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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 5,880 of 6,175   
   Wolfgang Strobl to All   
   Re: =?utf-8?Q?Tubeless_w=C3=A4hrend_lan?   
   23 Jan 26 13:43:04   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Fri, 23 Jan 2026 00:22:43 -0000 (UTC) schrieb Lutz Falke   
   :   
      
   >Wolfgang Strobl schrieb:   
   >> Am Sun, 18 Jan 2026 17:12:35 -0000 (UTC) schrieb Lutz Falke   
   >>:   
   >>   
   >>>Wolfgang Strobl schrieb:   
   >   
   >>>Es ist vielleicht nicht die Antwort, die du hören willst. Aber die   
   >>>Überlegung zeigt schön, warum mir Tubeless nicht ans Rad kommt.   
   >>   
   >> Das sehe ich ganz entspannt. Tubeless*) ist bei Fahrradreifen   
   >> eine Speziallösung mit Vor- und Nachteilen, die gewiss nicht für   
   >> jeden Anwendungsfall taugt.   
   >   
   >Da gehe ich mit. Wenn man sich so die Darstellung in den restlichen   
   >Medien und Werbung anschaut, bekommt man den Eindruck, man braucht   
   >sich ohne Tubeless Reifen und gewachste Kette garnicht mehr blicken   
   >lassen. ;)   
      
   Ich weiß nicht, was Du so liest und wie Du es liest. :-)   
   Zeitschriften und die Medien generell leben von Neuigkeiten und   
   intensiv geworben wird vornehmlich für neue Produkte. Die Arbeit   
   der Interpretation und es auf die eigene Situation, Wünsche und   
   Notwendigkeiten abzubilden, die muss man sich schon fallweise   
   selber machen.   
      
   >   
   >> Darin unterscheidet sie sich kaum von   
   >> Slicks, Knobbies oder Reifen mit Spikes. Von unseren derzeit   
   >> sieben Fahrrädern haben fünf Fahrräder Reifen mit Schläuchen und   
   >> nur die beiden aktuellen Rennräder sind tubeless ausgestattet.   
   >   
   >So gesehen kann man das natürlich auch als Experiment ansehen.   
      
   Ich bin da eher konservativ insofern, als ich i.A. lieber bei dem   
   bleibe, was ich kenne und gut beherrsche und mir dreimal   
   überlege, ob ich mit bei einer Neuerung mitgehe. Ob etwas "im   
   Trend" ist, spielt überhaupt keine Rolle.  Konkrete Erfahrungen   
   anderer Famlienmitglieder, insb. solche, die man sich bei   
   gemeinsamen Fahrten anschauen und tatsächlich benutzte Produkte,   
   die man anffassen kann, die hingegen schon.   
      
   >Und   
   >wenns einem nicht passt, stellt man es einfach wieder um. Aber du   
   >scheinst ja grundsätzlich damit zufrieden zu sein.   
      
   Ich gebe zu, dass das Design der Rennräder mit Gravelbikerahmen   
   aus Titan und einer kabellosen Schaltung als Hybrid aus Rennrad-   
   und MTB-Komponenten auf meinem Mist gewachsen war.  Nenn es   
   Experiment, auch wenn Zusammenstellung und Bau dann doch ziemlich   
   vorhersehbar verliefen.   
      
   Bei den Tubeless-Reifen habe ich mich jedoch einfach an den   
   Erfahrungen unserer Söhne orientiert. Über gewachste Ketten habe   
   ich erst nach langen Diskussionen und längerem Augenschein im   
   letzten Urlaub überhaupt nachzudenken begonnen.  Für unseren   
   Gebrauch der Rennräder tendiere ich weiterhin zu der Haltung,   
   dass sich Wachsen für uns nicht lohnt. Fahrten bei Dreck und   
   Nässe stehen bei uns längst nicht mehr auf dem Programm und im   
   Vergleich zu unseren Kindern fahren wir eher überschaubare   
   Distanzen. Jedoch könnte eine gewachste Kette an dem neu   
   gekauften billigen Alltagsrad nützlich sein - eine Kombination,   
   an die gewiss kaum jemand denkt, der das Wachsen von   
   Fahrradketten propagiert. Ein minimalistischer Kettenschutz ist   
   zwar vorhanden, jedoch ist es trotzdem ein Vorteil, wenn die   
   Kette sauber ist und sauber bleibt.   
      
   >   
   >> Reifen mit Spikes habe ich nie benutzt, auch nicht in den   
   >> Jahrzehnten, in denen ich rund ums Jahr mit dem Rad zur Arbeit   
   >> gefahren bin und das nicht nur im Flachland.   
   >   
   >Da scheiden sich die Geister. Das hängt wirklich sehr von den   
   >Bedingungen ab, wo man fährt.   
      
