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|    Frank Gosebruch to All    |
|    Re: [NMZ] Drei Blicke vom Niesen    |
|    15 Dec 24 16:46:41    |
      From: FrankGosebruch@gmx.net              Am 15. Dez.. 2024 um 14:47 schrieb Hartmut Ott:       > Am 14.12.24 um 15:09 schrieb Frank Gosebruch:       >> Am 14. Dez.. 2024 um 14:22 schrieb Hartmut Ott:       >>> Am 14.12.24 um 13:25 schrieb Frank Gosebruch:       >>>       >>>> Dialekt ist im Alltag [der Schweiz] nicht nur allgemein akzeptiert,       >>>> er wird vielmehr       >>>> sogar gepflegt und geschaetzt - ganz im Gegensatz zu den Dialekten       >>>> innerhalb Deutschlands, so mein Empfinden.       >>>       >>> Die kaum noch vorhanden sind.       >>       >> Meine beispielhaft geschilderten persoenlichen Eindruecke aus der Zeit       >> liegen inzwischen ja auch schon ueber dreissig Jahre zurueck.       >       > Naja, ich bin jetzt 76 und habe ja noch in der Kindheit erlebt, das       > öfter mal Platt gesprochen wurde, was heute nicht mehr der Fall ist.              In meiner Geburtsstadt (sie hiess seinerzeit noch Villingen       (Schwarzwald), heute Villingen-Schwenningen) wurde in meiner Kindheit       noch fast ueberall breitestes alemannisch gesprochen.              Wenn ich gelegentlich heute zum Besuch dort hinfahre, stelle ich fest,       dass das deutlich zunehmend abstirbt.       Vor allem Aeltere innerhalb der Altstadtmauer und auf den kleinen       Doerfern rundherum (Nordstetten, Obereschach, Pfaffenweiler oder       Rietheim) pflegen das Idiom aber teilweise auch heute noch hemmungslos ;-)              >> Da mag sich inzwischen auch in der Schweiz sprachlich viel veraendert       >> haben, so wie bei Euch in Schleswig-Holstein.       >       > Aber, wie mir scheint nicht so heftig verändert wie hier.              Das ist nicht ueberall identisch und es gibt grosse lokale Unterschiede.       Andreas hat es ja schon angedeutet, soweit es die Schweiz betrifft.              Ich habe beruflich ende der 80er laengere Zeit in Leck       (Schleswig-Holstein) gelebt.       Zu der Zeit habe ich in der oertlichen Kneipe abends fast gar nichts       verstanden. Vor ein paar Jahren war ich dort mal wieder zu Besuch und       war erschrocken, dass der oertliche Dialekt fast voellig verschwunden ist.              Parallel musste ich waehrend der Zeit damals (und auch schon vorher       waehrend der Ausbildung) immer wieder auch laengere Zeit auf der zweiten       Basis des AG52 in Fuerstenfeldbruck verbringen.       Auch dort war ich kuerzlich wieder mal zu Besuch. Die haben sich dort       ihren bayrischen Dialekt aber fast unveraendert erhalten.       Hmmm...              >> In der Region in der ich momentan lebe (Ludwigsburg, Wuerttemberg) wird       >> das oertliche schwaebisch allerdings im Alltag noch tatsaechlich gelebt       >> gesprochen.       >> Sicher nicht von allen und nicht flaechendeckend in gleichem Umfang und       >> konstanter Qualitaet. Aber das gibt es hier noch.       >       > Ich erinnere mich noch gut an den Besuch bei der Verwandtschaft in       > Baden-Württemberg, das "Schwäbisch" das sie mit uns sprachen war eher in       > Richtung Hochdeutsch, damit wir es verstehen, als ich mit meinem Onkel       > ein paar Häuser weiter war, wo eine Flasche Zwetschgenwasser (Hausbrand)       > geholt werden sollte, habe ich von dem Gespräch meines Onkels mit dem       > Brenner höchsten jede fünfte oder sechste Wort verstanden.              Ja, das ist ein aehnlicher Effekt, den auch Andreas fuer die       Deutschschweizer beschrieben hat. Wenn Fremde vor Ort sind und sich       unterhalten wollen, wird im Kopf der simultane "Online-Uebersetzer"       aktiviert :-)              >> Allerdings fand ich Luigis Hinweis zur korrekten Aussprache des       >> Bergnamens dennoch interessant und hilfreich, da ich nirgends sonst       >> Informationen dazu finden konnte.       >       > So dürfte es bei vielen Sachen sein.              Eigentlich schade, ich haette gerne mal irgendwo nachgelesen oder sogar       online reingehoert, wie der Berg "Niesen" korrekt ausgesprochen wird.              >> Die drei Bilder von Jochen machen (zumindest mir) Lust, dort selbst       >> einmal hinzufahren. Insbesondere nachdem ich erfahren habe, dass es dort       >> am Gipfel ein Hotel mit Seilbahn gibt (sic!).       >       > Wäre mir etwas zu weit, zumal ich nicht mehr so zu Fuß bin, wie früher.              Willkommen in meiner Welt!       Deswegen ja auch die Seilbahn...       ...die haben die dort nur fuer uns zwei hingebaut.              Der Jochen ist da fuer seine Bilder garantiert mit vollem Gepaeck im       Laufschritt zu Fuss hochgestuermt (...und nach elf Bier am naechsten       Morgen auch wieder runter und dann unten sofort mit dem Fahrrad heim       nach Katzweiler, um am selben Abend noch das Spiel in Lautern auf dem       Betze zu sehen).       Stimmts?              >> Ich haette vor Ort am Niesen nichts damit anfangen koennen, wenn mir       >> dann dort jemand etwas ueber den "Njesen" erzaehlt.       >> Du verstehst...       >       > Vor allen nicht, wenn das vollständig im Dialekt wäre.              Das geht dann am Ende irgendwie doch immer...              --       Gruss       Frank Gosebruch       https://gosebru.ch       Dieses Schreiben bleibt bis zur vollstaendigen Beantwortung Eigentum des       Verfassers              --- SoupGate-Win32 v1.05        * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)    |
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