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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Alexander Ausserstorfer to All   
   Fahrbericht (vom 16. September 2026): Da   
   31 Jan 26 18:27:58   
   
   From: bavariasound@chiemgau-net.de   
      
   Dienstag, der 16. September 2025   
   Das letzte Abendmahl   
      
   Am Morgen war nur noch das Zelt zu packen, als mir gegen sieben Uhr Andrew   
   über den Weg lief. Es entstand ein Gespräch zwischen uns, das etwa eine   
   halbe Stunde dauerte.   
      
   Er erzählte unter anderem von den Mennoniten in Pennsylvania. Diese   
   dürften nicht mit dem Auto fahren. Ein Pedelec fuhren sie aber schon!   
   Außerdem betrieben sie dort die besten Fahrradgeschäfte.   
      
   Andrew wohnte früher in New Jersey. In seiner neuen Heimat Kalifornien   
   käme am Nachmittag immer ein warmer Wind auf. In dieser Zeit wäre der   
   Energiebedarf sehr groß, weil überall die Klimaanlagen eingeschaltet   
   würden. Dafür würden Kraftwerke gebaut! Man könnte das aber vermeiden,   
   indem man die Häuser besser isolieren und tagsüber die Fenster schließen   
   würde. So einfach wäre das.   
      
   Andrew meinte schließlich zu mir, daß ich heute nach Regensburg fahren   
   wollte. Daher wollte er mich nicht weiter aufhalten.   
      
   Regensburg war nicht so weit. Außerdem waren es solche Begegnungen, die so   
   eine Reise erst interessant und wertvoll machten. Ich war für die Menschen   
   unterwegs. Dementsprechend mußte ich aber Zeit für sie einplanen. Man   
   sollte sich am Tag einfach nicht zuviel vornehmen.   
      
   Ich kenne Leute, die sind von Südostoberbayern aus in vier Tagen mit dem   
   Fahrrad bis nach Berlin gefahren. Sowas kann man schon machen. Es lag   
   jedoch nicht in meiner Absicht, ihnen gleichzutun. Es wäre schade. Denn   
   ich würde vieles verpassen. Dafür war ich nicht unterwegs. Wenn es schnell   
   gehen muß, kann man ein anderes Verkehrsmittel nehmen als das Fahrrad.   
      
   So kam ich dann gegen halb acht Uhr los.   
      
   Ich radelte erst einmal bis zur Isarbrücke zurück und setzte dann auf die   
   nordwestliche Seite über. Ich konnte mich noch vage an meine frühere Zeit   
   hier erinnern. Aber nicht an die Baustelle. Eine Fahrspur war gesperrt!   
   Ich bog gleich nach der Brücke wieder rechts ab, in die Straße ein, und   
   folgte jetzt der Isar flußabwärts.   
      
   Am Ende der Dekan-Simbürger-Straße führte bei dem kleinen gekiesten   
   Parkplatz der Radweg geradeaus weiter. Ein erstes Schild: Ergoldsbach. Ich   
   radelte ein kurzes Stück durch die Isarauen. Unterwegs im Wald stand links   
   von mir eine kleine Kapelle. Dann kam eine kurze Betonbrücke mit   
   Metallgeländer. Diese lag seitlich zu mir. Rechts von mir war jetzt ein   
   Kanal. Auf der Brücke angekommen konnte ich die Isar nicht mehr sehen.   
   Geradeaus vor mir lag jetzt ein Damm. Auf der anderen Seite der Brücke   
   angekommen bog ich rechts ab und fuhr unterhalb dieses Dammes Richtung   
   Norden flußabwärts parallel zur Isar weiter, bis ich an einer weiteren   
   kleinen Brücke über den Kanal, der sich jetzt links von mir befand,   
   vorbeikam. Bei der Brücke stand ein Schild. Ich fuhr zuerst noch ein   
   kleines Stück weiter, bevor ich wieder kehrt machte.   
      
   Denn auf dem Schild bei der kleinen Brücke stand nicht Ergoldsbach.   
   Sondern Mirskofen. Und ich wollte nach Ergoldsbach. Und nicht nach   
   Mirskofen. Deshalb hatte ich das Schild nicht gleich beachtet.   
      
   Dann kramte ich jedoch zur Sicherheit die Karte heraus und stellte fest,   
   daß sich Mirskofen direkt auf dem Weg nach Ergoldsbach befinden mußte. Das   
   war mir nämlich plötzlich eingefallen. So gut also funktionierte wieder   
   einmal die Beschilderung hier.   
      
