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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Alexander Ausserstorfer to All   
   Fahrbericht (vom 15. September 2025): Ue   
   30 Nov 25 17:29:35   
   
   From: bavariasound@chiemgau-net.de   
      
   Montag, der 15. September 2025   
   Überschall   
      
   In der Nacht gab es einige kleine Schauer. Als ich am Morgen gegen fünf   
   Uhr  das erste Mal aus dem Zelt kroch, lag jedoch ein sternenklarer Himmel   
   über uns.   
      
   Gegen sieben Uhr verließ ich den Zeltplatz in Thalkirchen. Ich hinterging   
   diesmal die Anmeldung und schob das Fahrrad hinter dem Container vorbei.   
   Außer mir war noch kaum jemand auf.   
      
   Dann fuhr ich erst einmal gut einen Kilometer bis zur Hinterbrühler Brücke   
   über den Ländkanal zurück. Ich hatte gestern ein Schild gesehen gehabt. Wo   
   es zum Isarradweg ging. Die Strecke des Isarradweges zwischen München und   
   Landshut wollte ich schon immer einmal fahren. War in all den Jahren aber   
   nie dazu gekommen.   
      
   Deshalb auch der gestrige Start am Nachmittag. Ich hatte befürchtet, daß   
   mir die gesamte Strecke an einem Tag zu weit werden würde. Und zeitlich   
   hatte es gepaßt.   
      
   Kaum war ich in den Isarauen bzw. umfuhr den Hinterbühler Park, hatte ich   
   bereits die ersten Probleme mit der Beschilderung des Radweges. Diese war   
   oft unklar. Die Schilder standen zweideutig. Man wußte nicht, welcher Weg   
   gemeint war. Oder es stand auf einem späteren Schild plötzlich ein anderes   
   Ziel, so zum Beispiel ein anderer Ort, darauf, obwohl es die gleiche   
   Strecke war. Schilder fehlten mitunter auch vollständig an entsprechenden   
   Weggabelungen, so daß die Streckenwahl dann zum Glückspiel wurde.   
      
   Diese Schwierigkeiten würden mich bis zum Ende der Reise begleiten. Egal   
   wo, es war überall dasselbe. Und ich hatte oft das Gefühl: je mehr   
   Wegweiser für Radfahrer aufgestellt wurden, desto schlimmer wurde es. Mit   
   ihnen geriet man als Radfahrer schnell auf eine ungeschickte bis schlecht   
   ausgeschilderte Strecke. Oftmals wäre es besser gewesen, sie einfach zu   
   ignorieren und gleich nach der Karte zu fahren. Sich über Landstraßen von   
   Ort zu Ort zu suchen. Vermutlich wäre es am besten, wenn es viele Schilder   
   für Radfahrer gar nicht erst geben würde.   
      
   Es hat einfach nicht funktioniert. Die Radwege waren überall unzureichend   
   markiert oder unklar ausgeschildert oder die Radwege waren eine   
   Katastrophe.   
      
   Nachdem ich die Isar über den Marienklaussteg überquert hatte, konnte ich   
   mich auf den Isarradweg "einfädeln". Vom Tierpark Hellabrunn, welcher sich   
   direkt rechts von mir befunden haben mußte, hatte ich gar nichts   
   mitbekommen.   
      
   Kurz nach dem Tierpark stieß ich auf eine Straßenkehrmaschine. Weil vor   
   uns eine unübersichtliche Kurve lag, fuhr ich einige Zeit lang hinter ihr   
   her. Das war auch gut so, denn plötzlich kam uns ein Radfahrer entgegen.   
   Als ich dann die Straßenkehrmaschine überholte, ging es plötzlich abwärts.   
   Links von mir wich das Gebüsch einer Wiese.   
      
   Gute und saubere Radwege hatten sie hier in München! Man konnte hier sogar   
   bei Regen radeln! Was für ein Luxus!   
      
   Ich blickte in den blauen Morgenhimmel vor mir und dachte an mein Ziel. In   
   wievielen Tagen würde ich dort ankommen? Oder würde ich überhaupt jemals   
   dort ankommen? Was würde ich bis dorthin alles erleben?   
      
   Allmählich waren sehr viele Leute unterwegs. Die Radfahrer schossen dahin,   
   als wären sie auf der Flucht.   
      
   Viele Radfahrer hatten eine kurze Hose an oder waren kurzärmelig. Es war   
   zwar nicht allzu kalt. Aber mir wäre es an diesem Morgen mit so etwas   
   trotzdem zu frisch gewesen.   
      
