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|    Chr. Maercker to Wolfgang Strobl    |
|    Re: Muenster (Was: Fahrradfreundlichkeit    |
|    16 Feb 26 18:14:21    |
      From: Zweistein@gmx-topmail.de              Wolfgang Strobl wrote:       >> Wolfgang Strobl wrote:       >>> Holland hat in Europa gemessen an der Fläche die meisten       >>> Autobahnen, wenn ich mich recht erinnere, und die größte Dichte       >>> an Autobahnausfahrten auf diesem Autobahnnetz.       >>       >> Was sich zum gut Teil durch die hohe Bevölkerungsdichte der Niederlande       >> erklärt.              > Wie das? I.A. dienen eine niedrige Bevölkerungsdichte und lange       > Wege als Rechtfertigung für exzessiven Autogebrauch.              Es erklärt insbesondere die große Zahl Ausfahrten. Viele Orte auf einen       Haufen, haben wir im Ruhrpott oder rund um die Großstädte ähnlich. Und       auch dort wird mehr als genug Auto gefahren.              >> Selbst ohne eigenes Auto hab ich Car-Sharing bestenfalls innerhalb der       >> Familie genutzt. ;-)              > Beliebig indirekt betrachtet, benutzt fast jeder zeitweilig       > irgendwelche Autos. Die Frage ist, wie man den Autogebrauch       > reduziert bzw. niedrig hält. Freilich hätte ich unsere alte       > Kutsche schon längst durch ein modernes und nur deswegen       > emissionärmeres Auto ersetzen können und wäre dann mit einem       > schwereren, stärker motorisierten, schnelleren und weniger       > nützlichen Auto vmtl. mehr gefahren, "weil es da ist und damit       > sich die Investition lohnt". Hab' ich aber nicht. Die       > Carsharing-Mitgliedschaft dient derzeit lediglich als       > Rückfallposition, für alle Fälle.              Ich kenne Leute, die kaufen kein neues Auto mehr, weil sie deren       schwatzhafte IT-Komponenten nicht mögen.              >>> Wenn ich die eingangs aufgelisteten Highlights betrachte,       >>>       >>> | Highlights       >>> |       >>> | • The Level of traffic stress negatively impacts cycling mode choice.       >>> | • Family cycling habits positively influence individual cycling mode       choice.       >>> | • Social norms positively influence cycling adoption.       >>> | • Infrastructure improvements alone are insufficient for promoting       cycling uptake.       >>> |       >>>       >>> dann liest sich das für mich wie eine sehr zurückhaltend       >>> formulierte Aussage, dass "Infrastruktur" nicht zur       >>> Fahrradnutzung beiträgt. Das ist interessant insofern, als auch       >>> diese Zusammenfassung von Studien von der nicht weiter       >>> hinterfragten Prämisse ausgeht, dass "stressarme Infrastruktur"       >>> Radverkehr fördert.       >>       >> Insbesondere das erste Highlight geht in diese Richtung.              > So genau habe ich nicht bzw. noch nichr reingeschaut.              Hab jetzt auch nicht überprüft, wie gut diese These untermauert wurde.       Es ist schon bemerkenswert, dass sie überhaupt aufgestellt wurde. Erst       kürzlich habe ich in einer Publikation wieder lesen müssen, es sei       selbstverständlich und bedürfe keinerlei Diskussion, dass mehr Radwege       mehr Radverkehr bewirken.              >> Dass die       >> Unfallzahlen mit zunehmender Verkehrsdichte zwar absolut zunehmen, nicht       >> aber bezogen auf das Fahrzeugaufkommen, ist weitgehend unbekannt.       >       > Auch das. Faktisch ist es aber viel krasser - die       > Fahrzeuginfrastruktur ist erheblich weniger gefährlich als die so       > hochgejazzte Fahrradinfrastruktur, auf welche die Leute flüchten.       > Genauer gesagt, sie wäre es, würden die Leute sie genau so       > geläufig und selbstbewußt nutzen, wie sie es mit motorisierten       > Verkehrsmitteln und insb. mit den Autos tun.                     Was ist in mit "..., sie wäre es ..." gemeint? Fahrbahn oder Randweg?              >>> | Infrastructure elements such as segregated cycle lanes,       >>> | shared pathways, and dedicated cycling signals enhance       >>> | safety and convenience, encouraging more individuals to       >>> | choose cycling as a primary mode of transport.       >>       >> Was dem vierten der obigen "Highlights" diametral widerspricht.              > Freilich. Deswegen ja das zweideutige "alone" in dem Satz       > "Infrastructure improvements alone are insufficient for promoting       > cycling uptake."       >       > Es wird suggeriert, dass es neben der Verdrängung auf       > Fahrradinfrastruktur zusätzlicher Maßnahmen bedarf, um den       > Radverkehrsanteil zu erhöhen.              Wieso suggeriert? Dass es Randwege allein nicht bringen, darüber sind       sich die meisten d.r.f. Regulars relativ einig. Aber wenn ich den       folgenden Abschnitt lese, nehme ich an, Du meinst, die positive Wirkung       von Randwegen auf den Radverkehr wird suggeriert:              > Eigentlich wurde zwar schon ermittelt, dass Fahrradinfrastruktur       > es nicht bringt, während andere Maßnahmen - weniger Streß (d.h.       > weniger Angstmache), sowie gute Vorbilder in der Familie, gute       > Vorbilder und Bestärkung durch die Gesellschaft jedoch schon für       > sich einem merkliche Effekt haben, selbst unter ungünstigen       > Bedingungen.              Dass es in manchen Fällen vor allem Werbung bringt, hat mich zunächst       echt erstaunt. Vielleicht sind die meisten anderen Menschen aber       anfälliger für Werbung als unsereiner.              > Was interessanterweise völlig ausgeklammert wird, dass       > "infrastructure improvements" auch bei der bereits vorhandenen       > Infrastruktur (wir nennen sie Fahrbahn) möglich wäre, z.B.       > radverkehrsfreundliche Instandsetzung der Straßenränder ohne       > Suggestion einer Trennung, um die naheliegenste Möglichkeit zu       > nennen.              Wohl der gleiche Effekt, wegen dem Radfahrer, die ständig auf den       Zustand der Randwege schimpfen, anscheinend nicht sehen, dass die       Infrastruktur links von ihnen viel besser im Zustand ist. Die wird viel       öfter saniert, inklusive Ränder.              > Sich ausgerechnet erneut eine Maßnahme herauszupicken, die       > bereits umfänglich versagt hat, und dann zu suggerieren, man       > benötigte nur noch mehr davon, müssse nur noch mehr Propaganda       > produzieren und mehr Geld für Marketing ausgeben, das riecht auch       > hier nach "policy based evidence".              Falls nur Werbung für Randwege, nicht aber fürs Radfahren allgemein       gemeint ist, ja.              > IMHO würde es vmtl. reichen, dem, was offenbar wirkt, Vorbild und       > Bestätigung, egal ob aus der Familie oder über die Medien,       > _nicht_ ein Marketing entgegenzusetzen, welches den       > selbstbewußten Fahrbahngebrauch dämonisiert und eine miese       > Fahrradinfrastruktur schönredet, um nicht lediglich einen       > quantitavive Zunahme von Radverkehr zu bekommen, sondern auch       > einen qualitativen Gewinn, nämlich mehr nützlichen und       > erfreulichen Radverkehr im Alltag wie in der Freizeit.              Bescheidene Versuche in diese Richtung gibt es ja, leider mit sehr       geringem Erfolg. Um nicht zu sagen, wir waren vor einigen Jahren schon       mal weiter in dieser Hinsicht.              > Optimal wäre eine Kombination von Radverkehrsförderung im       > Wortsinne: Verkehrstechnische Verbesserung der vorhandenen,       > überwiegend aus den Fahrbahnen gewöhnlicher Straßen bestehenden       > Verkehrsinfrastruktur für den Gebrauch einspuriger       > muskelbetriebener Zweiräder mit Öffentlichkeitsarbeit, die i.W.              [continued in next message]              --- SoupGate-Win32 v1.05        * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)    |
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