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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 5,556 of 6,175   
   Wolfgang Strobl to All   
   Re: 2025-10-07: Mont Ventoux - Details   
   17 Dec 25 10:33:18   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Wed, 17 Dec 2025 08:36:38 +0100 schrieb Olaf Skibbe   
   :   
      
   >   
   >On 2025-12-17 00:53, Bernhard Kraft wrote:   
   >> Am 16.12.2025 um 15:12 schrieb Olaf Skibbe:   
   >>   
   >>>   
   >>> Ein Vorteil, wenn man selbst schwer ist, ist, dass dann das Gewicht   
   >>> von Rad und Gepäck relativ weniger ausmachen. ;-)   
   >>>   
   >>   
   >> Wird immer wieder behauptet, stimmt aber nicht.   
   >   
   >Hm? Abgesehen davon, dass natürlich die relative Änderung kleiner ist,   
   >wenn die Ausgangsmasse größer ist: War die Ironie nicht deutlich genug   
   >gekennzeichnet?   
      
   Wie auch immer, wenn man die Zusammenhänge ironiefrei verstehen   
   und darstellen will, wird man nicht umhinkommen, die diskutierte   
   Abhängigkeit konkret und vollständig zu benennen.   
      
   Was sind die unabhängigen Variablen, was ist die die davon   
   abgeleiteten abhängigen Variablen? Erst dann kann man über   
   Korrelationen reden und dann auch über Kausalitäten und   
   Mechanismen.   
      
   Parallel kann man sich auch Gedanken darüber machen, wie relevant   
   ein evtl. bestehender Zusammenhang ist.   
      
   >   
   >> Man bringt unabhängig vom Eigengewicht eine bestimmte   
   >> Leistung auf. Wer dicker und schwerer ist, hat deshalb   
   >> keine höhere Leistung.   
      
   "Dick" ist eine subjektives und und mit allen möglichen   
   Konnotationen einhergehendes Attribut, welches in diesem   
   Zusammenheit mehr Verwirrung als Nutzen stiftet.   
      
   Körperfett und zu viel Bindegewebe statt Muskulatur sind nur   
   totes Gewicht, welches nicht Leistung liefert, sondern Leistung   
   benötig, um es in Bewegung zu bringen und zu halten.   
      
   Muskeln, die man durch ihren intensiven Gebrauch aufbaut, liefern   
   zwar Leistung, aber auch zusätzliches Gewicht.   
      
   >   
   >Das kommt offenbar auf die Art der Masse an, s. Sprinter.   
      
   Es kommt darauf an, ob die Masse lediglich Ballast ist, oder ob   
   sie dazu beiträgt, dass Leistung produziert wird und die in der   
   benötigten Form und Menge.   Körperfett und Wassereinlagerungen   
   im Gewebe müssen auch bewegt werden, kosten also Leistung.   
      
   Sprinter brauchen viel Muskulatur und insbesondere solche, die   
   kurzzeitig viel Leistung liefern kann. Sog. Bergziegen hingegen   
   brauchen ausdauernde Muskulatur und davon nur gerade so viel, wie   
   bei kontinuierlicher Belastung nötig ist.   
      
      
   >   
   >Aber um nicht mißverstanden zu werden: Es liegt mir fern, ernsthaft   
   >hohes Gewicht als Vorteil beim Radfahren zu behaupten.   
      
   Wer als gesunder Mensch mit normalem oder eher geringem   
   Körperfettanteil lange Zeit intensives Kraft- und   
   Ausdauertraining betreibt, wird an Gewicht zulegen. Nicht primär   
   deswegen, weil Knochen und Muskeln ein etwas höheres spezifisches   
   Gewicht als Körperfett haben, sondern weil Muskulatur hinzukommt.   
      
   Deren intensiver Gebrauch führt aber auch dazu, dass die   
   Knochendichte zunimmt oder im Alter zumindest nicht abnimmt. Auch   
   dass trägt ein wenig zu einer Gewichtszunahme bei, in Relation   
   demjenigen, der bloß seine Kalorienaufnahme beschränkt.   
      
   Jedenfalls ist jemand, der größer und durch Muskelmasse schwerer   
   ist und auf einem konventionellen Fahrrad mit seinen i.W.   
   konstanten Dimensionen fährt, gegenüber einem leichteren Fahrer   
   m.E. im Vorteil.   
      
   Durch weniger Muskulatur leichtere Fahrer haben m.E. nur insofern   
   einen Vorteil, als sie unter sehr spezifischen Bedingungen (i.W.   
   Bergfahren) weniger Energie benötigen.   
      
      
   >   
   >> Deswegen schadet ein extra Kilo   
   >> Mehrgewicht am oder auf dem Fahrrad dem Fahrer mit   
   >> dem höheren Eigengewicht mehr als dem leichterem Fahrer.   
   >> Das sage ich aus eigener Erfahrung, weil ich als junger   
   >> Fahrer durchaus noch eine Person auf dem Gepäckträger   
   >> einen flachen Berg hoch mitnehmen konnte. Heute mit   
   >> 20 Kilo mehr, wäre das undenkbar.   
   >   
   >Naja. Beim Älterwerden ändert sich ja leider mehr als das Gewicht (und   
   >auch das nicht notwendigerweise nach oben).   
      
   Je nun.  Ein Vorteil der Rente ist, dass man mehr Zeit hat, dem   
   mit dem Alter verbundenen Abbau entgegenzuwirken. Man muß es halt   
   tun und da geht es auch darum, überhaupt erst mal einen Anfang zu   
   machen.   
      
   Was da die Anstöße sein können, ist individuell sehr verschieden   
   und nicht alles eignet sich als Rezept.  Mein letzter Unfall etwa   
   hat zwar zu einem Muskelabbau und zu einer Schwächung geführt,   
   die ich wohl nicht mehr aufholen kann. Jedoch lieferte das   
   dadurch erzwungene systematische Training (zu einem großen Teil,   
   aber nicht ausschließlich Krafttraining, sondern auch Gymnastik,   
   Dehnungsübungen, yogaähnliche Balanceübungen ...) den Anstoß, das   
   nun dauerhaft zu praktizieren, auch als Ergänzung zum Radfahren.   
      
   Nach jetzt rund einem Jahr davon habe ich am Oberkörper, der bei   
   Leuten wie mir, deren einziger "Sport" das Radfahren ist, i.d.R.   
   ziemlich unterentwickelt ist, inzwischen mehr Muskulatur als je   
   zuvor.  Nicht alle Einschränkungen und Behinderungen verschwinden   
   und einige, die man längst vergessen glaubte, melden sich durch   
   das Training plötzlich wieder. :-(. Aber trotzdem, das Resultat   
   fühlt sich richtig gut an. :-)   
      
      
   --   
   Thank you for observing all safety precautions   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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