From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Mon, 17 Nov 2025 09:45:41 +0100 schrieb Olaf Skibbe   
   :   
      
   >   
   >On 2025-11-14 20:50, Wolfgang Strobl wrote:   
      
   >Jedes nicht wirklich tragfähige Argument schwächt die Sache und   
   >sollte daher weggelassen werden.   
      
   In Ordnung, ich ignoriere Deine Versuche, eine Metadiskussion   
   anzuzetteln.   
      
   >   
   >Auf unsere Diskussion angewandt: Deiner Argumentation könnte man   
   >entnehmen: Die "Radinfrastruktur" (also Radwege) kann nicht einfach vom   
   >Flachland auf nicht ausschließlich flache Gegenden übertragen werden.   
      
   Könnte man, wenn man sie mißverständlich zusammenfassen wollte.   
      
   Meine Kritik an dogmatisch vertretener Separierung und   
   Absonderung als generellem und nicht weiter zu hinterfragendem   
   Mittel der Organisation von Radverkehr illustriere ich zwar gerne   
   mit dem Hinweis, dass die Welt nicht nur aus holländischen oder   
   dänischen Küstenstädten wie Delft und Kopenhagen besteht.   
      
   Jedoch ist das hier nicht "meine Argumentation". Wenn ich es   
   platt ausdrücken und zusammenfassen wollte, wäre sie hier dies:   
   Wenn man separierende "Fahrradinfrastruktur" landesweit   
   installieren will, die in ausgesuchten Flachlandbiotopen so   
   gerade eben funktioniert, wenn man keine hohen Ansprüche hat und   
   nicht all zu genau hinschaut, dann richtet das Schaden an, aus   
   dem Blickwinkel derjenigen, die das Fahrrad überall als   
   leistungsfähiges Verkehrsmittel benutzen wollen, wo sich das aus   
   ihrer Sicht anbietet.   
      
   Leute wie John Forester oder John Franklin haben ganze Bücher zu   
   diesem Thema geschrieben und sich mit umfänglicheren Texten an   
   der Kontroverse beteiligt. Es wäre vermessen, die grundsätzliche   
   Kritik an der Separierung von Rad- und anderem Fahrzeugverkehr in   
   einem Usenetposting abhandeln zu wollen.   
      
   Und ich habe keine große Lust, darüber zu diskutieren, ob sie in   
   Delft, Kopenhagen, Münster oder Heidelberg funktioniert, so lange   
   man in der Ebene bleibt und keine besonderen Ansprüche hat. Es   
   reicht mir, ausreichend viel von dieser Infrastruktur gesehen und   
   erlebt zu haben, sowohl im Flachen als auch dort, wo es hügelig   
   wurde, um nicht zu ihrer Nutzung gezwungen werden zu wollen. Im   
   Flachland nicht und erst recht nicht dort, wo es hügelig wird.   
      
   Jedoch ist es genau dieser Zwang, der wesentlich dazu beiträgt,   
   wenn dieser Trend zur Separierung ein Selbstläufer wird. Denn   
   Radwege sind in den wenigsten Fällen ein Mittel, das Radfahren   
   leistungsfähig und bequem macht, sondern vielmehr ein Mittel zur   
   Besänftigung einer Befindlichkeitsstörung von Autofahrenden. Und   
   nur deswegen werden sie mehrheitsfähig.   
      
   >Also:   
   >   
   >* Radwege in den Niederlanden sind in Ordnung.   
      
   Nein. Radwege in den Niederlanden liefern kein Konzept, das sich   
   so wie eifrig beworben auf andere Regionen übertragen ließe und   
   da dann automatisch förderlich wäre. Das ist der wesentliche   
   Punkt. Zwar wird man, wenn man sich präsentierte Beispiele   
   genauer anschaut, oft feststellen, dass sie auch in den   
   Niederlanden keineswegs so funktionieren, wie es sugggeriert   
   wird. Oft basiert die Darstellung auf geschickt fotografierten   
   Teilansichten, weggelassenem Kontext oder schlicht auf Annahmen,   
   die zu hinterfragen wären.   
      
   Das ist jedoch ein separates Thema. Meine Aussage war: Jenseits   
   dieser Flachlandregionen und Schaufensterprojekte funktioniert   
   Separierung noch schlechter oder überhaupt nicht im Sinne   
   derjenigen, die das Fahrrad als leistungsfähiges Verkehrsmittel   
   nutzen.   
      
   >   
   >* Radwege in Flachländern (Norddeutschland, Oberrheingraben,   
   >Brandenburg) sind in Ordnung.   
      
   Nein. Aber auch das war hier nicht das Thema und ich hatte mich   
   dazu nicht geäußert. Freilich wirkte "es funktioniert nicht mal   
   dort, wo es als leuchtendes Vorbild präsentiert wird" vielleicht   
   als stärkeres Argument, so rein hypothetisch. Das scheitert in   
   der Praxis aber der vorhersehbaren Reaktion: "So hoch sind meine   
   Ansprüche nicht, wenn's weiter raus geht oder steil wird, fahre   
   ich nicht Fahrrad, sondern nehme die Bahn oder das Auto".   
      
   >   
   >Ich bin nicht sicher, ob Du da mitgehen würdest.   
      
   Gut beobachtet, aber ohne Zusammenhang zu dem, was ich meinem   
   Kommentar zum   
   Posting von Hans Crauel angesprochen hatte, dass nämlich jenseits   
   flacher und begrenzter Küstenregionen andere und mehr Probleme zu   
   meistern sind (und gemeistert werden!), sowohl verkehrs- als auch   
   fahrtechnisch. Jedoch nicht auf und mit Radwegen.   
      
   Ich bin mir nicht sicher, ob Du nicht einfach nur versuchst, die   
   Diskussion darüber durch Ausweitung entgleisen zu lassen.   
      
   >   
   >Ich finde das jedenfalls nicht zutreffend und meine, man sollte andere   
   >Argumente nennen.   
      
   Das sei Dir unbenommen. Dann nenne sie doch oder lass es   
   bleiben, wenn es Dir zu viel Mühe bereitet.   
      
   Mein Kommentar hier, dem Du mit Inbrunst widersprochen hast,   
   basiert auf der Beobachtung, dass "Radinfrastruktur", vulgo   
   Radwege, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit mit   
   "Radfahrer, schaut nach Delft und schaut nach Kopenhagen!"   
   beworben wird.   
      
   Hier kritisierte ich dieses Marketing, diejenigen, die ihm   
   anheimfallen und ich kritisiere es für die üblen Folgen, die es   
   für diejenigen hat, die ohne diese auf Verdrängung abzielende   
   Infrastruktur besser dran sind oder besser dran wären.   
      
      
   >Die zu überwindenen Höhenmeter machen Radwege nicht   
   >wirklich besser oder schlechter.   
      
   Als generelle Aussage ist das keine Erkenntnis, sondern eine   
   Banalität. Im konkreten Fall ist es oft ein Irrtum. Ein   
   konkretes Beispiel von "... machte es im Gefälle schlechter und   
   gefährlicher" auf meinem langjährigen Arbeitsweg hatte ich vor   
   einer Weile in <2coigi1km37l1qek4eiu6jag50nchgtt37@4ax.com>   
   beschrieben.   
      
      
      
   --   
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   
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