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   Message 3,359 of 4,809   
   Frank Gosebruch to All   
   Re: [NMZ] Drei Blicke vom Niesen   
   16 Dec 24 14:59:09   
   
   From: FrankGosebruch@gmx.net   
      
   Am 16. Dez.. 2024 um 09:06 schrieb Guenther Fischer:   
   > On 15. Dec 2024, Frank Gosebruch wrote:   
   >>   
   >> Erst wenn man die Menschen anderer Regionen naeher kennenlernt, weiss   
   >> man sie auch zu schaetzen, bzw. kann erst dann erkennen, warum man sie   
   >> nicht mag.   
   >>   
   >> ...oder von den New-Yorkern so angewidert worden.   
   >   
   > Ja, New York ist ein besonderer Fall. Nach dem zweiten Aufenthalt dort wollte   
   > ich nicht mehr in diese Stadt....   
   >   
   > In der Tat ist der längere Aufenthalt in einer Region wichtig, um mehr   
   > Kontakte zu finden und die Menschen schätzen zu lernen.   
   >>   
   >> Allerdings - zurueck zum [OT]-Thema - empfinde ich in der Praxis den   
   >> Kontrast in der Sprache schon extrem, wenn ich z.B. bei Oehningen die   
   >> Grenze nach Stein am Rhein ueberquere (Distanz ca. 1km) und ploetzlich   
   >> wirklich gar nichts mehr verstehe.   
   >   
   > Während meiner Zeit an der Uni hatten wir für ein halbes Jahr eine   
   > Praktikantin aus der Gegend. Sehr gut aussehend und angenehmstes Wesen - aber   
   > wenn sie nur einen Satz sagte, geriet das alles in den Hintergrund. Der harte   
   > alemannische Dialekt klang in der Stuttgarter Welt fremdartig und kaum   
   > verständlich.   
      
   Ja, boar, sowas habe ich so aehnlich auch schon erlebt und mich dabei   
   komplett zum Affen gemacht - paaaainlich!   
      
   Bei der Shell hatte ich 2009 mein (Festlands-)Buero in Stavanger, von wo   
   aus ich auch an den woechentlichen Online-Meetings teilnahm.   
   Es gab Teilnehmer aus UK, NL, Norwegen, Schweden, Daenemark und Deutschland.   
   Die gemeinsame Sprache im Meeting war Englisch.   
      
   Den daenischen Teilnehmer in der Runde kannte ich privat schon sehr viel   
   laenger, denn er flog lange vor Shell ebenfalls bei der Luftwaffe, aber   
   eben in Daenemark. Ich war immer sehr neidisch auf ihn gewesen, weil   
   seinerzeit in der Flyvevabnet statt der F-4 schon die F-16 eingesetzt wurde.   
   Zuletzt hatte ich mit ihm nur noch sehr selten privaten Kontakt   
   ausschliesslich auf English gehabt und ihn dann anschliessend lange aus   
   den Augen verloren.   
      
   Geschaeftlich hatte ich mit ihm dann bei Shell auch kaum Kontakt, da er   
   aus dem kaufmaennischen Bereich war und sich primaer um das   
   Shell-Tankstellennetz (7-eleven) in Daenemark gekuemmert hat.   
      
   Zu der Zeit konnte ich aber schon recht gut Norwegisch, weil das - im   
   Gegensatz zu Ekofisk - auf Gullfaks jetzt so erwartet wurde.   
   Diese Bohrinsel wurde hier naemlich erstmals nicht privat von einem   
   internationalen Konsortium betrieben, sondern von Statoil und damit vom   
   norwegischen Staat. Shell war dort nur Zulieferer und Dienstleister.   
      
   Im Chat des Meetings sah ich dann, dass sich der Daene nebenher mit den   
   Norwegern und dem Schweden auf Norwegisch unterhielt.   
   Ich sah, dass die Schriftsprache der drei Laender wohl sehr aehnlich   
   (fast identisch) und untereinander verstaendlich ist.   
   An dem Chat habe ich mich dann manchmal auch selbst beteiligt und das   
   ging auch ganz gut.   
      
   Wegen des kalten Wassers im Meer wollte meine Familie in dem Jahr keinen   
   von Shell organisierten Urlaub mehr in Haugesund (80km von Stavanger   
   entfernt) machen. Wir waren da schon im Jahr zuvor gewesen und es war   
   eigentlich Schei**e.   
      
   Deshalb habe ich mich kurzerhand selbst bei diesem Daenen eingeladen, um   
   stattdessen die gemeinsamen Ferien dort zu verbringen.   
   Er war einverstanden und lud uns ein, zu ihm nach Fünen zu kommen, damit   
   er uns sein Boot (Hallberg-Rassy 352) zeigen kann.   
   Wir sollten dann dort mit ihm zusammen einen Segeltoern machen.   
   Alles vorher per Email schriftlich, sogar teilweise auf Norwegisch,   
   organisiert.   
      
   Nachdem wir dann spaet abends angekommen und im Hotel eingecheckt   
   hatten, gingen wir sofort am naechsten Morgen zum Hafen in Bogense. Dort   
   erwartete er uns schon direkt am Boot.   
   Ich wollte vor der Familie ein bisschen angeben und begruesste ihn   
   sofort - erstmals muendlich! - auf Norwegisch.   
   Seine Frau schaute daraufhin sofort etwas skeptisch und er selbst   
   begruesste mich dann - aber erst nach einer kurzen Pause - auf DAENISCH!   
      
   Ich verstand kaum ein Wort!!!   
      
   ...und das auch noch vor der eigenen Familie!   
   Mir war das extrem peinlich.   
      
   Es stellte sich heraus, dass die Schriftsprachen Norwegisch, Daenisch   
   (und eigentlich auch Schwedisch) sehr aehnlich sind.   
      
   Wenn dieselben geschriebenen Worte dann aber real auf Daenisch   
   ausgesprochen werden - insbesondere als kompletter, schnell formulierter   
   Satz - ist das ein himmelweiter Unterschied.   
   Selbst native Norweger haben bei der muendlichen Unterhaltung mit einem   
   Daenen ihre echten Probleme.   
      
   Um es kurz zu machen: fuer den Rest des Urlaubs sprachen wir   
   untereinander dann nur noch Englisch und etwas Deutsch.   
   :-)   
      
   --   
   Gruss   
   Frank Gosebruch   
   https://gosebru.ch   
   Dieses Schreiben bleibt bis zur vollstaendigen Beantwortung Eigentum des   
   Verfassers   
      
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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