From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Tue, 11 Nov 2025 10:21:00 GMT schrieb   
   anton@mips.complang.tuwien.ac.at (Anton Ertl):   
      
   >Wolfgang Strobl writes:   
   >>"Pedal-by-wire drivetrain: No mechanical connection between   
   >>pedals and wheel — torque sensors convert effort to electrical   
   >>input for a traction motor."   
   >>   
   >>Wait, what?   
   >>   
   >>Nee klar. Was ich immer schon sagte: Die Pedale von Pedelec sind   
   >>i.W. eine höchst umständliche Form eines Gasdrehgriffs. Die   
   >>Innovation hier besteht darin, auf die Komplikation zu   
   >>verzichten, auf Basis eines vorgegebenen Profils (ECO, STANDARD,   
   >>TOUR, TURBO+, ...) oder "intelligent" eine konkrete, kleine   
   >>Tretleistung in eine mehr oder weniger kräftigere Motorleistung   
   >>umzurechnen. Wozu also noch mechanisch koppeln?   
   >>   
   >>Der Motor wird hier ausschließlich von einem Akku versorgt. Die   
   >>Kurbel treibt einen Generator an, welche diesen Akku auflädt.   
   >   
   >Das mit dem Generator is moeglich, da der Akku aber gleichzeitig fuer   
   >den Antrieb genutzt wird, wird der Akku durch den Generator nicht   
   >aufgeladen, sondern nur weniger entladen.   
      
   Es ist von Rekuperation und von "... convert effort to electrical   
   input for a traction motor" die Rede und es erscheint plausibel,   
   dass die gekurbelte Leistung komplett von der zum Antrieb   
   genutzen Leistung entkoppelt ist. Dies schließt ein, dass mehr   
   gekurbelt wird, als nach Abzug der Verluste (hier bei brauchbarer   
   Elektronik dann nur die Generator/Motor-Verluste, ohne die   
   Entladeverluste) ein Überschuss zum Laden des Akkus verbleibt.   
   Ich halte das ebenfalls mehr für ein Feigenblatt als für eine   
   praktische Möglichkeit, aber zumindest dann, wenn der Akku soweit   
   entladen ist, dass das Battery Management eine weitere Entladung   
   verweigert, wäre so das Fahren ohne Aufladen noch möglich und bei   
   einem kräftigen Fahrer vielleicht auch, in der Ebene den Akku   
   soweit aufzuladen, dass das für kurze Beschleunigungsvorgänge   
   oder als Unterstützung leichte Anstiege reicht. Es ist schwer,   
   hier die Grenze zwischen Wunschdenken, Marketing und   
   "funktioniert so gerade eben" zu ziehen.   
      
   >   
   >Falls es mit einem Generator laeuft. Eine Alternative waere noch eine   
   >Bremse fuer die Kurbel (mechanische Reibbremse, Wirbelstrombremse, was   
   >auch immer, siehe diverse Fahrradergometer). Auch das wuerde dafuer   
   >sorgen, dass der Fahrer ein Drehmoment aufbauen muss, um die Kurbel zu   
   >bewegen, und dass dann ein Drehmomentsensor das Drehmoment ermitteln   
   >und die Steuerungselektronik in Befehle fuer Akku und Motor umsetzen   
   >kann.   
      
   Das ist durchaus denkbar, wäre dann aber noch absurder, weil nun   
   eine weiterer Verbraucher hinzukommt, der wertvolle Tretleistung   
   zu 100% in Erwärmung der Luft umsetzt und nicht in   
   Antriebsenergie, die nach Abzug aller Konvertierungsverluste   
   immerhin noch ein wenig zum Antrieb beisteuert. Dass diese   
   Variante billiger herzustellen wäre, glaube ich auch nicht.   
   Zumindest wird für Hometrainer, die so etwas können, ähnlich viel   
   aufgerufen wie für Pedelec der unteren Preisklasse, oder auch   
   mehr.   
      
   >   
   >Falls es mit einem Generator laeuft, kann ein internes Getriebe dafuer   
   >sorgen, dass der Generator mit hohen Drehzahlen betrieben wird und   
   >damit nicht so gross und schwer sein muss.   
      
   Insbesondere dann, wenn man den Generator von Vorneherein auf   
   wenig Leistung auslegt (ich nannte 100 Watt). Das war auch mein   
   Gedanke. Gerade so viel, dass es für einen minimalen Antrieb   
   reicht, oder dafür, das Teil auf seinen Zweibeinständer zu   
   stellen und dann erst mal fünf oder zehn Minuten zu kurbeln.   
      
