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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 5,862 of 6,175   
   Wolfgang Strobl to All   
   Re: Rekonstruktion eines Sturzes   
   21 Jan 26 13:51:04   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Tue, 20 Jan 2026 19:02:04 +0100 schrieb Helmut Fischer   
   :   
   ...   
      
   >Mitte letzten Novembers hat's mich etwas gravierender abgeworfen, an der   
   >dabei zugezogenen Schulterprellung laboriere ich jetzt noch. Das   
   >schlimmste: ich stelle fest dass momentan Radfahren den Zustand   
   >verschlimmert :-(   
      
   Gute Besserung.  Was die "andauernde Odyssee   
   durch unser Gesundheitssystem als Kassenpatient" angeht, das kann   
   ich durchaus nachvollziehen. Jedoch sehe ich auch, dass sich   
   Privatpatienten neben besseren Leistungen auch allen möglichen   
   Unsinn aufschwätzen lassen, was darauf hindeutet, dass diese   
   Leistungen nicht ausschließlich von den privaten   
   Krankenversicherungen getragen werden, sondern zum Teil auch von   
   von den gesetztlichen Krankenkassen bzw. der Allgemeinheit.   
      
   Ohne Anspruch darauf, zu wissen, wovon ich rede: Such' Dir einen   
   Orthopäden, der Dir eine Physiotherapie verordnet, nicht ohne Dir   
   vorher zumindest grob angelesen zu haben, was da konkret   
   verordnet und abgerechnet werden kann und was für eine   
   Schulterprellung evtl. sinnvoll ist.  Ohne eine heftige Zuzahlung   
   wird eine Behandlung kaum abgehen, aber sie könnte helfen.   
      
   Abzuklären wäre IMHO zunächst, ob das Problem in einer nicht   
   ausgeheilten Verletzung besteht (wenn ja, in welcher konkret) und   
   ob eine Behandlung angezeigt ist und wenn ja, welche.   
      
   Es könte jedoch auch in einer Schonhaltung und daraus   
   entstehenden Verspannungen bestehen. Abhilfe schaffen   
   Krankengymnastik, Dehnungsübungen und vorsichtig gesteigertes   
   Muskeltraining, in der Reihenfolge.  Auch behandelte Verletzungen   
   oder nicht behandelbare Schädigungen profitieren u.U. davon.   
      
   Meine Erfahrung ist, dass ein guter Physiotherapeut (oder eine   
   ..in) bei unklaren Beschwerden eher in der Lage (oder willens)   
   ist als ein behandelnder Arzt, zum konkreten Problem vorzustossen   
   und dann Abhilfe zu schaffen.  Für Laien besteht ein Problem   
   darin,  Fachleute von Quacksalbern zu unterscheiden. Manuelle   
   Therapie erfordert ein solides anatomisches Wissen und kräftige   
   Hände, ein esoterischer Überbau ist eher ein Warnzeichen.   
      
      
   >- unklar ist mir noch, was ich daraus schlussfolgern soll. Es macht mir   
   >einfach Spaß, bei jedem Wetter, überall hin und auch mal schnell zu   
   >fahren. Soll ich darauf verzichten, um mein Gesundheitsrisiko zu   
   >verringern?   
      
   Nein. Kraftbetontes Radfahren fördert die Gesundheit, Radfahren   
   bei jedem Wetter ebenfalls.  Mit einer nicht komplett   
   ausgeheilten Verletzung würde ich jedoch bezüglich des Wetters   
   zurückstecken und bei einer, die das Radfahren erschwert, auch da   
   grundsätzlich Abstriche machen.  Eine pauschale Regel macht   
   keinen Sinn.   
      
      
   >Momentan steht mir der Sinn nicht danach - ich warte   
   >sehnsüchtig darauf, wieder aufs Rad zu können.   
      
   Was Du daraus schlussfolgern _sollst_, kannst nur Du selbst   
   entscheiden.  Ich kann Dir jedoch sagen, was ich daraus   
   schlussfolgern würde bzw. was ich nach einem ähnlichen Sturz*)   
   schon vor vielen Jahrzehnten gefolgert und nach und nach gelernt   
   habe:  Auf Wegen, die nicht auch von schnellen Kfz befahren   
   werden, muss man mit allem rechnen und deswegen ein extremes   
   Sichtfahrgebot beherzigen.   
      
   Wo Du nicht hinschauen konntest, kann ein beliebiges Hindernis   
   lauern.   
      
