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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 5,823 of 6,175   
   Wolfgang Strobl to All   
   Re: Die Motorisierung des Fahrrades mach   
   13 Jan 26 15:13:45   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Tue, 13 Jan 2026 08:00:45 GMT schrieb   
   anton@mips.complang.tuwien.ac.at (Anton Ertl):   
      
   >Wolfgang Strobl  writes:   
   >>Am Sat, 10 Jan 2026 19:16:07 -0000 (UTC) schrieb Kai-Martin Knaak   
   >>:   
   >>   
   >>>On Thu, 08 Jan 2026 17:41:57 GMT, Anton Ertl wrote:   
   >[Wieder eingefuegt:]   
   >>>> Wolfgang Strobl <9dgvlk5m3k51dcprrrmip5q82arbm5la9n@4ax.com>   
   >>>>>Die Frage ist, ob es für einen konkretes, vermutlich   
   >>>>>als teureres Premiumprodukt geplante Einheit aus Getriebe und   
   >>>>>Motor einen Markt gibt und wenn ja, warum.   
   >   
   >>>> Ich denke, SRAM will damit der ueblichen Kombination aus Motor (Bosch   
   >>>> etc.) und Schaltung (Shimano etc.) eine integrierte Loesung   
   >>>> entgegensetzen.  Wenn das bei der Herstellern ankommt, kann SRAM in   
   >>>> beiden Maerkten Marktanteile abgraben.  Andererseits, wenn bisher   
   >>>> niemand anderes sowas gemacht hat, stellt sich die Frage, warum.   
   >>>   
   >>>Mit Pinion MGU und Valeo Cyclee gibt es schon mindestens zwei   
   >>>Konkurrenten, die ähnliches machen. Wobei Pinion einen Schritt weiter   
   >>>geht, indem sie zusätzlich auf Zahnriemen statt Kette setzen.   
   >>   
   >>Das ist genau die Sorte "Neuland", auf die ich mit meinen   
   >>ursprünglichen Fragen nicht hinaus wollte, einen pissing contest,   
   >>was vermeintlich neue features angeht.   
   >   
   >Ich habe keine Ahnung, warum Du da einen 'pissing contest' siehst, und   
   >was Du mit '"Neuland"' meinst.  Ich habe einfach meine Einschaetzung   
   >zu Deiner Frage geschrieben, und Kai-Martin Knaak hat mein Unwissen um   
   >die Marktlage behoben.   
   >   
   >Worauf wolltest Du denn mit Deiner Frage nach dem Markt hinaus?  Wir   
   >haben jetzt festgestellt, dass drei Hersteller sowas anbieten, die   
   >glauben also an so einen Markt (ich weiss nicht, ob diese Teile schon   
   >lange genug auf dem Markt sind, dass man den Erfolg bewerten kann.   
   >Und zum Thema "warum" habe ich eine Vermutung geschrieben.  Warum bist   
   >Du mit den Antworten nicht zufrieden?   
      
   Ich wiederhole mal die Frage aus meinem Ausgangsposting:   
      
   | Aus offensichtlichen Gründen ist diese Konstrukt für diejenigen   
   | unter uns, die Fahrrad fahren wollen, statt viel Geld für ein   
   | E-Mofa und die entsprechende Illusion auszugeben, nicht von   
   | Interesse. Die Frage ist, ob es für einen konkretes, vermutlich   
   | als teureres Premiumprodukt geplante Einheit aus Getriebe und   
   | Motor einen Markt gibt und wenn ja, warum.  Ich habe da so meine   
   | Vorstellungen, würde mich aber erst mal dafür interessieren, was   
   | Andere hier davon halten.   
      
   Meine Frage, _ob_ es einen Markt gibt, wurde wohl mit einem Ja   
   beantwortet, zumindest anbieterseitig. Jedenfalls gibt es eine   
   Erwartungshaltung seitens der Anbieter.  Bezüglich der Nachfrage   
   sehe ich nur verbalisiertes Schulterzucken.  Die Frage nach dem   
   Warum wurde jedoch bestenfalls gestreift.   
      
