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   de.rec.fahrrad      More than just Kraftwerks Tour De France      6,175 messages   

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   Message 6,112 of 6,175   
   Chr. Maercker to Anton Ertl   
   Re: Muenster (Was: Fahrradfreundlichkeit   
   17 Feb 26 20:31:42   
   
   From: Zweistein@gmx-topmail.de   
      
   Anton Ertl wrote:   
   > Es ist immer die Frage, wie dicht die Staedte besiedelt sind: Bei   
   > geringer Bevoelkerungsdichte dort ist genug Platz fuer's Auto: Fuer's   
   > Parken und fuer's Fahren, und wenn das nicht reicht, um Reservate zu   
   > bauen, in die man Radfahrer und Fussgaenger wegdraengen kann.  Das ist   
   > in den Niederlanden ueberall der Fall, zumindest habe ich auch im   
   > Zentrum von Amsterdam nichts gesehen, was ausschaut wie Paris oder   
   > Wien.   
      
   > Eigentlich reicht es, genug Platz fuer Autos zu haben, um zu einem   
   > hohen Autoverkehrsanteil zu kommen, weil das Auto von genug Leuten   
   > gewaehlt wird, wenn die Strecke mit dem Auto gefahren werden kann.   
      
   Dafür sind gerade die Niederlande ein denkbar schlechtes Beispiel. Die   
   sind fast so dicht besiedelt wie der Ruhrpott.   
      
   > Zusaetzlich ergibt sich der Effekt, dass die Bevoelkerungsdichte dann   
   > zu niedrig ist, um eine Infrastruktur fuer Nicht-Autofahrer   
   > aufrechtzuerhalten: Supermaerkte ohne Parkplatz haben zuwenig Publikum   
   > und sterben aus und werden durch Supermaerkte mit Parkplatz   
   > verdraengt.  Oeffentlicher Verkehr hat bei seinen Haltestellen zuwenig   
   > Bevoelkerung im Einzugsbereich, sodass die Linien wenig genutzt   
   > werden, der Fahrplan wird dann ausgeduennt und die Linien letztendlich   
   > eingestellt.   
   >   
   > Ich denke auch, dass der relativ hohe Radverkehrsanteil in vielen   
   > niederlaendischen Staedten auf die niedrige Bevoelkerungsdichte   
   > zurueckzufuehren ist: die Bevoelkerungsdichte ist zu niedrig, um viele   
   > Ziele zu Fuss zu erreichen, und oeffentlicher Verkehr zahlt sich nicht   
   > aus, siehe oben, also hat sich das Fahrrad als Alternative fuer die   
   > Leute etabliert, die sich noch kein Auto fuer jedes Familienmitglied   
   > leisten koennen; und vielleicht koennen sie es jetzt, aber es gibt   
   > jetzt eine Tradition des Radfahrens in den Niederlanden.  Aber mit   
   > einer Bewegung weg vom Auto hin zum Fahrrad hat das ganz und gar   
   > nichts zu tun.   
      
   Dann schau Dir mal den Wert für "Bevölkerungsdichte" unter   
   	   
   an und vergleiche mit Deutschland oder Deinem Heimatland.   
      
   > Und wie ist das jetzt mit der Bevoelkerungsdichte eines Landes?  Die   
   > spielt bei solchen Entscheidungen kaum eine Rolle, weil die meisten   
   > Wege innerhalb der Stadt bewaeltigt werden; und selbst wenn einmal ein   
   > Weg ausserhalb der Stadt gemacht wird, wird jemand, der von einer   
   > Stadt mit wenig Platz fuer's Auto in eine Stadt mit wenig Platz fuer's   
   > Auto faehrt, diesen Weg leicht mit oeffentlichen Verkehrsmitteln   
   > bewaeltigen koennen.   
      
   Im Gegensatz zu Deutschland u.a. Ländern sind die Niederlande so dicht   
   besiedelt, dass sogar Strecken zwischen Ortschaften mit Fahrrad erledigt   
   werden.   
   Bei Autos habe ich keine Zahlen, ob in .nl möglicherweise weniger SUVs   
   und Zweit- oder gar Drittwagen rumstehen. Sehr entscheidend für den   
   Flächenverbrauch.   
      
   > Hier stimme ich ausnahmsweise Chr. Maercker zu, genauer: Da die   
   > Niederlande in ihrem Staedten genug Platz fuer Autos haben, haben sie   
   > viele Autos.  Und da sie landesweit eine relativ hohe   
   > Bevoelkerungsdichte und damit Autodichte haben, haben sie auch viele   
   > Autobahnen und viele Autobahnausfahrten.  Wenn man einmal ein Auto   
   > verwendet, und noch dazu auf einer Autobahn, dann faehrt man auch   
   > entsprechend weit, egal ob das Land eine hohe Bevoelkerungsdichte hat   
   > oder nicht.   
      
   Zuerst dachte ich ja, Du hättest keine Vorstellung, wie dicht die   
   Niederlande besiedelt sind. Korrigiere ich hiermit.   
      
   Vor einigen Jahren hatten wir den Modal Split der Niederlande ja bereits   
   diskutiert. Aus Zahlen, die Du dankenswerterweise beigesteuert hattest,   
   ergeben sich dort ähnlich hohe Anteile für Auto und Fahrrad, vor allem   
   auf Kosten der Öffis, evtl. auch des Fußverkehrs. Nicht wirklich geklärt   
   hatten wir damals, *warum* die Verkehrsanteile so verschieden von   
   Deutschland u.a. Ländern sind. An den Tarifen der Öffis liegt es   
   jedenfalls weniger, die waren bei einem Besuch 1998/1999 ähnlich wie bei   
   uns und mit den Strippenkaarts recht kundenfreundlich. Der Modal Split   
   war damals kaum anders als heute, trotzdem hatte ich dort weder den   
   Eindruck, dass mehr Autos rumstehen noch fahren. War üblicher   
   Stadtverkehr, nur halt gleichjmäßig fast im ganzen Land. Bei uns liegen   
   größere Autoflächen zwischen den Städten, die in .nl rar sind.   
   --   
      
      
   	CU	Chr. Maercker.   
      
   	RADWEGE sind TOD-SICHER!	Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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