   Ich hatte meine Erfahrungen damit gemacht. Es muß einen nicht frieren,   
   damit man später Wadenkrämpfe bekommt. Vermutlich hatten die Leute alle   
   keine Ahnung. Weil sie nur kurze Strecken fuhren. Aber nicht über Tage und   
   Wochen wie ich.   
      
   Kurz nach der Unterquerung der Ludwigsbrücke blieb ich stehen. Der Radweg   
   vor mir war an dieser Stelle sehr eng. Dazu kam noch ein Baugerüst. Es   
   hatte immer nur ein Fahrrad Platz. Ich wartete, bis der Weg vor mir frei   
   war. Leider konnte man von hier aus nur bis zum Ende der Baustelle sehen.   
   Der Radweg mußte hinter dem Gebäude des Müllerschen Volksbades   
   weiterführen.   
      
   Auf dem Meillerweg vor der Brücke über den Auer Mühlbach hätte mich ein   
   Radfahrer fast gerammt, weil er vom Berg herabgeschossen kam und mich   
   wieder einmal die Beschilderung verwirrt hatte. Ein Schild rechts neben   
   dem Weg zeigte nach links. Ich hatte dort aber gar nicht abbiegen können.   
   Denn auf der anderen Seite der Straße gegenüber dem Schild befand sich nur   
   eine verschränkte Schranke für Fußgänger. Aber dadurch war ich auf die   
   Gegenfahrbahn geraten. Ich mußte dann geradeaus über den Bach und den Berg   
   hoch, wo der andere Radfahrer heruntergekommen war. Das Schild hätte wohl   
   besser nach vorne zeigen sollen. Allerdings wäre es an dieser Stelle gar   
   nicht notwendig gewesen.   
      
   Bei Oberföhring verließ der Radweg einmal kurz die Isar, um über den   
   Max-Halbe-Weg und die Mauerkircherstraße eine Siedlung zu durchqueren.   
   Kurz danach setzte ich auf einer Brücke über den Isarkanal über. Etwa ab   
   dort dürfte der Radweg nicht mehr asphaltiert gewesen sein.   
      
   Beim Brunnbach auf der Isarinsel kurz später war ein Schild so ungeschickt   
   aufgestellt, daß ich auf einer Rampe zur Brücke hochfuhr, den Isarkanal   
   überquerte und kurz später vor der Einmündung der Feringastraße in die   
   Müncher Straße gegenüber dem Wöhrl Haus direkt an der Münchner Straße zum   
   Stehen kam. Auf diesem kurzen Stück hatte mich anfangs die Morgensonne   
   geblendet bis ich in den Schatten des großen Gebäudes gegenüber der Straße   
   gekommen war. Da ich an der Münchner Straße keine weitere Beschilderung   
   mehr fand, fuhr ich zurück, wieder den Berg hinab und folgte auf der   
   unteren Straße weiter der Isar, was sich dann als richtig herausgestellt   
   hatte.   
      
   Das Schild hatte wohl den vorderen Weg gemeint. Nicht den hinteren, wo es   
   gestanden hatte. Aha. Ist halt blöd, wenn man das Schild vor der   
   Abzweigung aufstellt. Und nicht erst danach. Wenn man die Abzweigung nicht   
   meint.   
      
   Ab der Leinthalerstraße wurde der Isarradweg wirklich schlecht. Es   
   handelte sich nur noch um einen Waldweg mit Steinen und viel Gras zwischen   
   den beiden Fahrspuren. Mir kam wieder in den Sinn, daß solche Wege auch   
   Instand gehalten werden mußten. In der Stadt war mit Sicherheit mehr Geld   
   dafür vorhanden als hier draußen, wo überdies fast niemand mehr mit dem   
   Fahrrad unterwegs war.   
      
   Ich traf kurz später noch auf zwei junge Männer mit einem kleinen, blonden   
   Mädchen zwischen den beiden, welche zu dritt vor mir den Weg dahinliefen.   
   Das kleine Mädchen hielt mit. Respekt! Aber wozu sollte das gut sein?   
   Vielleicht waren sie in Eile? Bis Freising sah ich später nur noch einen   
   älteren Radfahrer.   
      
   Der Isarradweg war hier überaus schattig. Links und rechts nur Gebüsch und   
   Bäume. Ab und zu sah man die Isar.   
      
   Nachdem ich die Autobahn A99 unterquert hatte, kam ich gegen acht Uhr an   
   zwei Installationen von Künstlern vorbei, welche sich rechts von mir am   
   Wegesrand befunden hatten. Das eine Kunstwerk bestand aus vielen gleichen   
      
   [continued in next message]   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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