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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Alexander Ausserstorfer to All   
   Kurzer Fahrbericht Weihnachtstour 23. De   
   03 Jan 26 14:41:12   
   
   From: bavariasound@chiemgau-net.de   
      
   Kurzer Fahrbericht Weihnachtstour 23. Dezember 2025 bis 01. Jänner 2026   
      
   Die letzten Winter hatte es mich gefroren. Wenn auch nicht direkt beim   
   Radfahren. Im Vorfeld hatte ich mich deshalb um eine gefütterte Jacke   
   umgesehen. Es war schwierig, eine brauchbare zu einem vernünftigen Preis   
   zu bekommen. Ich hatte mehrere Monate lang gesucht. Letzten Endes hatte   
   ich dann deshalb telephonieren müssen.   
      
   Dienstag, den 23. Dezember 2025:   
      
   Ich war erstmals über Kleinhelfendorf, Unterlaus und Großhöhenrain nach   
   Siegsdorf geradelt, denn ich hatte wieder einmal etwas Neues ausprobieren   
   wollen. Man sollte meinen, daß das ein Umweg wäre. Aber letzten Endes   
   waren es dann doch nur drei Kilometer mehr gewesen als auf dem bisherigen   
   kürzesten Weg.   
      
   Die Regenjacke hatte ich diesmal nur im Gepäck mit. Dafür trug ich die   
   neue, zum Teil gefütterte Jacke.   
      
   Auf der Seite und unter den Armen fehlt diese Fütterung. Dafür "atmet" sie   
   noch besser. Anscheinend nennt man so etwas "hybrid".   
      
   Im übrigen war diese Jacke sehr gewöhnungsbedürftig. Mir war sie zum Teil   
   einfach zu warm. Das führte dann dazu, daß ich auf der Fahrt viel mehr   
   trinken mußte als sonst zu dieser Jahreszeit üblich.   
      
   Die neue Jacke überdies hatte ein Gewicht von nur etwa 500 g. Und trotzdem   
   hielt sie so warm.   
      
   Start war gegen acht Uhr, als es hell geworden war. Der Himmel war stark   
   bewölkt, vielleicht war es auch Hochnebel, und es ging ein kalter,   
   frischer Ostwind. Ganztags Temperaturen um den Gefrierpunkt. Kurz hinter   
   Trautshofen mußte ich mir deshalb dann doch wieder die Regenhose darüber   
   ziehen. Die Jogginghose alleine reichte nicht. Seit letztem Winter hatte   
   ich mich bezüglich einer warmen Hose umgesehen, aber leider noch immer   
   keine gefunden. Vielleicht würde es diesmal in Traunstein klappen.   
      
   Hinter Weihenlinden hatte ich einen Fehler gemacht. Ich hätte dort dem   
   Schild "zum Mangfallradweg" folgen sollen. Dann wäre ich bald in Bad   
   Aibling gewesen und dort beim Bahnhof herausgekommen. Statt dessen folgte   
   ich dem Schild "Bad Aibling" und folgte dann der Via Julia umständlich   
   anfangs über die Hügel und später einer langen Straße mit viel Verkehr   
   durch ein Industriegebiet. Freilich kam ich letzten Endes auch beim   
   Bahnhof heraus, wo ich dann auf den Mangfallradweg wechseln konnte. Aber   
   das hätte so nicht sein müssen. Ich hätte es anders haben können.   
      
   Wer immer diese Radwege plant, scheint sich nicht auszukennen. Es geht   
   besser. Wer als Radfahrer die Gegend kennt, fährt fast immer anders.   
      
   In Thansau, kurz vor der Büchergondel, kamen mir zwei junge Frauen mit   
   Kinderwägen entgegen. Ich wollte ihnen ausweichen und steuerte zur Seite.   
   Da schob die eine Frau mit den kurzen schwarzen Haaren ihren Kinderwagen   
   plötzlich nach links, die andere nach rechts, so daß ich zwischen ihnen   
   auf dem Weg hindurchfahren konnte. Das Gesicht der Frau mit den schwarzen   
   Haaren strahlte. Eine tolle Frau.   
      
   Aschau im Chiemgau ließ ich diesmal aus. Ich bog kurz vorher nach   
   Engerndorf ab und fuhr von dort Richtung Norden. Diese Strecke kannte ich   
   noch nicht.   
      
   Vom letzten Haus in Engerndorf aus konnte ich bereits die kleine Kapelle   
   sehen, welche sich unterhalb der Brücke über die Prien befindet. Im   
   Sonnenlicht leuchtete sie mir strahlend gelb entgegen.   
      
   Der breite Fahrweg dorthin war nicht asphaltiert.   
      
