From: news51@mystrobl.de   
      
   Am 06 Dec 2025 13:35:00 +0200 schrieb   
   christian_drf-ENTF@soemtron.de (Christian @Soemtron):   
      
   >Sebastian Zenker schrieb:   
   >> Am 04.12.25 um 14:35 schrieb Olaf Schultz:   
   >   
   >>> Soetwas ist bei mir mit reflexartigen nachlinksziehen verbunden.   
   >>> Und wenn mich noch mehr eng überholen fahre ich notfalls kurz   
   >>> neben der Mittellinie...   
   >> AOL, exakt so wird's gemacht.   
   >   
   >Dito. Leider sind wir da die verschwindend seltenen Ausnahmen, sonst   
   >würde die Huperei mal weniger werden. Die allermeisten Radfahrer   
   >verkrümeln sich unterwürfig. Daher versuche ich auch in NLP-Manier, das   
   >Hupen positiv umzudeuten. Nur die Schreckhaftigkeit abzugewöhnen fällt   
   >schwer.   
      
   Ich bin schon lange nicht mehr angehupt worden. Demonstrativ und   
   unsinnigerweise zu dicht überholt zu werden kam da schon häufiger   
   vor. Meine Reaktion darauf war ebenfalls, etwas weiter nach links   
   rüberzuziehen. Aber nicht reflexartig, sondern nur zügig genug,   
   um das als Reaktion erkennbar zu machen. Auch nicht unbedingt   
   bis zur Mittellinie, sondern so weit, dass es auch als   
   Positionsänderung auffällt und nicht nur als Bewegung. Jedoch   
   so, wie Olaf schreibt, wenn das nicht reicht, dann noch etwas   
   weiter.   
      
   Generell signalisiere ich Kooperation - mit dem Fahrrad will ich   
   anderen Verkehr nicht aufhalten und könnte das wirksam auch gar   
   nicht. Jedoch beruht das auf Gegenseitigkeit. Wenn ich   
   abschätzen kann, dass Überholen auf dem eigenen Fahrstreifen   
   innerhalb der verfügbaren Fläche möglich ist und sehe, dass am   
   Straßenrand keine Risiken drohen, dann habe ich nichts davon,   
   wenn jemand hinter mir herfährt, also erleichtere ich das   
   Überholen nach Möglichkeit.   
      
   Aber nicht um jeden Preis. Umgekehrt berücksichtige ich   
   natürlich auch, dass demonstrative Gesten nur dann sinnvoll und   
   risikofrei sind, wenn sie zuverlässig wahrgenommen werden können.   
   Andernfalls hat das kaum eine Wirkung und gefährdet einen nur   
   selber.   
      
   Auch wenn das hier wohl kaum diejenigen erreicht, die   
   Radfahrenden zeigen wollen, wem die Strasse gehört: Wer sich im   
   Auto über einen etwas zu üppigen Abstand eines Radfahrenden vom   
   Straßenrand aufregt, sollte drei Dinge bedenken.   
      
   1. Aus der Position von hinter der Windschutzscheibe nimmt man   
   viele Gefahren nicht wahr, die Radfahrenden drohen, die dicht am   
   Straßenrand kleben.   
      
   2. Wer Auto fährt, hat i.d.R. kein Problem damit, den ganzen   
   Fahrstreifen für sich zu beanspruchen, statt am Straßenrand zu   
   kleben und weicht als erfahrener Fahrer vmtl. schon bei der   
   kleinsten Andeutung einer Gefahrstelle bis an die Mittellinie hin   
   aus.   
      
   3. Last but not least, genervte Autofahrende sollte sich   
   angesichts von raumgreifend fahrenden Radfahrenden bei ihren   
   autofahrenden Kollegen (und -innen) bedanken, die solche   
   Fahrweise häufiger als nötig erforderlich machen und ggfs. dort   
   Dampf ablassen.   
      
   Nachtrag: ich habe Verständnis für diejenigen, die sagen: "Das   
   ist mir alles zu kompliziert, ich fahre grundsätzlich   
   raumgreifend, wo das sicher möglich ist". Es ist ihr gutes   
   Recht. Nur habe ich das Gefühl, dass dort, wo das Verkehrsklima   
   noch halbwegs in Ordnung ist, beidseitig kooperiert wird, je nach   
   Bedarf, unabhängig von der Art des Antriebs. Das möchte ich   
   nicht einseitig aufkündigen. Wenn man den Kfzverkehr eindämmen   
   möchte, dann bitte durch direkte und wirksame Regulierung, nicht   
   um drei Ecken nach dem Prinzip Hoffnung und indem man z.B.   
   Radfahrende vorschiebt.   
      
      
   --   
   Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen   
      
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   
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