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   Message 3,177 of 4,809   
   Frank Gosebruch to All   
   Re: Zwei Fragen zu Sony (1/2)   
   24 Oct 24 11:25:45   
   
   From: FrankGosebruch@gmx.net   
      
   Am 24. Okt.. 2024 um 10:39 schrieb Guenther Fischer:   
   > On 23. Oct 2024, Frank Gosebruch wrote   
   > (in article ):   
   >   
   >> Am 22. Okt.. 2024 um 22:49 schrieb Jochen Petry:   
   >>> Luigi Rotta wrote:   
   >>>> Am 22 Oct 2024 15:31:38 GMT schrieb Jochen Petry:   
   >>>>> Luigi Rotta wrote:   
   >>>>>> Am Tue, 22 Oct 2024 01:40:46 +0200 schrieb Matthias Andree:   
   >>>>>>   
   >>>>>>> Ja, und bei manchen kriecht der Fokuspunkt beim Abblenden auch weg.   
   Oder   
   >>>>>>   
   >>>>>> Das musst du jetzt aber erklären, wie _das_ passiert.   
   >>>>>   
   >>>>> Ich bin nicht sicher was er meint, mir fällt da jedoch der Focusshift   
   >>>>> Effekt auf.   
   >>>>> Und ja, ich hab auch Glas welches davon betroffen ist.   
   >>>>> Meine Lösung? Offenblende!   
   >>>>   
   >>>> Ich habe mir folgendes rausgesucht:   
   >>>> https://photographylife.com/what-is-focus-shift   
   >>>> Scheint mir ein bisschen ein akademisches Problem.   
   >>>   
   >>> Nein, das Problem ist leider nicht akademisch sondern sehr real.   
   >>> Und es ist in der Realität sehr stark von der Objektivkonstruktion   
   >>> abhängig.   
   >>> Ein typischer Vertreter mit diesem Effekt ist z.B das Zeiss   
   >>> Sonnarc1,5 50mm für Kleinbild. Dort heißt die pragmatische Lösung   
   >>> tatsächlich Offenblende oder Blende 8 insbesondere im Nahbereich. Bei   
   einem   
   >>> Jupiter-3 und anderen Klonen dieses Typs hat man diese Verhalten ebenso.   
   >>> Und natürlich gibt es genug Objektivrechnunhen, die dieses Verhalten nicht   
   >>> praxisrelevat zeigen.   
   >>   
   >> Was mich etwas wundert, ist die Tatsache, dass das Problem bei diesem   
   >> Objektiv schon seit der ersten Version fuer Contax in den 1930ern   
   >> bekannt ist.   
   >>   
   >> Man hat die Fokusverschiebung dann ab der zweiten Version (1938) etwas   
   >> mildern koennen, indem die Blendenlamellen fuer die mittleren Oeffnungen   
   >> (f/2.8 bis f/5.6) innen etwas kantig ausgewoelbt wurden.   
   >> Das wird bei dem Objektiv auch bis zur heutigen ZM Version noch so   
   >> gemacht. Allerdings heute mit runden Woelbungen.   
   >>   
   >> Man darf nicht vergessen, dass die grundlegende Rechnung des Sonnar   
   >> f/1.5 aus den 1930ern stammt, als es noch keine wirksamen Verguetungen   
   >> fuer Fotoobjektive gab.   
   >> Deshalb hat man aus diesem Grund - ohne Ruecksicht auf andere moegliche   
   >> Fehler - so viele Linsen wie moeglich miteinander verkittet, nur um die   
   >> internen Reflexionen weitmoeglichst zu vermeiden.   
   >> Trotz inzwischen ueblicher hochwirksamer Verguetung blieb das   
   >> grundlegende Design aber bis zur heutigen Version gleich.   
   >>   
   >> Mir selbst ist das Problem mit dem Sonnar 1.5 5cm an der Contax II   
   >> frueher nie wirklich aufgefallen, da ich sowieso entweder bei wenig   
   >> Licht gleich mit ganz offener Blende fotografiert habe, oder bei genug   
   >> Licht intuitiv oft auf f/8 abgeblendet habe (siehe auch die Agfa CT 18   
   >> Werbung aus der Zeit: "Der Himmel blau, die Sonne lacht - Blende 8").   
   >> Allerdings habe ich hier schon die erste T-Version.   
   >>   
   >> Aber das war seinerzeit in den spaeten 1970ern; da habe ich meine Bilder   
   >> oft nicht hoeher als auf 10x15 (WPK) vergroessert und die   
   >> Fokusverschiebung fiel mir wohl auch aus dem Grund nicht auf.   
   >> Wahrscheinlich weil ich zu der Zeit auch kaum Nahaufnahmen gemacht habe.   
   >>   
   >> Der Begriff "Fokusverschiebung" war mir zu der Zeit (noch) garnicht   
   >> bekannt und ich vermutete hier damals schlichtweg ein "Montagsprodukt".   
   >>   
