From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Sun, 7 Dec 2025 19:33:30 +0100 schrieb Arno Welzel   
   :   
      
   >Wolfgang Strobl, 2025-12-05 14:33:   
   >   
   >> Am Fri, 5 Dec 2025 08:40:07 +0000 (UTC) schrieb Ulli Horlacher   
   >> :   
   >>   
   >>> Anton Ertl wrote:   
   >>>> Andreas Oehler writes:   
   >>>>> Eigentlich mag ich ja eher puristische Fahrzeuge   
   >>>>   
   >>>> Das waere natuerlich die Alternative: Tueren in Autos verbieten.   
   >>>   
   >>> Kompromissvorschlag: Autotueren koennen nur von aussen geoeffnet werden.   
   >>> Ausnahme bei Schiebetueren.   
      
   N.B. Absurde Vorschläge liefern zwar prächtigen Diskussionsstoff,   
   sind ansonsten aber bestenfalls nutzlos.   
      
   >>>   
   >>> Sicherheit ist also machbar, wenn man nur will.   
   >>   
   >> Wie wäre es denn mit der Empfehlung, nicht im Aufklappbereich von   
   >> Autotüren Fahrrad zu fahren? Wo mit dem Auto Platz genug ist, um   
   >> genügend Abstand zu halten oder wo in der eigenen Richtung gerade   
   >> kein Autoverkehr ist, gibt es keinen Grund, mit dem Rad dichter   
   >> an parkende Fahrzeuge heranzufahren. Wo mit Autos dicht an   
   >> parkenden Autos entlanggefahren wird, öffnet niemand eine Türe   
   >> mehr als einen Spalt breit.   
   >   
   >Du vertraust vergeblich darauf, dass Leute nicht in Panik vor dem bösen   
   >Verkehr sich nicht äußerst rechts am Rand der Fahrbahn aufhalten.   
      
   Wie kommst Du darauf? Ich vertraue darauf nicht, schon weil ich   
   dieses Verhalten häufig beobachet habe.   
      
   Jedoch glaube ich auch nicht, dass man die Leute in diesem Fall   
   mit Gewalt zu ihrem Glück zwingen kann oder sollte. Wer im   
   Einzelfall aus Angst oder aus sonstigen Gründen sogar auf   
   Sperrflächen im Dooringbereich geparkter Autos fährt, ist   
   erfahrungsgemäß weder durch Regeln noch durch Aufklärung nohc   
   durch schlechte Erfahrungen alleine erreichbar. Vielleicht aber   
   durch Aufklärung und durch sichtbare Vorbilder.   
      
   Mein Vorschlag war die schlichte Empfehlung, Klartext zu   
   sprechen. Aufklärung, was Gefahren angeht, wenn Du so willst.   
      
   Wogegen ich mich aber vehement ausspreche, das ist der Zwang, der   
   diejenigen trifft, die sich dem Risiko eines Dooringunfalls nicht   
   aussetzen wollen und deswegen nicht im Dooringbereich fahren,   
   auch wenn sie mit sanfter, gelegentlich aber auch unsanfter   
   Gewalt dazu gezwungen werden sollen, etwa mit schmalen, wie   
   Fahrspuren aussehenden Streifen, die wie zum Hohn irgendwann von   
   Suggestivstreifen in "Schutzstreifen" umgetauft wurden.   
      
   Neben den direkten Folgen, die das Kleben am Straßenrand für die   
   Dooringopfer hat, hat es auch sekundäre negative Effekte, indem   
   es ein sicheres und vorbildliches Verhalten erschwert. Ein   
   Großteil der Leute orientiert sich nicht an Regeln, sondern an   
   Vorbildern - guten wie schlechten.   
      
   >   
   >Aus meiner Sicht ist das Problem nicht lösbar, außer durch ein Verbot   
   >von Parkplätzen an Straßen mit weniger als zwei uneingeschränkt   
   >befahrbaren Spuren pro Fahrtrichtung.   
      
   Utopien und Einschränkungen dieser Art haben noch nie geholfen,   
   sie schaffen nur neue Ausreden bzw. Begründungen für die   
   Verbannung von Radverkehr, wenn die alten abgegriffen sind.   
      
   Freilich gibt es Fahrbahnen, die pessimal für den Radverkehr   
   aufgeteilt sind, mit unterschiedlichen Breite und Zahl der   
   Spuren. Dann liegt eine Fehlplanung vor, die korrigiert werden   
   kann und korrigiert werden sollte. Eine Planung der Aufteilung   
   darf einfach nicht von der Voraussetzung ausgehen, dass   
   Radfahrende wiederholt oder regelmäßig unter Selbstgefährdung im   
   Dooringbereich fahren und fahren _müssen_, um anderem Verkehr ein   
   etwas bequemeres Überholen zu ermöglichen. Das ist der Punkt.   
      
   Man kann eine radverkehrsfreundliche Aufteilung z.B. durch   
   Verbreitern oder durch Verschmälern von Spuren erreichen, oder -   
   trivialerweise - durch das Verbot von Parken auf Parkstreifen   
   oder Bürgersteigen, denn dann gibt es keinen Dooringbereich mehr.   
   Mehrere Spuren pro Fahrrichtung sind jedoch nicht erforderlich,   
   um Radverkehr zu ermöglichen, unabhängig davon, ob der Gehweg zum   
   Parken umfunktioniert wurde, als Fläche für die Bestuhlung eines   
   Straßencafés dient oder von einer Serie von Baumscheiben geprägt   
   ist. Der Glaube, die Abwesenheit von parkenden Autos mache das   
   dichte Kleben am Strassenrand urplötzlich sicher, ersetzt eine   
   Illusion durch eine andere. Kompetentes Radfahren bedeutet auch,   
   die gesamten Umstände zu betrachten, typische Anzeifen von   
   Gefahren zu erkennen und den Abstand zum Fahrbahnrand   
   entsprechend zu wählen - im Zweifel dann eher zu viel als etwas   
   zu wenig.   
      
   Wenn eine Kommune oder ein Stadtrat aus irgendwelchen Gründen den   
   Autoverkehr aus der Stadt verbannen möchte, und da vor allem das   
   Kurzzeitparken eindämmen, weil häufigeres Starten mehr Krach   
   macht und mehr Emissionen produziert, dann lass' doch diese Leute   
   solche Vorschläge machen, statt selber wohlfeile Gründe zu   
   liefern, Radverkehr zu verdrängen, weil der ja alle möglichen   
   Sonderlocken erfordere, um ihn idiotensicher zu machen.   
      
   Viele Städte ersticken am Autoverkehr, der Autoverkehr erstickt   
   sich selber. Das liegt aber nicht daran, dass viele Radfahrende   
   zu dämlich sind, den Aufklappbereich von Autotüren zu meiden und   
   andere klug genug, bei Bedarf Abstand zu halten und manchmal, für   
   ein wenige Sekunden (aber gefühlte Minuten) ein nachfolgendes   
   Auto aufhalten. Sekunden, die dann beim minutenlangen Warten   
   hinter dem nächsten einparkenden Auto dazu genutzt werden können,   
   mit dem Beifahrer über die lästigen Radfahrer zu lästern.   
      
   --   
   Thank you for observing all safety precautions   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   
|