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   Message 4,549 of 4,809   
   Frank Gosebruch to All   
   Re: Die IMAGO Camera steht zum Verkauf   
   22 Nov 25 20:31:59   
   
   From: FrankGosebruch@gmx.net   
      
   Am 22.11.2025 um 18:14 schrieb Hans:   
   >   
   > In Wien wurde dieser Tage eine analoge Leica, speziell für den Papst   
   > Franziskus gebaut, mit dem päpstlichen Emblem, um schlappe 6,5 Millionen   
   > versteigert. Es ist nicht bekannt, wer diese Kamera gekauft hat, doch   
   > haben einige Leute offenbar zu viel Geld.   
      
   Soso, die Leica vom Papst?   
   Sensation!   
   Wie ist die denn aus dem Vatikan heraus gekommen?   
   Flohmarkt auf dem Petersplatz?   
      
   Wurde denn Papst Franziskus jemals schon mal mit einer Leica Kamera in   
   der Hand gesehen?   
   Vielleicht sogar in den Ferien am Strand mit Badehose, beim Bergwandern,   
   Sport oder in einem Tanzclub auf Teneriffa?   
   Ich meine jetzt nicht das unscharfe (und schon von den Proportionen her   
   dilettantisch) gebastelte Bild aus dem Auktionskatalog.   
      
   Hmm... also zumindest bei der inzwischen verstorbenen Queen kann ich   
   mich ja an sowas real erinnern.   
   Und Papst Franziskus selig hatte ich einst auch schon mal real zumindest   
   mit einer Nikon in der Hand gesehen.   
   Aber sonst?   
      
   Naja, bei einigen dieser angeblich "echten" Leica Raritaeten, die da bei   
   den Auktionen in der Wiener Westbahnstrasse inzwischen fuer   
   Millionensummen unter den Hammer kommen, fragt man sich dann schon, wie   
   blind und naiv so mancher hysterischer Sammler eigentlich ueberhaupt   
   noch sein kann.   
      
   Vor drei Jahren z.B. haben die dort fuer 14,4 Millionen Euro die   
   teuerste Kamera der Welt, eine Leica 0-Series No.105 versteigert, bei   
   der noch nicht einmal der eingravierte Name ‘Oscar Barnack’ richtig   
   buchstabiert war.   
   Der angeblich vormalige Eigentuemer hiess in Wirklichkeit Oskar Barnack.   
   Er war Konstrukteur bei Leitz in Wetzlar und schrieb sich selbst beim   
   Vornamen mit einem k in der Mitte.   
   Siehe auch Wikipedia oder ausnahmslos ALLE anderen Publikationen, die   
   jemals VOR dieser unsaeglichen Auktion erschienen sind.   
      
   Und die dabei angeblich in den 1920er Jahren - in Versalien! -   
   verwendete Schriftart fuer die Namensgravur war zu der Zeit ausserdem   
   noch voellig unbekannt und wurde bei keinem einzigen anderen   
   Leica-Produkt danach jemals wieder verwendet.   
      
   Nachdem das dann spaeter auch anderen aufgefallen war (natuerlich nicht   
   dem Kaeufer selbst!), wurde dort sofort eine dubiose Geschichte   
   nachgeschoben, die den Rechtschreib- und Typografiefehler "erklaeren"   
   sollte.   
   ...und ich selbst wurde nach meiner Kritik zu der Auktion sofort im   
   Leica Forum (nur im deutschen Ableger) gesperrt.   
   Koepft gefaelligst den Ueberbringer der unangenehmen Nachricht!   
      
   Aber zu dem Zeitpunkt habe ich auch schon seit ueber fuenf Jahren nicht   
   mehr fuer Leica gearbeitet.   
   Die Zeiten aendern sich halt - heute existieren selbst auf   
   allerhoechster Ebene akzeptierte "alternative Fakten".   
      
   Der Kaeufer war danach dann wohl zufrieden gewesen und damit ist die   
   "Echtheit" ja jetzt auch final bestaetigt, nicht wahr?   
   ...wer wuerde es selbst auch schon freiwillig zugeben, dass er gerade   
   auf einen millionenschweren Hoax hereingefallen ist?   
      
      
   --   
   Gruss   
   Frank Gosebruch   
   https://gosebru.ch   
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