   >> Wenn es mich jetzt wegen der Diskussion juckt, packe ich nochmal einen   
   >> Pan F in die Contax II und teste das mal mit paar Bluemchenbildern und   
   >> mit Prints auf 30x40cm aus, mal sehen...   
   >>   
   >> Offensichtlich existiert das Problem aber auch bei voellig anderen   
   >> Objektiv-Designs.   
   >>   
   >> Wirklich deutlich aufgefallen ist es mir persoenlich erst in den spaeten   
   >> 1980ern an der (analogen) Olympus Pen FT mit dem H.Zuiko f/1.2 42mm bei   
   >> Portraits und Nahaufnahmen.   
   >> Du hast damit bei offener Blende und bei ca. 70 cm die unteren Wimpern   
   >> knallscharf eingestellt, dann auf f/4 abgeblendet und alles war weg!   
   >>   
   >> Das Objektiv ist in der Beziehung eine echte Katastrophe; umso mehr,   
   >> wenn Du es wirklich auf 35 cm Mindestentfernung einstellst.   
   >> Dann funktioniert es nur noch ab Blende 8 oder noch kleiner.   
   >>   
   >> Das Objektiv war in der Hinsicht noch schlimmer als die erste Version   
   >> des Voigtlaender (Cosina) Nokton f/1.4 35mm fuer die Bessa R2S.   
   >> Und das ist immerhin ein Weitwinkel, bei dem man so etwas wie   
   >> Fokusverschiebung ja erst recht nicht erwartet.   
   >>   
   >> Man kann sich mit Tricks behelfen, indem man (wie bei Infrarotfilm) nach   
   >> dem Fokussieren die Einstellung fuer f/2.8 bis f/5.6 etwas nachdreht.   
   >> Ein wachsweicher Kompromiss, der viel Uebung erfordert.   
   >> Ich habe das Nokton deshalb vor ein paar Jahren verkauft, auch weil ich   
   >> die Bessa inzwischen gar nicht mehr verwende.   
   >>   
   >> Andererseits:   
   >> Mein altes Leica Noctilux f/1.0 50mm und das Canon f/0.95 50mm fallen in   
   >> Hinsicht Fokusverschiebung trotz aehnlichem Design wie das Zuiko kaum   
   >> merklich negativ auf.   
   >>   
   >> Bei meinem neuen Noctilux f/0.95 50mm ASPH habe ich es allerdings noch   
   >> nicht ausprobiert, oder es ist mir noch nicht aufgefallen, aber da   
   >> verwende ich an der M11 P zur Fokussierung auch nur noch den leider   
   >> etwas klobigen Visoflex 2 statt dem Messsucher.   
   >>   
   >> Das Nikkor f/1.2 55mm fuer Nikon F faellt in dem ganzen Zusammenhang   
   >> etwas ungewoehnlich aus dem Rahmen.   
   >> Meine erste Version (Nikkor S-C von ca. 1974) ist deutlich von   
   >> Fokusverschiebung betroffen; die AI-Version von 1977 aber kaum noch,   
   >> obwohl das Design annaehernd identisch ist.   
   >>   
   >> Und das sind ja alles Gauss-Typen, also ein voellig anderes Design als   
   >> Dein Sonnar.   
   >>   
   >> Aber die wirklichen Ursachen der Fokusverschiebung im Zusammenhang mit   
   >> einem konkreten Objektiv-Design sind mir nicht bekannt und wie oben   
   >> schon beschrieben verstehe ich die Fa. Zeiss nicht, dass man bei der   
   >> modernen ZM-Version des Sonnar das Problem nicht laengst korrigiert,   
   >> bzw. es mal neu gerechnet hat.   
   >   
   > Konkret: Mein Sony 1,8/55 ZA zeigt keine Fokusverschiebung.. Es ist ein   
   > tadellos scharfes Objektiv.   
   >   
   > Man kann einwenden, dass es bei Blende 1,8 Vignettierung zeigt - aber ist das   
   > so unerwartet?   
   >   
   > Man kann auch den aktuellen Preis von 560 Euro bemängeln - aber Gewicht,   
   > Größe und Metallkonstruktion rechtfertigen das schon.Vor 8 Jahren habe ich   
   > noch über 700 bezahlt - das habe ich nie bereut.   
      
   Stimmt, darum ging es hier ja urspruenglich mal.   
   Hm...   
   Ich war wohl etwas abgeschweift.   
      
   Das Sony Objektiv kenne ich nicht, aber Du hast recht. Bei f/1.8 kann es   
   bei manchen Objektiven manchmal in den Ecken etwas dunkler sein.   
   Dann blendet man zur Abhilfe eben etwas ab.   
   -)   
      
   --   
   Gruss   
   Frank Gosebruch   
      
   [continued in next message]   
      
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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