From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Thu, 4 Dec 2025 16:34:05 +0100 schrieb Thomas_Schlueter   
   :   
      
   >Am 04.12.2025 um 13:05 schrieb Wolfgang Strobl:   
   >>   
   >> Höhere Betriebskosten, die zu weniger, weniger weiten und zu   
   >> langsamerem, also sparsameren Fahren und damit auch zu weniger   
   >> Verschleiss an Fahrzeug und Fahrbahnen führen (vom Krach mal ganz   
   >> abgesehen), wäre IMO der bessere Weg, den Kfzverkehr einzuhegen   
   >   
   >Nicht unbedingt wegen der höheren Kosten, aber nicht von der Hand zu   
   >weisen ist, dass die exponentiell mit der steigenden Geschwindigkeit   
   >schrumpfende Reichweite beim E-Auto zum demütigen Trödeln   
   >animiert/erzieht (IMO *der* Grund, warum bestimmte Leute das E-Auto so   
   >vehement ablehnen).   
      
   Daran habe ich keinen Zweifel. Aber ich halte nicht hinter dem   
   Berg damit, dass ein aus dem angebotenen Fundus erwerbbares   
   E-Auto (nicht "das E-Auto") für uns leider keine Alternative ist.   
   Die Gründe hatte ich hier schon mal kurz erläutert, habe aber den   
   Eindruck, dass dies nicht hier hingehört und dann auch in eine   
   Richtung ausufert, die nicht weiterführt.   
      
      
   >Da PKW meist im Kolonnenverkehr unterwegs sind, wird   
   >die wachsende Verbreitung der E-Autos in Kürze im Bestand eine kritische   
   >Menge erreicht haben, wo auch die Verbrenner wohl oder übel langsam   
   >mitfahren werden müssen.   
      
   Freilich. Irgendwer ist gerade auch mal wieder auf eine Idee   
   gekommen, auf der ich schon in den Achtzigern des letzten   
   Jahrhunderts mal eine Weile herumgeritten war und die heute mit   
   EV viel einfacher zu realisieren wäre: Dynamische   
   Zusammenschaltung von mehreren EV durch Kopplung der diversen   
   Assistenten (vom Spurhalteassistenten bis hin zum Assi für teil-   
   oder dreiviertelautonomes Fahren), so dass sich ohne mechanische   
   Kopplung ein zugähnliches Konstrukt formt, welches vom   
   Windschatten profitiert und weniger oder gar keine Aufmerksamkeit   
   erfordert.   
      
   Ich glaube jedoch nicht, dass ich dergleichen noch erleben   
   werden, jedenfalls nicht hierzulande.   
      
   Tatsächlich kann man übrigens auch mit einem Verbrenner und das   
   sogar äußerst bequem mit angemessenem Abstand in einer   
   Lkw-Kolonne mit Tempo 85-95 mitrollen und sogar ein wenig vom   
   Windschatten profitieren.   
      
   Da lange Autobahnfahrten mit verhaltenem Tempo so ziemlich der   
   einzige verbliebene Verwendungszweck unserer 26 Jahre alten   
   Familienkutsche ist, hatte ich in den letzten Jahren reichlich   
   Gelegenheit, das zu praktizieren. Ich gebe zu, dass ich auf einer   
   der französischen Privatautobahnen auch mal wieder Tempo 130   
   gefahren bin (das Auto kann 175, weniger kräftige Ausführungen   
   gab es schon damals nicht und gebraucht erst recht nicht), aus   
   Gründen.   
      
   Das war aber eine Ausnahme, viele französische Autobahnen sind   
   längst auf 120 beschränkt oder weniger und 110 km/h tun's auch.   
   EV sind mir durchaus aufgefallen, meist*) aber nicht durch ihr   
   langsames Tempo, sondern dadurch, dass das mörderische   
   Beschleunigungsvermögen (und das Unverständnis der Fahrer, dass   
   da nicht jedes Fahrzeug mithalten kann) zu gewissen Irritationen   
   führt. Da hilft auch nicht, wenn man gelernt hat, wie man durch   
   rechtzeitiges Beschleunigen vor dem Ausscheren auch mit weniger   
   Leistung zügig überholt - man muß inzwischen erheblich größere   
   Abstände einkalkulieren und sorgt damit natürlich auch für   
   Irritationen.   
      
   >   
   >Randnotiz: ich habe übrigens noch keinen einzigen Tesla erlebt, dessen   
   >Fahrer mir als notorischem Radwegmeider ostentativ auf die Pelle gerückt   
   >wäre oder der durchs Beifahrerfenster Belehrungsversuche unternommen   
   >hätte. Eure Erfahrungen dazu?   
      
   Keine. Ich vermute, dass es nicht genügend EV und darunter dann   
   Teslas gibt, um irgendwelche Schlüsse zu ziehen. Generell ist   
   meine Erfahrung die, dass mit Protzautos eher selten Radfahrende   
   belästigt werden. Ich vermute, man ist einfach kein würdiger   
   Gegner. :-) Etwas ernsthafter, dass hier Auffälligkeit und   
   Häufigkeit viel eher eine Rolle spielen, als ob jemand ein Auto   
   aus dem Hause Musk fährt. Die zwei Sorten Autos bzw. deren   
   Fahrer, die mir immer mal wieder unangenehm auffallen, sind BMW   
   und Fahrzeuge mit holländischen Kennzeichen. Mit dem Fahrrad   
   kommen dann auch noch Autos hinzu, die bei näherer Betrachtung   
   wie vom Autofriedhof geholt wirken. Da tippe ich auf die   
   Hackordnung, es hat einer halt jemanden vor sich, der nach seiner   
   Ansicht noch etwas weiter unten auf der Leiter hockt - und das   
   muss doch genutzt werden!   
      
      
      
   *) Ein einzelnes Gegenbeispiel in diesem Herbst war ein sportlich   
   und neu aussehender Pkw (kein Sportwagen), der extrem verhalten   
   gefahren wurde. Ich vermute, der Fahrer hatte Angst, auf der   
   Autobahn vor der Mautstelle zu stranden. Das kann auf   
   französischen Privatautobahnen teuer werden.   
      
   --   
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   
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