damit angeben, dass sie   
   mit "Unterstuetzung erst ab 60W" mithalten konnten:-).   
      
   Das waere ein Konzept, um zu traeinieren und dabei etwas schneller zu   
   fahren. Aber ich denke, es wird schon einen Grund haben, warum die   
   E-Bikes so sind, wie sie sind, und von "Fahrradfreunden" hochgejubelt   
   werden: Das verkauft sich gut, weil es den Selbstbetrug erleichtert.   
      
   Hier in Oesterreich sind auch E-Sitzroller (in der Presse als E-Mopeds   
   bezeichnet) rechtlich den Fahrraedern gleichgestellt. Das vergangene   
   Sommerloch wurde genuzt, um gegen diese Fahrzeugkateorie zu hetzen,   
   und der Verkehrsminister hat gleich angekoendigt, sie kuenftig den   
   B-Rollern gleichstellen zu wollen). Dabei haben wohl einige   
   Einflussfaktoren eine Rolle gespielt, ich vermute einmal:   
      
   - Diese Motorraeder werden ueberwiegend von Essenslieferanten genutzt,   
    oft junge migrantische Maenner, also ein beliebtes Ziel fuer Hetze   
    und Schikanen aller Art.   
      
   - Die Dinger sind dem Vernehmen nach billig zu haben, und werde oft   
    auch nicht dort gekauft, wo "Fahrradfreunde" daran verdienen, also   
    geben auch die "Fahrradfreunde" die sonst E-Bikes immer toll finden,   
    das Feuer frei.   
      
   - anton   
   --   
   de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/   
   Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.   
   Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   
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