From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Fri, 2 Jan 2026 20:57:24 +0000 (UTC) schrieb Ulli Horlacher   
   :   
      
   >Wolfgang Strobl wrote:   
   >   
   >> Bis zu einem Punkt, ja. Der Punkt ist mir (bei uns) inzwischen   
   >> aber längst überschritten. Hier in d.r.f sind noch Leute   
   >> vertreten, die mit Handicaps wie meinen überhaupt nicht mehr   
   >> Fahrrad fahren würden. Arbeite Dich doch an denen ab, die haben   
   >> das nötiger bzw. könnten davon vielleicht profitieren.   
   >   
   >Ich bin staatlich lizenzierter Schwerbehinderter.   
      
   Und vermutlich zwanzig Jahre älter und auf einem Auge blind. :-}   
   Aber was hat das mit meinem Vorschlag zu tun?   
      
      
   >Das haelt mich genausowenig vom Radfahren ab wie das bisschen Wetter.   
      
   Schön für Dich. Hast Du Befürchtungen, man könne Dir das   
   ausreden? Wie kommt's? Es ist Dein Programm, so wie unseres unser   
   Programm ist.   
      
   >   
   >Ich war auch der Einzige in der Rehaklinik mit Fahrrad. Im Februar.   
      
   Schön für Dich. Als ich 2011 das erste Mal in der Reha war, war   
   ich froh, mit einem Rippenserienbruch nebst einem gebrochenen,   
   zertrümmerten und zunächst fehlbehandelten Schlüsselbein (der   
   Titannagel steckte nach der ersten OP nicht im Röhrenknochen,   
   sondern daneben) auf dem Ergometer freihändig fahren zu können.   
      
   Als ich nach dem Sehenabriss in 2024 das zweite Mal eine Reha   
   verschrieben bekam, wäre ich die gut 12 Kilometer zum Rehazentrum   
   zwar auch sehr gerne mit dem Rad gefahren, statt mit acht anderen   
   Personen in einen kleinen Transporter gequetscht zwei bis drei   
   Stunden auf der Autobahn und auf Nebenstraßen zu verbringen. Wäre   
   halt nur etwas schwierig geworden, mit einem immer noch   
   geschienten und ohnehin nicht benutzbaren Bein. Ich bin aber   
   sicher, Du hättest es in dem Zustand auch bei Schneetreiben, über   
   die doppelte Distanz und mit nur einem verwendbaren Bein mühelos   
   über den Rhein und den Hügel hoch geschafft.   
      
   Aber genug des Sarkasmus. Ich bin glücklich, trotz der   
   Beschädigungen umfänglich und weiträumig Fahrrad fahren zu   
   können, so meine Fitness zu erhalten und das zu den Zeiten und in   
   Gegenden, die mir zusagen. Und last but not least bei Wetter,   
   das mir zusagt.   
      
   Das impliziert nicht, dass andere das auch so machen sollen. Im   
   Gegenteil, wer robust genug ist, bei jedem Wetter zu fahren, tut   
   gut daran, dies so lange zu tun, wie Gesundheit und Fitness es   
   hergeben. Es ist aber eine Illusion, dass diese Robustheit   
   beliebig lange gegeben ist und das bei jeder Art von Beschädigung   
   oder altersbedingtem Abbau.   
      
   Zu wenig Muskulatur als Folge mangelnden Gebrauchs wird viel zu   
   häufig als Ausrede gebraucht. Diese Einschätzung jedoch   
   blindlings auf jede Art von Handicap und unterschiedslos jede   
   alters- oder unfallbedingte Einschränkung oder Präferenz zu   
   übertragen, das stellt m.E. ein grobes Mißverständnis dar. Hier   
   ist Anpassung an die spezifische Situation gefragt, nicht   
   eisernes Ignorieren.   
      
   Unser primäres Ziel und Programm ist, Spaß zu haben, dabei   
   Muskulatur und Cardiofitness nebst damit verbundener Fertigkeiten   
   so lange wie möglich zu erhalten und nicht, mit aller Gewalt ein   
   formales Programm wie "rund um Jahr draussen fahren" einzuhalten.   
   Das kann man machen, so lange der Job als Begleiterscheinung dazu   
   motiviert, es leicht fällt und es keine nennenswerten negativen   
   Begleiterscheinungen hat. Dann ist es sogar vorzuziehen.   
      
   --   
   Thank you for observing all safety precautions   
      
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   
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