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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 5,725 of 6,175   
   Wolfgang Strobl to All   
   Re: 2026 - das Programm   
   05 Jan 26 11:59:43   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Sun, 4 Jan 2026 15:44:57 +0100 schrieb Tomas Graser   
   :   
      
   >Am 02.01.26 um 14:00 schrieb Wolfgang Strobl:   
   >> Erzählt doch mal davon!   
   >>   
   >> Für mich reduziert sich Radfahren in dieser Jahreszeit*)   
   >> weitgehend auf den Gebrauch des vor vier Jahren erworbenen Tacx   
   >> Neo 2T. Die letzten vier Fahrten waren alle zwei Tage jeweils   
   >> eine Stunde strampeln auf dem Tacx.   
   >   
   >Meinen (deutlich älteren, rein mechanischen) Tacx hab ich letztes Jahr   
   >verschenkt. Nach der Reha-Phase (Kreuzbandabriss) hat er lange Jahre   
   >ungenutzt auf dem Dachboden verbracht.   
   >Zu ätzend war die Nutzung in einem geschlossenen Raum: Lärm für die   
   >Wohnungsinhaber unterhalb, Platzverbrauch, stehende Luft - geradezu eine   
   >Karikatur von 'Fahrerlebnis' während des Gebrauchs.   
      
   Hier hilft moderne Technik enorm.  Der Tacx NEO 2T ist das   
   einzige Modell, welches ich neben einem viel älteren mechanischem   
   Exemplar von längerem Gebrauch kenne, es ist sicherlich nicht der   
   einzige Trainer mit ähnlichen Leistungsmerkmalen.  Zu diesen   
   gehört auch, dass der Ersatz der rotierenden Schwungmasse durch   
   eine elektrisch gebremste oder angetriebene Scheibe Gewicht spart   
   und diese nicht lärmt. Im Prinzip ist das Gerät ein großer,   
   langsam laufender "direct drive"-E-Motor/Generator.   
      
   Insofern entfällt auch die die Lärmerzeugung durch den auf einer   
   nicht ganz unwuchtfreien Reibrolle laufenden Reifen und ein sonst   
   erforderliches zusätzliches Getriebe.   
      
   Fazit: wo beim alten Tacx der Nachbar bisweilen fragte, woher   
   denn dieser ungewöhnliche Lärm käme, entsteht hier kaum Lärm, das   
   Geräusch reduziert sich i.W. auf Ritzel und Kurbelantrieb.   
      
   >   
   >Der Aufenthalt im Freien und das Erlebnis des Radfahrens sind für mich   
   >die zentral wichtigen Elemente - erlebnisorientiert könnte man sagen.   
   >Beim Fortkommen aus eigener Kraft gibt's dann gelegentlich auch die   
   >körpereigenen Drogen als Dreingabe.   
      
   Danke für den Bericht, den man auch als Programm für dieses Jahr   
   verstehen kann. Nimm das Folgende bitte nicht als Kritik, sondern   
   als Ergänzung aus Sicht von jemand, der diese Möglichkeiten nicht   
   mehr hat, zumindest nicht in dieser Weise bzw. diesem Umfang.   
      
   Für mich zählte und zählt die Möglichkeit, mir überhaupt meine   
   Fähigkeit zu solchem Genuss wieder aufzubauen und sie zu   
   erhalten.   
      
   So gut das nach dem kompletten Abriss der Quadrizeps-Sehne   
   oberhalb der Kniescheibe (also am für das Radfahren wichtigsten   
   Muskels) auch funktioniert hat, so wenig bilde ich mir ein, einen   
   Sturz im Winter so wegstecken zu können, wie das vor vierzig   
   Jahren noch problemlos möglich war.  Die Kombination von Alter   
   und altersbedingtem Muskelabbau, gefolgt von zusätzlichem   
   unfallbedingtem und massivem Muskelabbau, die größere   
   Kälteempfindlichkeit durch weniger Wärme produzierende   
   Muskulatur, all das erhöht die Risiken massiv, wenn man bei Kälte   
   und auf rutschigem Untergrund unterwegs ist.   
      
