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|    Udo Steinbach to All    |
|    Re: "dieser Radweg wird kein leichter se    |
|    17 Dec 25 11:31:25    |
      From: trashcan@udoline.de              Am 2025-12-12 um 13:09 schrieb Wolfgang Strobl:       >> Die angeblichen Schonräume werden nicht als ungefährlich empfunden.       > Das deckt sich nicht mit beobachtbarem Verhalten von Leuten, die       > Geh- oder Radwege benutzen statt der Fahrbahn.              Als ich diese Verkehrsbeobachtungen damals sah, kam ich noch gar nicht auf       Idee, sie auf meiner Webseite oder sonstwie zu verarbeiten. Was bei mir       überdauerte, ist       1: Veränderungen führen zu Vorsicht (getestet auch mit Kartons oder        Kisten),       2: Vorsicht an Einmündungen (Bewertung der Interaktion),       3: per Videoaufzeichnung.       Natürlich ist auch für mich das Verhalten in der Wildbahn ein Grund zur       Sonderwegvermeidung, selbst auf die Nutzung von „Radwegen“ als       Beschleunigungsstreifen verzichte ich längst. Auch ich vermute       Risikokompensation, auf Elfenturmwunschradwegen wäre es noch schlimmer.              > weil der Gebrauch von Sonder- und sonstigen Umwegen ein vielfach       > wiederholter und (meist) jedesmal freiwilliger Akt mit Wahlfreiheit ist              So wie der des Telefonanbieters. In einem Forum zählte jemand auf, was an       EWE Tel alles Mist ist, um dann zu sagen, das die ja doch ganz brauchbar       oder gut seien. Klar, Einzelfall. Doch wird es verteidigte Fehlkäufe nicht       nur bei einmaligen Sachkäufen geben.              > als die Annahme, dass die meisten Leute einfach nur zu dumm seien, ein       > wiederholten ungünstiges Verhalten aufzugeben              Nicht zu dumm, sondern unwillig, weil sie Denktätigkeit vermeiden, solange       es halbwegs rund läuft. Selbst Eltern denken nicht, wenn sie ihren Kindern       Fahrrad fahren über das technische hinaus beibringen. Da fällt die       Diskrepanz besonders auf, weil sowohl ihnen ihre Kinder ja nun besonders am       Herz liegen sollten, so die Annahme, als auch das bei Anwesenheit von       Kindern alle anderen Verkehrsteilnehmer besonders zurückhaltend sind. So       ziehen längst Generationen von nicht-Verkehrsteilnehmern weitere nicht-       Verkehrsteilnehmer groß, obwohl Fahrrad fahren bzw. dabei sinnvolles       Verhalten geplant werden kann und in Anbetracht der Lehre (Denk denn       nichtmal ich an die Kinder) auch bewußt gemacht und somit überdacht werden       sollte.              > interessante und untersuchenswerte Fragestellung, welches die       > objektivierbaren sachlichen Zwänge sind, die einen großen Teil der       > radfahrenden Bevölkerung an die Radwege bindet.              In der Tat, das würde auch mich interessieren.       Wenn ich, bis vor einem Jahr, mit dem Zug zur Arbeit fuhr, kam ich über die       hiesige Auguststraße. Auch von dieser wurde die Beblauung vor über 13       Jahren öffentlichkeitswirksam entfernt. Dennoch wechseln die Leute nur sehr       zögerlich auf die Fahrbahn. Obwohl die Autofahrer bestens verträglich sind,       die Wegelchen gerade mal Gehwege sind mit „insbesondere bei Nässe“       rutschige Steine, für die Anzahl der Radfahrer völlig unzureichend, trotz       der öffentlichen Debatte zur Entblauungsaktion.       Bis vor einem Jahr jedenfalls benutzte noch immer ein nennenswerter Anteil       die nunmehr formalen Gehwege. Vielleicht liegt das aber auch an dem       Umstand, das die nunmehrigen langsamen Fahrbahnnutzer die Autos ausbremsen,       wodurch wiederum die Fahrbahnradler ausgebremst werden. Dennoch bleibt, das       der Wechsel des wohl größeren Teils auf die Fahrbahn 10 Jahre dauerte.              In Zwischenahn hatte ich vor 23 Jahren den Langenhof in einer Richtung       entblaut (gezählt 29% Linksfahrer), 239er „Radfahrer frei“. Kein einziger       benutzt dort die Fahrbahn, stattdessen rücken sie mir richtiggehend auf die       Pelle, wenn ich dort gehe, bzw. ging. Der Altersdurchschnitt ist dort       deutlich höher. Ein Extremfall machts deutlich: Oma mit rollenloser       Gehhilfe (Vorsetzen, ein Schritt, Vorsetzen). Ebenso alte Oma auf Fahrrad,       Dauerbimmeln, Absteigen, Schimpfen wie ein Rohrspatz. Ich mußte mir       tatsächlich Gedanken machen, wie ich vermeide, in der Zeitung als       Radfahrerschubser vermeldet zu werden, weil mir wieder einer auf       Kollisionskurs entgegen kam.       Dieses Verhalten ist von stoßstangenbewehrten Erziehungsmaßnahmen zu       unterscheiden. Mit Dummheit und Altersstarrsinn ist das ebenfalls nicht zu       erklären, sondern meines Erachtens neben dem vermeintlichen Recht auf dem       Radweg vor allem damit, das aufgrund der geringen Breite jeder dort maximal       Rücksicht nimmt, oft in der Form, das Fußgänger zur Seite tretend stehen       bleiben, und somit der Gewohnheit, das man auf Tuchfühlung reaktionslos       einfach weiter gurken kann. Eine Madame auf Kollisionskurs hatte ich       gewaltsam angehalten und gefragt, was sie (und andere) dazu bewegt, da kam       nichts, was man Antwort nennen könnte.              Womit ich wieder bei der bewußt und unbewußt vermiedenen Denktätigkeit bin.       Ohne eine solche kann der Weg sowohl gefährlich als auch Schonraum sein.       Vielleicht eben genau das, von Denktätigkeit verschont.              Hier wurden nun Abschnitte von Hauptstraßen mit Tempo 30 versehen. Ob       Entblaut wurde, weiß ich noch nicht. Der Entwicklung werde ich gewahr       werden. Prognose: Mit oder ohne Blau = Weiterhin keine Fahrbahnnutzung.       Alexanderstraße zeichnet sich durch eine vorsätzlich produzierte       Buckelpiste aus, als man den unteren Abschnitt komplett sanierte und den       Nachkriegszustand wiederherstellte. Das Ding wäre heute noch ein       Musterbeispiel für Rainer Pivits Erschütternde Radwege und ist für OL       einmalig. Auch dort wird niemand die Fahrbahn benutzen. Wäre die NWZ eine       Zeitung, würde sie in einem halben Jahr mal den Leuten ein Mikro unter die       Nase halten.       https://www.nwzonline.de/oldenburg/tempo-30-in-oldenburg-neue-re       elung-auf-abschnitten-von-hauptstrassen-gilt-ab-15-dezember_a_4,       ,3045539472.html       --       Die Moral von der Geschicht': Spiel' nach den Regeln des Gegners nicht.       http://radwege.udoline.de/       GPG: A245 F153 0636 6E34 E2F3 E1EB 817A B14D 3E7E 482E              --- SoupGate-Win32 v1.05        * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)    |
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