   Das ist ein Widerspruch. Es hängt von den Bedingungen ab, also   
   bedarf das da keiner unterschiedlichen Ansichten, um zu   
   unterschiedlichen Entscheidungen zu kommen. Die Bedingungen,   
   unter denen Spikes von Vorteil gewesen wären, waren auf meinem   
   Arbeitsweg einfach zu selten, wenn überhaupt vorhanden. Was nützt   
   es, wenn man oben auf dem verschneiten Hügel etwas rasanter   
   fahren könnte, wenn man dann eine längere Strecke mit Spikes auf   
   heftig gesalzenem nassen, aber eisfreien Asphalt fahren muss.   
      
      
   >Realistisch betrachtet herrschen hier   
   >nur an wenigen Tagen im Jahr (wenn überhaupt) Verhältnisse, wo man   
   >Spikes braucht. Da ist dann schon die Frage, ob sich der   
   >Rollwiderstand lohnt.   
      
   Wenn man nur ein einziges Fahrrad zur Verfügung hat, ist   
   Reifenwechsel eine Option. Ich würde selbst dann, wenn von   
   Oktober bis März durchgängig Spikes erforderlich wären, nicht den   
   Sommer über damit fahren wollen.  Meine hier schon gelegentlich   
   beschriebene Lösung waren zwei Laufradsätze, einer für den   
   Sommer, einer für den Winter.   
      
   >   
   >> Beim Fahrrad kommt auf die konkreten Umstände an, welchen   
   >> Fahrradtyp man wählt und wie man ihn ausstattet. Dies ist einer   
   >> der wesentlichen Unterschiede zu motorisierten   
   >> Individualfahrzeugen, vom Pedelec bis hin zum überdimensionierten   
   >> SUV oder Van.  Wer bei trockenem und nicht zu kaltem Wetter   
   >> größere auf Straßen gefahrene Distanzen schnell bewältigen will,   
   >> wird z.B. ein Rennrad bevorzugen, auch wenn er oder sie weder   
   >> Rennen fährt noch überhaupt sportliche Ambitionen hat.   
   >   
   >Ach, man kann auch bei Frost problemlos mit dem Rennrad fahren.   
      
   Weiß ich, hab' ich gemacht, in der Zeit, als ich mit dem alten   
   Peugeut zur Arbeit fuhr, rund ums Jahr, weil dieses Renn- und   
   Reiserad damals mein einziges Fahrrad war. Da habe ich mit   
   23mm-Rennradreifen und aufgrund des Schneematsches   
   durchrutschendem Dynamo und im Gefälle durchs Schneetreiben   
   quälen müssen.   
      
   Das war aber nicht der Punkt. Der war und ist, dass es Vorteile   
   hat, wenn man sein Fahrrad an die Umstände anpasst bzw. den   
   Umständen entsprechend verändert oder auswählt.   
      
   Unter winterlichen Bedingungen ist man mit einem besser   
   ausgestatteten Reiserad (statt einem vom Hersteller umgebauten   
   Rennrad) besser bedient. Konkret in meinem Fall war das   
   35mm-Winterreifen, deren Gummi auch bei Frost noch Grip hat,   
   Lenkerendschalter, um Fäustlinge nutzen zu können, Nabendynamo,   
   weil der nicht durchrutscht, bessere Leuchten.  Dann kann man   
   sich leisten, bei günstigeren Bedingungen bzw. im Sommer mit   
   einem auf die Bedingungen zugeschnittenen Rad zu fahren, etwa   
   einem Rennrad.   
      
   >Solange es trocken ist und am besten bei Sonnenschein, muss man auch   
   >keine zu grosse Angst von Glätte haben.   
      
   Freilich.  Jedoch gibt es auch noch andere Gründe als Glätte, um   
   Fahren bei Kälte zu vermeiden oder um ggfs. dann ein anderes Rad   
   zu verwenden.   
      
   ...   
      
   >   
   >> Freilich kann man   
   >> Fahrräder mit Reifen ausrüsten, welche die Luft sehr lange halten   
   >> und deren Pannensicherheit mit hohem Gewicht und Rollwiderstand   
   >> erkauft wird.   
   >   
   >Sowas will ich auch nicht haben.   
      
   Bei einem Rad, welches nur auf Kurzstrecken im Flachen genutzt   
   wird, spielt es schlicht keine Rolle und es lohnt nicht und es   
   ist bisweilen sogar kontraproduktiv, Geld für Features   
   auszugeben, die es wertiger machen.   
      
      
   >Leicht rollen muss es schon. Das   
      
   [continued in next message]   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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