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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 5,761 of 6,175   
   Wolfgang Strobl to All   
   Re: Kurzer Fahrbericht Weihnachtstour 23   
   06 Jan 26 16:21:15   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Tue, 06 Jan 2026 13:47:33 +0200 (Custom) schrieb Alexander   
   Ausserstorfer :   
      
   >In article <10jbd0kU2rnrnL2@usenet.in-ulm.de>,   
   >   Ulli Horlacher  wrote:   
   >> Alexander Ausserstorfer  wrote:   
   >   
   >>> Photos kann ich euch keine zeigen. Während ich unterwegs war, konnte ich   
   >>> einzelne Photos bereits nicht mehr auf meinem Mobilfunktelefon, mit   
   >>> welchem ich die Photos gemacht hatte, abrufen. Inzwischen scheint die   
   >>> gesamte Karte nicht mehr lesbar zu sein. Dabei hatte ich diese doch erst   
   >>> 2014 für teures Geld gekauft!   
   >   
   >> Speicherkarten halten prinzipiell nicht lange. Nach wenigen hundert   
   >> Schreibzyklen sind die Speicherzellen kaputt. Ist als   
   >> "Verbrauchsmaterial". SD-Karten mit 16 GB kosten ca 5 Euro oder fuer   
   >> dich: 10 DM. Ist das fuer dich "teures Geld"?   
   >   
   >Wenn man das alles hochrechnet und tausende von Photos verliert, anno   
   >für sich schon. Ich habe Photos daheim, die sind 40 Jahre alt. Und noch   
   >immer problemlos lesbar - ohne Maschinen oder Geräte. Man braucht nur   
   >Sonnenlicht dazu.   
      
      
   Wenn man hochrechnen kann, stellt man fest, dass fünftausend   
   Fotos der Größe des von Dir gezeigten Fotos "Wertstoffhof.jpg"   
   (221 KB) weniger als 1 GB benötigen. Eine SD-Karte mit 32 GB   
   Fassungsvermögen würde entsprechend 32*5000 == 40.0000 Bilder   
   fassen. Amazon vertickt eine "SanDisk High Endurance microSDHC   
   Speicherkarte 32 GB + Adapter" für 13 € pro Stück.   
      
   Wenn Du zwei davon kaufst und Deine Bilder von Deiner Kamera bzw.   
   deren Karte nicht nur auf Deinen Computer, sondern abwechselnd   
   (!) auch auf die eine und dann auf die andere dieser beiden   
   Karten kopierst und diese fern vom Computer, getrennt und gut   
   verpackt aufbewahrst, muss für einen Verlust der Bilder schon   
   ziemlich viel passieren.  Wenn Du Dein 40 Jahre altes Papierbild   
   hingegen demnächst in der Hosentasche vergisst und es dann   
   mitgewaschen hast, ist es für alle Zeiten verloren.   
      
   Nichts hindert Dich, zusätzlich von Erinnerungsstücken   
   Papierkopien anfertigen zu lassen. In einem DM-Markt hier um die   
   Ecke kostet das für ein 10*15-Farbfoto 28 Cent pro Stück.   
   USB-Stick oder SD-Karte in das Gerät stecken, Foto auswählen,   
   evtl. ein wenig beschneiden, drucken lassen, Kassenbon und Foto   
   entnehmen und ab zur Kasse.  Online via Labor und dann im Shop   
   abholen ist noch mal deutlich billiger, bis runter zu 7 Cent pro   
   Bild.   
      
   Wenn ich es damit vergleiche, wie lange es von einem   
   Schwarzweißfoto über das Filmentwickeln bis zum fertigen   
   Papierbild gedauert hat, als ich das alles noch selber gemacht   
   habe und was der entsprechende Farbprozess gekostet hätte (vom   
   Aufwand gar nicht zu sprechen) kann ich nur feststellen: Wir   
   leben diesbezüglich heutzutage in einem Schlaraffenland.   
      
