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   de.rec.fotografie      More than just pics of Bratwurst      4,809 messages   

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   Message 4,696 of 4,809   
   Frank Gosebruch to All   
   Re: Wohin geht's eigentlich weiter mit d   
   07 Feb 26 16:27:08   
   
   From: frankgosebruch@gmx.net   
      
   Am 07.02.2026 um 10:39 schrieb Ralph Aichinger:   
   > Frank Gosebruch  wrote:   
      
   Hi Ralph!   
   Puh... danke erstmal fuer Deine offene Antwort.   
   Nach dem Absenden hatte ich zunaechst grosse Zweifel, ob ich jetzt nicht   
   falsch verstanden werde, oder ob das sofort wieder so ein destruktiver   
   Flame-Krieg wird und habe es eigentlich sofort bereut.   
   Erleichterung... :-)   
      
   >> Fakt ist nun mal: alle Welt fotografiert inzwischen...   
   >> [...]Oft zwar nur noch mit dem Telefon, [...]Technisch oft sogar   
   > in Top Qualitaet.   
   >   
   > Technisch auf jeden Fall auch mit dem Telefon [...]   
   > Und gestalterisch vermutlich auch...   
   > Viele Selfie-machende 14-jährige heute haben schon mehr fotografiert   
   > als ganze Fotoclubs der 1970er-Jahre.   
   Ich bin da noch im Zwiespalt.   
   Definitiv ist jedes Foto das ich mit dem Telefon mache erst mal besser,   
   als jedes das ich nicht mache, weil ich gar keine Kamera dabei habe.   
      
   Kulturell und historisch bin ich bei Bildern aber noch immer altbacken   
   auf eine vorrangig horizontale Ausrichtung gepraegt und kann mit der   
   Senkrechtdarstellung oft gar nichts anfangen. Finde ich haesslich (bei   
   Video sowieso).   
      
   Mein aeltester Sohn ist nie tiefer in das Thema eingetaucht und   
   fotografiert seit knapp 20 Jahren nur mit dem Hendi. Er hat sich seitdem   
   kaum weiter entwickelt (Motivauswahl, Komposition, Ausschnitt, Horizont,   
   Aesthetik, Motivzeitpunkt, Licht/Schatten, Aufnahmewinkel...).   
   Das beobachte ich bei grossen Teilen der Bilder in seinen   
   socmed-Accounts - von ihm selbst, als auch der uebrigen Altersgruppe um   
   ihn herum.   
      
   Mein juengster Sohn schaut mir schon seit fruehester Jugend bis heute   
   regelmaessig ueber die Schulter und hat zumindest auch immer wieder mal   
   danach gefragt, *wie* bestimmte Bildwirkungen erzielt werden koennen.   
   Er hat mich um eine Kamera gebeten (Olympus E-20P) und hat sie bekommen.   
   Mittlerweile hat er einen eigenen Stil entwickelt, um den ich ihn   
   manchmal beneide (ja, auch mit dem Hendi).   
      
   >> Fotografie noch ernsthaftes "Hobby"?   
   >   
   > Ja sicher. ...Lesen, Radfahren ... waren so Klischees..., bleiben   
   > IMHO Hobbys.   
   > Oder: Kochen...   
      
   Stimmt, vermutlich hatte ich mich mit der Frage etwas zu weit aus dem   
   Fenster gelehnt.   
   Zumindest beim Kochen stimme ich Dir zu.   
      
   >> Die nach wie vor parallel angebotenen "richtigen" Kameras [...]   
   >> erfordern (laut Werbung) in der Praxis ebenfalls kaum noch echte   
   >> Skills...   
   >   
   > Also das sehe ich nicht so. Man braucht schon...(allerhand)   
      
   Na ja, die Werbung behauptet das Gegenteil.   
      
   > Ich denke heute ist mit dem Kauf einer Kamera (und nicht bloß der   
   > Nutzung des Telefons) im Normalfall der Schritt zur Fotografie als   
   > Hobby überschritten.   
      
   d’accord   
      
   > Und das passiert auch im Normalfall erst nachdem   
   > ein bißchen auch technisches Wissen erworben worden ist   
      
   Weiter unten beschreibst Du selbst ein Beispiel, hier aus unserer Mitte,   
   auf den das (offensichtlich) nicht zutrifft.   
   Umgekehrt erwerbe ich aber nur durch den Erwerb einer guten Kamera noch   
   lange keine erweiterten Faehigkeiten.   
      
