From: gfischer@fischerplast.de   
      
   On 14. Dec 2024, Frank Gosebruch wrote   
   (in article ):   
      
   > Am 14. Dez.. 2024 um 14:22 schrieb Hartmut Ott:   
   > > Am 14.12.24 um 13:25 schrieb Frank Gosebruch:   
   > >   
   > > > Dialekt ist im Alltag [der Schweiz] nicht nur allgemein akzeptiert, er   
   > > > wird vielmehr   
   > > > sogar gepflegt und geschaetzt - ganz im Gegensatz zu den Dialekten   
   > > > innerhalb Deutschlands, so mein Empfinden.   
   > >   
   > > Die kaum noch vorhanden sind.   
   >   
   > Danke Hartmut, aber ich bin in dieser Beziehung natuerlich kein Massstab   
   > und keine Instanz, um das zu beurteilen.   
   >   
   > Meine beispielhaft geschilderten persoenlichen Eindruecke aus der Zeit   
   > liegen inzwischen ja auch schon ueber dreissig Jahre zurueck.   
   >   
   > Da mag sich inzwischen auch in der Schweiz sprachlich viel veraendert   
   > haben, so wie bei Euch in Schleswig-Holstein.   
   >   
   > In der Region in der ich momentan lebe (Ludwigsburg, Wuerttemberg) wird   
   > das oertliche schwaebisch allerdings im Alltag noch tatsaechlich gelebt   
   > gesprochen.   
   > Sicher nicht von allen und nicht flaechendeckend in gleichem Umfang und   
   > konstanter Qualitaet. Aber das gibt es hier noch.   
   >   
   > Der zunehmende Verlust ist ein inzwischen weit verbreiteter Prozess der   
   > sprachlichen Erosion durch die erweiterte Mobilitaet, Urbanisierung und   
   > Globalisierung, nicht nur in Deutschland. ...   
   Ja, das ist schon so.   
   Aber mein lokaler Bikerclub auf dem Dorf bei Kirchheim/Teck pflegt ein reines   
   örtliches Schwäbisch. Es sind zwar auch Reigschmeggte dabei, aber die sind   
   sprachlich bereits stark integriert und assimiliert.   
   Der Alltag ist dort immer noch reinster Dialekt, wie wir das vor 60 Jahren   
   gesprochen haben. Ich erinnere mich noch, wie ich am Gymnasium Hemmungen   
   hatte, Schriftdeutsch zu reden, wie es von uns gefordert wurde - eine   
   wirkliche Fremdsprache.   
   Besonders problematisch: Die Verkleinerungsform! Im Schwäbischen wird   
   „le“ nicht nur zur Verkleinerung gebraucht, viel häufiger, um besondere   
   Sympathie zu zeigen „Spätzle“ ist so ein Beispiel. Nicht nur des   
   Schwaben Lieblingsgericht, nein - auch seine Herzensdame nennte er nicht nur   
   „Schätzle“, sie ist auch sein „Spätzle“. Wie sollte man das als   
   Jung-Umschuler auf Hochdeutsch ausdrücken? „Spätzlein“ - unmöglich....   
   „Schätzlein“, ja, das geht eher.   
   Und schliesslich das komplett im Schwäbischen fehlende „chen“ als   
   Verkleinerungsform....   
   Es wurde erst akzeptiert mit Uschi Glas, als es „Zur Sache, Schätzchen“   
   ging.   
      
   Um zurück zum Fotothema zu kommen: Fotografieren heisst oft: „Mach ao a   
   Bildle!"   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   
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