   Dein Text läßt offen, ob Du auf diesem "asphaltierten Fuss- und   
   Radweg" auf den Deich und an der Schranke vorbeifahren   
   _musstest_, oder ob Du freiwillig dort gefahren bist.   
      
   Freiwillig würde ich dergleichen nicht oder nur mit äußerster   
   Vorsicht befahren, was neben verhaltenem Tempo auch Beleuchtung   
   mit Fernlicht einschließt, welches auch gut getarnte Hindernisse   
   in Kopfhöhe ausreichend beleuchtet.  Generell meide ich solche   
   potentiellen Fallen jedoch aus Prinzip.  Insofern kann ich nur   
   aus zweiter Hand von einem abgerissenen Draht berichten, der   
   einen Radfahrer vom Rad geholt hat. Auch ein Eigenzitat von einem   
   Posting aus '97**).   
      
   Ich hab' diesen Radweg wenige Male spät abends für die Heimfahrt   
   genutzt, wenn frisch gefallener Schnee auf dem Geh- und Radweg   
   noch unberührt war, die Fahrbahn jedoch schon glattgefahren.   
   Ausnahme von der Regel halt und wie auf rohen Eiern fahrend.   
      
   Fazit: Konkrete, identifizierbare und vermeidbare Risiken   
   tatsächlich meiden oder reduzieren.   
      
      
   *) 1994 schrieb ich hier in d.r.f die folgenden Zeilen:   
      
   | Ich bin mal (vor gut zehn Jahren) kurz nach Kneipenschluß spät nachts   
   | über den stockdunklen Münsterplatz in Bonn gefahren und habe dabei ein   
   | etwa 50 cm hohes Mäuerchen, hinter dem es ca. 1 m abwärts ging,   
   | übersehen und bin in voller Fahrt (ca. 30 km/h) mit dem Rennrad   
   | dagegengefahren. Da ich den Lenker nur ganz locker festgehalten   
   | hatte, ist das Rennrad ganz einfach unter mir verschwunden.  :-/   
   |   
   | Außer einer angeknacksten Speiche (und vermutlich Rippe, die   
   | Brust hat mir ca. 1/2 Jahr wehgetan) ist nichts passiert, ich   
   | bin aufgestanden, habe eine Weile mein Rad gesucht (ehrlich:   
   | das lag nämlich ein ganzes Stück entfernt gut versteckt hinter   
   | dem Mäuerchen) und bin dann - ganz langsam - weitergefahren.   
      
   **) 1997 schrieb ich hier   
      
   | Also beispielsweise auf den gut 500 Meter von der Arbeit nach Hause,   
   | ca. 8%iges Gefälle. Da fahre ich 60 bis 70 km/h, bevor ich 30 Sekunden   
   | später nach links in eine Abkürzung abbiege. Erlaubt ist da 70 km/h,   
   | nicht wegen der Radfahrer, sondern weil an der Stelle immer wieder   
   | Autofahrer in der langestreckten Kurve von der Straße in einen Graben   
   | rutschen.   
   |   
   | Ich könnte auch auf dem Radweg fahren: 2,50 breit, kombinierter   
   | Geh/Radweg, daneben eine Böschung, die immer wieder von Pferden   
   | (sowohl von der dort ansässigen Polizeireitstaffel als auch einem   
   | Reiterhof) heruntergetreten wird, wenn der Radweg illegal mit Pferd   
   | benutzt wird, zu jeder Jahresszeit verdreckt mit Blättern,   
   | Kiefernzapfen und der Scheiße der o.a. Pferde, nicht beleuchtet, da   
   | die Straßenlampen, die auf der anderen Straßenseite stehen, die   
   | trennende Hecke einen tiefschwarzen Schlagschatten auf den Radweg   
   | werfen lassen. Irgendwann hat ein abgerissener Draht, der in dieser   
   | Hecke von Pfosten zu Pfosten geführt wird, einen Radfahrer vom Rad   
   | geholt, bei einer anderen Gelegenheit ist einer in ein unbeleuchtetes   
   | Polizeipferd reingefahren. Ein langes Stück des Radweges steht bei   
   | feuchter Witterung praktisch permanent unter Wasser, während die   
   | Fahrbahn daneben schon trocken ist, weil - was kaum jemand bemerkt -   
   | der tiefer liegende Radweg quasi als Abflußrinne der   
   | Straßenentwässerung dient.   
      
      
   --   
   Thank you for observing all safety precautions   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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