   Ich war mir im Vorfeld nicht sicher über diese Route gewesen. Aus den   
   Karten war ich nicht schlau geworden. In der Karte vom Bayerischen   
   Vermessungsamt war die Brücke gar nicht enthalten. Und diese Karte stimmte   
   eigentlich immer.   
      
   Auf der gegenüberliegenden Seite der Prien fuhr ich erst einmal ein kurzes   
   Stück flußaufwärts. Wo der kleine Wald anfing, wechselte ich hinunter auf   
   die asphaltierte Straße. Ich fuhr weiter übers Bahngleis. Und von dort   
   wieder Richtung Norden zum Ortsteil Haindorf.   
      
   Ich suchte nach einer Straße oder einem Weg Richtung Osten, hinüber zur   
   Aschauer Straße, welche von Aschau nach Bernau führte.   
      
   In Haindorf blieb ich bei einem der letzten Häuser auf der linken Seite   
   stehen. Hier war der Selbstbedienungsladen der Chiemgauer   
   Seifenmanufaktur. Tolle Naturseifen! Leider kostete ein Stück heftige acht   
   Euro (16 DM).   
      
   Ich hatte mein Stück auf dem Altweibermarkt in Bad Aibling gekauft und   
   würde es morgen Abend meinem Bruder schenken.   
      
   Die Straße hinauf nach Höhenberg stiel steil an. Höhenberg hatte eine   
   eigene Kirche - und dort gab es sogar ein Museum! Von Höhenberg aus hatte   
   man einen guten Blick auf die Feste Hohenaschau.   
      
   Dann landete ich erst einmal in einer Sackgasse. Ich mußte ein Stück   
   zurück. Anschließend folgte ich einem Weg durch eine Wiese hinüber zu   
   einem Wald. Dort stürzte das Gelände steil ab. Ich machte kurz Brotzeit,   
   bevor ich mich auf den Abstieg zum Bärnsee (auch Bärensee) machte. Der Weg   
   war ausgeschildert.   
      
   Unten in der Ebene angekommen durfte ich bald mein Fahrrad über einen   
   nicht allzu breiten Holzsteg schieben. Mir kamen zwei Leute entgegen.   
      
   Ich lief nördlich am Bärnsee vorbei. Diesen sah ich jedoch erst, als ich   
   mich auf der anderen Seite der Ebene schon an den Aufstieg zur Ortschaft   
   Spöck machte. Spöck erreichte ich erst gegen zwei Uhr. Von dort führte   
   dann eine steile Straße hinunter zur Aschauer Straße. Leider hatte mein   
   Fahrtenschreiber an dieser Stelle einen Aussetzer gehabt und die genaue   
   Route nicht aufgezeichnet gehabt.   
      
   Von der Zeit und den Kilometern her dürfte sich dieser Weg nicht gelohnt   
   haben. Aber ich hatte viel Neues gesehen und kennengelernt. Schöner als   
   der Weg durch Aschau hindurch mit dem vielen Verkehr er allemal!   
      
   Über Bernau, Grassau und Bergen radelte ich dann nach Siegsdorf. Die kurze   
   Abkürzung bei Staudach hatte ich wieder nicht gefunden. Nach der Brücke   
   über die Tiroler Achen muß man die dritte Straße auf der linken Seite   
   gleich dahinter nehmen. Ich hatte es wieder übersehen gehabt. Vielleicht   
   steht dort kein Schild. Oder es fällt nicht auf.   
      
   In Siegsdorf kam ich gegen vier Uhr an, gerade noch rechtzeitig, bevor es   
   dunkel wurde. Vom Grab meines Stiefvaters aus schritt ich direkt hinüber   
   zum neuen Grab eines ehemaligen Klassenkameradens. Als ob er auf mich   
   gewartet hätte. Ich hatte gar nicht suchen müssen.   
      
   Dieser Klassenkamerad war einen Monat jünger als ich und war diesen Sommer   
   vom Staubfall in der Laubau bei Ruhpolding gesprungen. Selbstmord.   
   Komisch, daß man in den Medien nichts darüber erfuhr. Er hatte eine Frau   
   und zwei Kinder hinterlassen.   
      
   Das letzte Mal hatte ich ihn bei unserem Klassentreffen vor gut zehn   
   Jahren angetroffen. Ich war als drittletzter gegangen und hatte mich   
   damals noch von ihm verabschiedet gehabt. Heute ist mir bewußt, daß es ein   
   Abschied für immer gewesen ist.   
      
   Mittwoch, den 24. Dezember 2025   
      
   Geschäftsaufgabe. Das Geschäft Sport & Treff gegenüber dem Rathaus sperrte   
      
   [continued in next message]   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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