   Zudem bezweifle ich, dass ein erneutes Flicken einer erneut   
   gerissenen Sehne noch möglich wäre bzw. ähnlich gut verlaufen   
   würde. Und dann wäre ich komplett invalide. Schon die jetzigen,   
   trotz all dem regelmäßigen intensiven Training verbleibenden   
   Einschränkungen sind unerfreulich und nicht so einfach zu   
   überspielen.   
      
   Insofern arbeite ich daran, mein Winter- und   
   Schlechtwettertraining erfreulicher zu gestalten und freue mich   
   darüber, was ich auf diese Weise bereits erreicht habe und -   
   hoffentlich - noch erreichen kann, wenn ich im kommenden Frühjahr   
   wieder meine weiträumigen Touren in die örtliche Landschaft   
   aufnehmen kann.   
      
   >   
   >Das macht mich im Winter zum Gelegenheitsfahrer - das ist das Konzept.   
   >Dabei fahre ich auch bei Schnee und Glatteis: Gleichgewichts- und   
   >Reaktionstraining, Erfühlen der Traktion u.dgl.   
   >Gelegentliche Ausrutscher inbegriffen - IMHO ist auch sowas trainierbar.   
      
   Freilich ist das trainierbar.  Man muss es aber nicht gerade   
   unter pessimalen Bedingungen trainieren und so risikeren, es dann   
   gar nicht mehr trainieren zu können, draussen wie drinnen.   
      
   Übrigens lassen sich Gleichgewicht und Reaktionen auch drinnen   
   trainieren. Zum Teil ist es auch schon ohne zwingende   
   Notwendigkeit ein nützliches Ergänzungstraining zum Radfahren.   
      
   Wer sich als Jugendlicher oder in mittlerem Alter viel bewegt,   
   ohne aber Sport zu treiben, reicht das auch und ist Turnen in   
   miefigen Räumen nicht erforderlich.  Zumindest für mich würde   
   inzwischen aber bloßes Radfahren alleine nicht mehr reichen, um   
   alters- und unfallbedingte Schäden zu kompensieren.   
      
   Zwischenfazit: Nutze Deine Möglichkeiten, so lange Du sie hast,   
   so lange und so intensiv, wie es Dir Spaß macht. Klammere aber   
   nicht aus, dass dieses Rezept seine Grenzen hat und nicht für   
   jeden taugt.  Irgendwann wirst auch Du vor der Alternative   
   stehen, unter ungünstigen Bedingungen entweder in den sauren   
   Apfel zu beißen und drinnen zu trainieren, oder   
   ungünstigstenfalls gar nicht mehr oder jedenfalls nicht mehr   
   richtig Fahrrad fahren zu können. Es hilft, nicht erst dann damit   
   anzufangen, wenn ein Unfall oder einen Krankheit einen plötzlich   
   und unerwartet dazu zwingt, von Freude am ganzjährigen,   
   weiträumigen Fahren aus eigener Kraft überganglos auf   
   Rehamaßnahmen in einem ausgesprochen unerfreulichen Umfeld   
   umschalten zu müssen.   
      
   [...]   
      
   >Die Strecke durchs Biosphärenreservat war einsam und wunderschön,   
   >   https://ibb.co/S4GgfsZ1   
   >eine perfekte Abrundung der vorangegangenen Veranstaltung.   
      
   Traumhaft. Da kann ich nur in meinen Erinnerungen schwelgen und   
   alte Fotos herauskramen.   
      
      
      
   Das Foto entstand auf dem Weg zur Arbeit, am 6.1.2009 auf der   
   Bonner Kennedybrücke, bei -9°C.   
      
   Das hier   
      
      
      
   entstand im November 2002. Andere Kamera (eine Fujifilm DX-10),   
   selber Punkt, andere Rheinseite.   
      
      
   --   
   Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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