      
   > Nachteil beim Generator   
   >ist, dass da Wechselstrom herauskommt und die Spannung wohl auch   
   >schwankt, sodass wohl noch einiges an Leistungselektronik noetig ist,   
   >um das mit der Versorgung aus dem Akku komaptibel zu machen.   
      
   Man lässt es sich ja bezahlen. Wenn ich mir die Fotos von Gehäuse   
   und Getriebeteilen ansehe, die vage wie Planetegnetriebe in   
   Nabenschaltungen aussehen, sieht das auch nicht billig aus.   
      
   >   
   >>>Als Ingenieurkunst kommt es, glaube ich, nicht durch - allein wegen der   
   absurder mechanischer   
   >>>Übertragung der Kraft von Motor zum Hinterrad. Ich kann mir auch keine   
   ausreichende Wirkungsgrad   
   >>>der pedal-by-wire Strecke Pedalen-Generator-Motor-Riemen-Hinterrad   
   vorstellen.   
   >   
   >Der Wirkungsgrad ist sicher nicht besonders, aber das ist ja auch   
   >nicht noetig, fuer die Antriebsenergie hat man ja den Akku. Daher   
   >kann man sich auch das interne Getriebe leisten, das den Wirkungsgrad   
   >wohl auch reduziert.   
      
   Exakt.   
      
   >   
   >>Was die Kraftübertragung angeht, ich zähle da vorne 20 und hinten   
   >>60 Zähne, also 1:3, Faktor ~0.3 untersetzt.   
   >   
   >Je staerker die Untersetzung, desto weniger Drehmoment braucht man am   
   >Motor, um ein bestimmtes Drehmoment am Hinterrad zu bekommen. Hoehere   
   >Drehzahl ist kein Problem, da ist ja nur mehr der Elektromotor dran   
   >und die Kurbeln sind voellig unbeteiligt. Wenn der Motor also   
   >300U/min machen muss, um auf 45km/h zu kommen, na und? Durch das   
   >geringere Drehmoment des Motors sind die Kraefte auf den Zahnriemen   
   >auch geringer.   
      
   Bei Motorrädern und Kfz generell ist die Überlegung ähnlich.   
      
   >   
   >Durch die nichtvorhandene Kopplung mit der Kurbel kann man sich den   
   >Freilauf sparen und hat dadurch moeglicherweise Rekuperation mit einem   
   >Mittelmotor.   
      
   Yep. Wobei es mich beim Gedanken an Rekuperation durch Abbremsen   
   des Hinterrades immer ein wenig schaudert. Sicherlich wäre bei   
   Abbremsen vorne noch mehr Vorsicht und Zurückhaltung geboten.   
   Jedoch wird gerade dann, wenn die Rekuperation viel liefert, weil   
   kräftiger gebremst wird, das Hinterrad entlastet und das   
   Vorderrad belastet.   
      
   Innovativ wäre ein leichtes E-Motorrad, welches in beiden   
   Laufrädern Motoren hätte, die auch als Generatoren arbeiten   
   können, nebst einer Elektronik, welche die Lastverteilung   
   beherrscht und das in allen Fahrsituationen. Vmtl.   
   anspruchsvoller als das selbstfahrende Auto, wenn man das als   
   Maßsstab anlegt, was ein versierter fahrender Radfahrer   
   beherrscht. Ein zusätzlicher Kurbelantrieb dürfte hier wenig   
   sinnvoll sein - dafür und ein wirklich minimalistisches E-Fahrrad   
   bleibt das inverse Pedelec mein Favorit. Ich meine damit die von   
   mir schon häufiger und auch hier skizzierte Konstruktion, die   
   bezüglich Akkukapazität und Motorleistung weit unter der eines   
   derzeitigen Pedelec liegt, aber Zugabe erst dort erlaubt, wo das   
   Pedelec abregelt (> 25 km/h und dann progressiv).   
      
   >   
   >>die   
   >>meisten Motorräder immer noch haben: eine Kurbel oder einen   
   >>Kickstarter für Notfälle.   
   >   
   >Das bezweifle ich. Ich habe 1986 noch eine XL500R mit Kickstarter   
   >gekauft. Der Nachfolger Dominator wurde ab 1988 ausgeliefert, immer   
   >mit einem elektrischen Starter, und nur in den Jahrgaengen 1988 und   
      
   [continued in next message]   
      
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