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|    Alexander Ausserstorfer to All    |
|    "Fahrbericht" (vom 17. September 2025):     |
|    07 Feb 26 15:54:41    |
      From: bavariasound@chiemgau-net.de              Diesen Tag ließ ich das Fahrrad stehen und verbrachte ihn zusammen mit       meinen Verwandten. Ich poste diesen Teil trotzdem zur Vollständigkeit.              Am Morgen gab es Frühstück. Meine Tante wußte bereits vom letzten Mal, daß       ich am Morgen ein Müsli zu mir nahm - und Entsprechendes hergerichtet.       Brot esse ich nur ganz wenig.              Sie hatte Haselnüsse gesammelt. Die hatte ich dann zum Frühstück       aufgebrochen. Bei den heutigen Preisen muß man ja zusehen, wo man bleibt.              Dann lernte ich im Garten den vermutlich jüngsten Bruder der Tante kennen.       Er hatte lange graue Haare, trug zerrissene Jeans, Bergschuhe mit groben       Profil und lief trotz der Kälte in einem kurzärmeligen Hemd herum. Mich       hätte es gefroren! Der Himmel war bewölkt und es ging noch immer ein       starker Wind.              Während am Vormittag der Onkel das Mittagessen bereitete, lief ich       zusammen mit meiner Tante durch das Dorf.              Pettenhof und Frauenberg werden durch die Autobahn A3 in zwei Teile       zerschnitten. Aber eigentlich handelt es sich um ein gemeinsames Dorf. Man       hatte sich bisher nur auf keinen gemeinsamen Namen einigen können. Deshalb       blieb Pettenhof Pettenhof und Frauenberg Frauenberg. Einer ihrer Brüder       wäre Bürgermeister.              Wir gingen auch in die Kirche. Sie war offen.              Mittag fuhren wir dann mit dem Auto wieder hinab nach Regensburg. Dort       aßen wir in der Firma des Sohnes meines Onkels und meiner Tante zusammen       mit der Belegschaft Mittag. Da das Wort "Kusar" ganz offenbar ein       regionaler Ausdruck ist (wie Bullug), der anscheinend nicht von jedem       Deutschsprechenden verstanden wird, schreibe ich das jetzt 'mal so. Ich       finde das Wort jedenfalls weder unter K noch unter C im Wörterbuch.              Bezüglich der Wörter wird es noch einige Verwirrungen auf dieser Reise       geben. Denn in Sachsen haben die gleichen Wörter plötzlich ganz andere       Bedeutungen als in meiner Heimat. Das hatte ich lernen müssen! Ach, ist       das ein Kreuz.              Der Sohn hatte einen kleinen Hund. Meine Tante und ich gingen nach dem       Mittagessen mit ihm noch eine kleine Runde.              Als wir gegen halb vier wieder zurück waren, meinte mein Onkel, daß das       wohl eine größere Runde gewesen sei. Meine Tante klagte; ihr taten die       Füße weh. Sie war so weit zu gehen nicht gewohnt. Ich wunderte mich einmal       mehr.              Ich weiß auch nicht, was das ist. Die meisten Menschen heutzutage scheinen       fußkrank zu sein.              So eine Reise ist auch immer eine Reflexion auf sich selbst. Man kann sich       besser mit anderen vergleichen und sieht, wo man selbst steht.              Im Jahr 2006 nach meiner Rückkehr aus dem Ausland hatte ich mich für ein       neues Fahrrad entschieden. Ich hatte damals noch knapp 4.000 DM (2.000       Euro) gehabt. Eine Fahrerlaubnis hätte mich mehr als ein Fahrrad gekostet.       Damit allein konnte ich aber nicht fahren.              Wie sich speziell Schüler oder Studenten ein Auto leisten können, ist mir       bis heute ein Rätsel geblieben.              Im Prinzip waren wir nur über die Steinerne Brücke und über die Insel bis       zum Grieser Spitz und anschließend wieder über die Steinerne Brücke und am       Wöhrbad auf der Insel vorbei bis zum Pfaffensteiner Wehr und von dort über       die Schillerwiese und den Herzogpark zurück zur Firma in der Regensburger       Altstadt gelaufen. Eine kleine Runde halt. Beim Wöhrbad hatte mich die       Tante gefragt, ob ich noch weiterlaufen wollte. Ich hatte damit keine       Probleme gehabt. Sie aber offenbar schon. Das hatte ich erst hinterher       verstanden.              Auf der Rückfahrt nach Pettenhof wählte mein Onkel plötzlich schmale       Nebenstraßen. Meine Verwandten zeigten mir unter anderem den kleinen Ort       Adlersberg, von wo aus man eine gute Sicht auf Regensburg haben soll. Wir       sind allerdings nur durchgefahren.              Als wir Pielenhofen erreichten, war es bereits dunkel geworden. Mein Onkel       fuhr zum Zeltplatz Naabtal, wo eine andere Tante von mir seit vielen       Jahren Urlaub macht. Das hatte ich im Vorfeld meiner Tour von meiner       Mutter erfahren. Witzigerweise kannten sie einander nicht. Meine Mutter       und ihre Schwester waren überhaupt erst auf Grund meiner Tour 2023 nach       Regensburg darauf zu sprechen gekommen. Meine Mutter hatte ihrer Schwester       von dem schönen Örtchen Kallmünz erzählt, wo ich damals mit meinen       Verwandten väterlichseits hier oben gewesen bin, die gleichen Verwandten,       mit denen ich jetzt unterwegs war.              Der Zeltplatz soll sehr gut und familär geführt sein. Irgendwie war es       schade, daß ich ihn nicht hatte nutzen können.              Von Pielenhofen fuhren wir dann über den steilen Berg hinauf nach       Münchsried und über Frauenberg zurück nach Pettenhof. Auf einen Kilometer       kamen etwa 125 Höhenmeter. Also etwa 12,5 % Steigung oder Gefälle. So       kannte ich die Strecke bereits, welche ich morgen Früh fahren würde.       Hoffentlich würden das meine Bremsen aushalten! Ich hatte ja keine       Scheibenbremsen. Ich machte mir aber wenig Sorgen. Eben gerade deshalb,       weil ich keine Scheibenbremsen hatte. Ich war so einen langen und steilen       Berg ja schließlich noch nie gefahren. Das war jetzt ironisch gemeint.              Zurück in Pettenhof saßen am Abend meine Tante und mein Onkel zusammen auf       dem Sofa. Ein jeder blickte auf sein SmartPhone. Sie redeten nichts       miteinander. Ich wunderte mich, was sie da taten. Ich könnte mit sowas       nichts anfangen, einfach nicht damit arbeiten. Zum Beispiel diesen Bericht       hier verfassen. Ich hatte es ja oft genug probiert. Eigentlich schade.              --       http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/              --- SoupGate-Win32 v1.05        * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)    |
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