   Bereits kurz später verließ ich die Isarauen. Geradeaus fuhr ich auf eine   
   Rampe zu, welche über die Bundesstraße 15 führte. Leider kam von hinten   
   plötzlich ein Auto heran. Das Auto überholte mich dann, obwohl man ab dem   
   Scheitelpunkt der Rampe weiter vorne die Gegenfahrbahn nicht mehr sehen   
   konnte. Aber es kam uns - Gott sei Dank - niemand entgegen.   
      
   Nach der Rampe kam ich an eine Weggabelung. Rechts von meiner Straße kam   
   eine weitere Straße her. Dazwischen: ein Baum mit einer Sitzbank. Ich   
   hielt an und zog mir die lange Hose über. Für die kurze Hose war es   
   einfach zu frisch. Es war stark bewölkt. Und windig.   
      
   Dann fuhr ich auf der Zettlstraße über ein Bahnglas und kam in das kleine   
   Industriegebiet von Ergolding. Nach einigen großen Gebäuden kam ich an der   
   Lindenstraße heraus. Diese führte über eine Brücke und stieß auf die   
   Ergoldsbacher Straße. Ich bog jedoch noch vor dem Feldbach in einen   
   Fahrradweg ein und folgte jenseits vom Bach der Ergoldsbacher Straße. Kurz   
   später, hinter dem Parkplatz des letzten Gebäudes im Industriegebiet, kam   
   eine Brücke. Ich setzte über diese über und folgte nun direkt der   
   Altheimer Straße.   
      
   Etwas später fuhr ich unter der Autobahn A92 hindurch. Ab dort folgte ich   
   der B15. Kurz später bei Altheim verließ ich die Bundesstraße auch schon   
   wieder und rollte über die Untere Sendlbachstraße Richtung Mirskofen.   
      
   Ab Mirskofen ließ ich das Isartal allmählich hinter mir. Bis ins Donautal   
   lag jetzt eine Hügellandschaft mit ständigen kurzen Anstiegen und   
   Abfahrten vor mir.   
      
   In Ginglkofen verließ ich die zweispurige Hauptstraße. Ab jetzt wurde es   
   sehr ruhig. Artlkofen kam mir bekannt vor. Hier mußte ich früher schon   
   durchgekommen sein.   
      
   Bei der kleinen Ortschaft Buch, das oberhalb einer Bahnlinie kurz vor   
   einem Wald auf oder unterhalb einer Anhöhe liegt, sah ich das letzte Mal   
   die Hügelkette auf der anderen Seite der Isar. Der Bauernhof schien schon   
   sehr alt zu sein. Das Wohngebäude gefiel mir sehr gut. Aber wie hätte ich   
   es photografieren sollen? Das wurde dann doch nichts. ich ließ es bleiben.   
      
   Oberhalb von dem Hof holte ich wieder einmal die Landkarte hervor. Weiter   
   geradeaus oder abbiegen? Wohl besser abbiegen!   
      
   Kurz vor Klaham ging es hinunter und kurz nach dem Dorf auch schon wieder   
   hinauf. Ich querte ein kleines Tal, in welchem der Goldbach fließt.   
      
   Vor der Unterquerung der Bundesstraße 15 hielt ich noch einmal an und   
   entleerte in der Wiese unterhalb von mir die Blase. Hier oben wehte jetzt   
   ein schöner Wind!   
      
   Kurz später, die Uhr ging auf halb zehn zu, war ich in Ergoldsbach und kam   
   an dem Haus vorbei, wo ich vor über zwei Jahren den Sturm abgewartet   
   hatte. Ich hielt an, holte mein Geschenk aus dem Gepäck hervor und lief   
   zur Haustür. Klingelte. Kurz später öffnete mir ein junger Mann. Er war   
   barfuß und im T-Shirt. Mir trat ein warmer Wind entgegen, daß es mich fast   
   umgehauen hätte. Ob das noch gesund war? Seine Mutter war leider nicht   
   zuhause. Ich erinnerte ihn kurz an mich, sagte, wer ich war, übergab ihm   
   das Buch mit dem Tourenbericht von damals, richtete einen schönen Gruß an   
   seine Mutter aus und verabschiedete mich auch schon wieder.   
      
   Ergoldsbach war sehr groß. Die Durchquerung zog sich. An die Ziegelfabrik   
   konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Als ich die Bahnunterführung   
   erreichte, wo sich damals im Sturm die Frau mit dem Kinderwagen   
   hingerettet hatte, kam mir alles viel flacher vor als ich es in Erinnerung   
   gehabt hatte.   
      
   Kurz später saß eine weiße Katze auf dem Radweg. Ich wurde bereits   
      
   [continued in next message]   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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