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|    Message 5,537 of 6,175    |
|    Wolfgang Strobl to All    |
|    Re: =?utf-8?Q?Warnung_vor_dem_T=C3=BCr?=    |
|    12 Dec 25 16:07:16    |
      [continued from previous message]              (aus ihrer Sicht "vorsichtiges") Verhalten ändern, nur weil ihnen       irgendwer irgend etwas erzählt hat.              Kaum jemand tut das, vernünftigerweise, auch ich nicht. Jedoch       kann es dazu führen, dass die Leute ihr eigenes, vorher von       niemandem hinterfragtes Verhalten beobachten und reflektieren, es       gelegentlich etwas variieren und ihren Blickwinkel dann nach und       nach ändern - oder vielleicht auch nur etwas mehr geneigt sind,       überhaupt zuzuhören.              Auch hier kann ich mir nicht verkneifen, meine ersten paar       Fahrstunden im Auto anzuführen, als jemand, der vorher noch nie       am Steuer eines Autos gesessen hatte, auch aus Mangel an       Interesse daran. Schon damals war das offenbar eher       ungewöhnlich. Es brauchte etwas Überredung und einige       Überwindung, so wie der Sprung ins kalte Wasser, um vor einer       belebten beampelten Kreuzung bei Grün oder von einer Nebenstraße       aus die bevorrechtigte Straße durch einen beherzten Druck aufs       Gaspedal zu queren, nachdem ich ich mich durch schnelle Blicke       vergewissert hat, dass alles frei ist. Die Überwindung vor allem       deswegen, weil man in der Blechbüchse weit weniger sieht und hört       als auf einem Fahrrad oder Motorroller.              Deswegen braucht es Führerscheine für Motorfahrzeuge und für       deren Erwerb eine Reihe von Fahrstunden: Um auch diejenigen       zumindest mit den Basisfertigkeiten auszustatten, die nicht schon       als Zwölfjährige auf dem Traktor oder als 15jährige in Papas Auto       vor der Garage oder auf einem einsamen Feldweg die ersten       Fahrübungen gemacht haben.              Beim Radverkehr haben wir inzwischen leider die Situation, dass       immer mehr Menschen auf dem Rad in etwa auf dem Stand sind und       bleiben, auf dem ich damals in der zweiten Fahrstunde war. Ich       wäre da durchaus in der Lage gewesen, mit dem Auto auf einsamen       Feldwegen herumzukurven oder auf der Autobahn von Bonn nach Köln       zu fahren*), aber kaum, ohne Anleitung und Fahrlehrer mit Hand am       Lenkrad und Fuß auf der Bremse auch nur die Stadt zu durchqueren,       ohne entweder einen Unfall zu bauen oder den Verkehr zeitweilig       zum Erliegen zu bringen.              Etwas als "utopisch" wegzuwischen, das vielerorts       erfreulicherweise noch alltägliche Praxis ist (ok, vielleicht       nicht in Berlin), und das auch in radverkehrsfeindlicher       (radwegverseuchter) Umgebung trotzdem stattfindet, wenn auch       weniger häufig, das scheint mir etwas verfrüht.              Aufklärung und die Vermittlung von Radfahrkompetenz auch       angesichts widriger Umstände ist m.E. der einzige Weg, der       Radfahren als gleichberechtigte und leistungsfähige       Verkehrsteilnahme retten kann. Weitere Ausführungen über das Wie       von meiner Seite würden an dieser Stelle zu weit führen, deshalb       abschließend nur noch die Frage, wie Du dieses Problem angehen       würdest, wenn nicht so?                            *) Tatsächlich bin ich in einer der ersten Fahrstunden über die       Autobahn nach Köln und wieder zurück gefahren, problemlos.              --       Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen              --- SoupGate-Win32 v1.05        * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)    |
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