   >> Gerade aber *WEGEN* dieser so enorm breiten und kinderleichten Nutzung   
   >> und der unbegrenzten Moeglichkeiten muesste doch eigentlich jetzt eine   
   >> Vielzahl interessanter neuer Themen und Fragen zum Thema rund um die   
   >> Fotografie auftauchen und umfangreich gesellschaftlich diskutiert werden.   
   >   
   > Wird es auch, IMHO. Nur halt nicht mehr hier.   
   >   
   > Die größte Frage zur Fotografie im Moment ist IMHO die der Fotografie   
   > nach dem Entstehen der bildgenerierenden AI: Was verändert sie an   
   > der Autorschaft, was an der Wahrnehmung von Authentizität der   
   > Fotografie, was an der Fotografischen Praxis? Welche Gegenbewegungen,   
   > welche technischen Maßnahmen wird sie auslösen?   
      
   So, jetzt sind wir schon sehr nahe dran! Genau!   
   Solche aktuellen Bereiche der Fotografie, die viel veraendern, viel   
   kaputt machen, aber auch viele Chancen eroeffnen, sehe ich bei d.r.f.   
   nicht oder nur sehr selten.   
   Vielmehr erkenne ich mich selbst, wie ich mit der aktuellen Entwicklung   
   gerade gar nicht mehr mitkomme und innerlich bereits hilflos aufgegeben   
   habe.   
   -> Scham, Ignoranz, Technikmuedigkeit...   
      
   >> Dabei faellt mir aber im Gegenzug auf, dass gerade hier bei d.r.f.   
   >> inzwischen immer weniger Themen oder Bilderlinks gepostet werden...   
   >   
   > Wobei einfach auch vorher vieles an Diskussionen technische Diskussionen   
   > waren, und die wegefallen, wenn vermutlich auch Regulars immer mehr mit   
   > dem Handy fotografieren, bzw. schlicht nicht mehr so viel Gerätschaften   
   > kaufen, weil sie schon alles zuhause haben was sie brauchen. Wir werden   
   > alle älter, vermutlich werden manche langsam eher Ausrüstung reduzieren   
   > als erweitern.   
      
   Ist das so (Frage im Raum)?   
   Ich koennte das auf die Gruppe bezogen nicht quantitativ oder gar   
   allgemein einschaetzen.   
   Hm... was mich selbst betrifft, will ich eigentlich schon noch immer   
   moeglichst die aktuelle Technik nutzen und informiere mich auch darueber.   
      
   >> Im Ergebnis wagt es nun aber auch kaum noch jemand, ueberhaupt ein neues   
   >> Thema zu starten...   
   >   
   > Du hast das ja getan ;)   
      
   Sorry :-(   
      
   > Ich hab die Gruppe innerlich irgendwie abgeschrieben, ich hab irgendwie   
   > nicht das Gefühl, dass da im Moment recht viele Inhaltliche Diskussionen   
   > zurückkomen, bzw. dass da viele Leute da sind, die tiefer über   
   > Fotografie nachdenken, ich selber mach das auch weniger als früher.   
      
   Gutes Argument!   
   Von oben betrachtet...   
      
   Ich bin es aber gewohnt, vorgefundene Situationen auf ihre moeglichen   
   Ursachen hin zu untersuchen (unten an der Basis) und schaue gern auch   
   mal hinter den Vorhang.   
   Wenn ich einen vermeintlich negativ konnotierten Zustand erlebe, suche   
   ich gerne nach Instrumenten, diesen Zustand auch wieder zu aendern,   
   statt ihn nur tatenlos hinzunehmen.   
   Haja, falls moeglich...   
      
   Warum gibt es keine inhaltlichen Diskussionen mehr?   
   Keine Basis mehr vorhanden (ggf. warum)?   
   Falsche Themen?   
   Falsch formuliert?   
   Falsch kommuniziert?   
   Wer erfaehrt ueberhaupt wo oder in anderen Foren etwas ueber die   
   Diskussionen hier, um neu dazu stossen zu koennen?   
      
   Vielleicht bin ich sogar selbst eine der Ursachen fuer den als negativ   
   empfundenen Zustand?   
   Frage ich richtig?   
   Antworte ich so, dass ich verstanden/ernst genommen werden kann?   
   Wecke ich ueberhaupt Interesse (Themenwahl)?   
      
   > Ich hab früher relativ viele Bilder gepostet, aber mache es derzeit   
   > nicht mehr, weil für mich "früher" die Motivation zum Posten war, meine   
   > Fähigkeiten zu verbessern.   
      
   Das finde ich toll.   
   Ich empfinde genau diese Motivation als edel und aufrichtig.   
   Wer sich selbst nicht staendig immer nur als bereits laengst   
   ausgereiften Edelstein betrachtet, sondern auch fuer sich selbst immer   
      
   [continued in next message]   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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