   Wer sich jedoch eisern darauf versteift, heute exakt den Service   
   geboten zu bekommen, den jemand vor vierzig Jahren teuer bezahlt   
   hat, nicht mehr und nicht weniger, wird der damit nicht glücklich   
   werden.  Es gibt Leute, die heute noch das tun, womit ich vor   
   mehr als einem halben Jahrhundert angefangen habe: In absoluter   
   Dunkelheit Tri-X Kleinbildfilm von der Rolle abschneiden, in   
   Patronen verpacken und dann in Filmdöschen verpacken, mit   
   wechselnden Festbrennweiten Landschaftsfotos, Portraits oder   
   irgendwelche Schnappschüsse aufnehmen, die belichteten Filme in   
   eine Jobo-Dose hineinpraktizieren, ebenfalls in absoluter   
   Dunkelheit, aus noch vorhandenen Quellen für Tetenal-Chemikalien   
   oder aus sonstigen obskuren Quellen noch verfügbare   
   Negativ-Entwickler anrühren, korrekt temperieren, in die Dose   
   kippen, dann eine genau gemessene Zeitspanne lang entwickeln,   
   dabei alle dreissig Sekunden (oder was immer das Rezept besagt)   
   die Dose kurz auf den Kopf stellen.  Dann fixieren, wässern,   
   aufhängen und schließlich nach dem trocknen an der richtigen   
   Stelle in Streifen zeschneiden (ich kürz das hier ab).  Eine   
   halben Tag später hat man dann keine Bilder, aber immerhin   
   Negative. Der Positivprozess verläuft ähnlich, vom Prinzip her,   
   in der Praxis aber ganz anders. Hauptsächlicher Unterschied: man   
   muss jedes Bild einzeln heraussuchen, einlegen, Papiersorte   
   auswählen scharfstellen, den Ausschnitt bestimmen, die Belichtung   
   abschätzen, belichten und dann entwickeln (ein bis drei Minuten),   
   fixieren, wässern und dann den ganzen Schwung trocknen.   
      
   Wie gesagt, Enthusiasten machen so etwas heute immer noch und   
   viele der Ergebnisse haben durchaus Charme. Ich für meinen Teil   
   habe aber ausreichend viele solcher selbst angefertigten Bilder   
   in irgendwelchen Kartons vergraben, soweit sie nicht hier an den   
   Wänden hängen, als dass ich noch mehr davon produzieren wollte.   
      
   Manchmal juckt es mich, ein paar von den besonders gelungenen   
   jüngeren Bildern ebenfalls aufzuhängen. Ich ziehe es jedoch vor,   
   auch die weniger gelungenen, die aber Erinnerungswert haben,   
   digital zu präsentieren - Diashow auf einem Tablet, welches eine   
   Auswahl der Bilder vom letzten Urlaub zeigt, Familienfotos,   
   Bilder von früheren Gelegenheiten, darunter auch eingescannte.   
      
   Ein paar Mal habe ich mit Fotos eines Radfahrurlaubs Fotobücher   
   zusammengestellt, meine Frau blättert immer mal wieder gerne drin   
   rum. Wenn man das ordentlich macht, mit Karten und Tracks und   
   einem auf die Bilder abgestimmten Layout, ist das eine Menge   
   Arbeirt. Irgendwie habe ich später einfach nicht mehr die Zeit   
   dafür gefunden.  Damals habe ich ein Programm des Anbieters   
   verwendet, welches offline funktionierte, inzwischen gibt es eine   
   ähnlich leistungsfähige Web-Version und möglicherweise nur noch   
   diese.   Wenn man Wert auf "ich kann's in der Hand halten" legt,   
   ist das vielleicht eine Form, die dem Papierbild vorzuziehen ist,   
   das man in ein Album einklebt oder in einem alten Schuhkarton   
   vergisst.   
      
      
   --   
   Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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