   Was ist sind die besonderen Leistungsmerkmale einer Kombination   
   aus Elektromotor und Schaltgetriebe, die nach Herstellern von   
   Nischenprodukten gleich beide großen Hersteller von Schaltungen   
   und anderen Fahrradkomponenten auf diesen Zug aufspringen lassen?   
   Was ist an dieser Kombination überhaupt innovativ?   "Das gibt's   
   auch schon mit Zahnriemen" ist sicherlich interessant, aber keine   
   Antwort.   
      
   Ich will das, was ich in   
    bereits geschrieben   
   habe, hier nicht wiederholen, sondern knüpfe an Deinen Kommenter   
   in <2026Jan8.184157@mips.complang.tuwien.ac.at> an.   
      
   Die erste Frage, die sich beim Versuch einer Antwort stellt: Wozu   
   überhaupt ein so aufwendiges Schaltgetriebe, bei einem auf 25   
   km/h begrenzten E-Bike, wenn acht Mal so schnelle E-Autos und   
   E-Motorräder mit einem einfachen Getriebe oder ganz ohne Getriebe   
   auskommen?   
      
   Eine naheliegende Antwort wäre, dass bei 25km/h-Ebikes aka   
   Pedelec die Illusion des Fahrradfahrens ein wesentliches und   
   unverzichtbares Leistungsmerkmal ist. Es geht hier jedoch nicht   
   nur um diese Illusion, sondern auch darum, die rechtliche Fiktion   
   aufrechtzuerhalten: Es muss möglich sein, ein solches als Fahrrad   
   eingestuftes E-Bike wie ein Fahrrad zu fahren - ob irgend wer   
   dies tatsächlich beim realen Gebrauch tut, spielt keine Rolle,   
   aber es sollte technisch möglich sein.   
      
   Gegen diese Antwort spricht, dass längst Pedelec in Gebrauch   
   sind, die sich komplett auf die Einhaltung der formalen und sehr   
   dehnbaren deutschen Vorschriften beschränken.  Wie z.B.   
   Hersteller und Nutzer eines Kleintransporters, der schon lange   
   hier in Bonn herumgefahren wird:   
      
      
      
   Wer schon mal gesehen hat, wie dergleichen mühelos uas dem Stand   
   beschleunigt wird,  in einer Weise, bei der so mancher   
   Alltagsradfahrene neidisch werden könnte, oder wer die   
   Beschreibung eines anderen rechtlich als "Fahrrad" eingestuften   
   Kleintransporters*) liest, wird vermuten, dass auch noch andere   
   Gründe mit im Spiel sind als Sorge um die Einhaltung gesetzlicher   
   Vorschriften.   
      
   Einen ganz anderen möglichen Grund hat Cory Doctorow kürzlich auf   
   der CES 2026 aufgespießt, ich bin über diesen Artikel darauf   
   gestoßen.   
      
      
   Zusammengefasst beklagt er, dass die softwaremäßige und nicht   
   ohne Mitwirkung des Herstellers wieder aufhebbare Kopplung eines   
   Akkus an einen konkreten Motor als (Sicherheits-)Feature verkauft   
   wird. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein solches Feature dazu   
   genutzt worden wären, ein Produkt künstlich zu altern oder dem   
   Kunden später anderweitig kostenpflichtige Upgrades   
   aufzuzwingen***).   
      
   Nun sollte man nicht den Fehler machen, bei den Anbietern von   
   technischen Gerätschaften nur auf die Zukunft bezogene und   
   finstere Motive zu unterstellen. Sicherlich hilft das, viral   
   verbreitbare Schlagzeilen zu produzieren oder Bücher zu   
   verkaufen.   Jedoch muss man sich heutzutage vornehmlich bei   
   langlebigen Konsumgütern immer häufiger vergegenwärtigen:   
   Hersteller und Verkäufer sind nicht dein Freund. Eigentümer   
   ändern sich****),  Geschäftsziele werden angepasst, Sachzwänge   
   ergeben sich.   
      
   Und flugs erweist sich ein vermeintlich kostenloses Feature, über   
   das sich der Kunde gefreut hat und welches den Hersteller   
   tatsächlich fast nichts gekostetet hat, als Hebel, ihm später   
      
   [continued in next message]   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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