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Forums before death by AOL, social media and spammers... "We can't have nice things"

   de.rec.fotografie      More than just pics of Bratwurst      4,809 messages   

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   Message 4,702 of 4,809   
   Frank Gosebruch to All   
   Re: Wohin geht's eigentlich weiter mit d   
   07 Feb 26 18:21:41   
   
   From: frankgosebruch@gmx.net   
      
   Am 07.02.2026 um 13:58 schrieb Wolfgang Strobl:   
   > Am Sat, 7 Feb 2026 09:08:52 +0100 schrieb Frank Gosebruch:   
   >   
   >> Aber Fakt ist nun mal: alle Welt fotografiert inzwischen - massenhaft   
   >> und unbeschwert.   
   [...]   
   >> Kann man aber andererseits die Fotografie dann heute ueberhaupt noch   
   >> serioes als ein ernsthaftes - womoeglich sogar elitaeres(?) - "Hobby"   
   >> bezeichnen?   
   >   
   > Kann man, wenn man sein Hobby selbst definiert und gestaltet,   
   > statt sich über sein Equipment zu definieren und Trends   
   > hinterherzulaufen, die immer abstruser werden.  Es hat aber das   
   > Problem, damit nicht in ein Schema zu passen, wie es hier in den   
   > vergangenen Jahren zelebriert wurde.   
      
   Ganz ehrlich, das habe ich nicht verstanden.   
   Welches 'Schema' vom Hobby Fotografie wurde hier jahrelang zelebriert?   
   Allgemein oder nur von Einzelnen?   
   Ich habe das nicht richtig mitgekriegt.   
   Allerdings ist Dein Statement auch wenig konkret, bzw. nur angedeutet.   
      
   Einzig beim Equipment gebe ich Dir recht.   
   Wer mit einer simplen Kamera kein guten Bilder hinkriegt, schafft es   
   auch nicht mit der teuersten Knipse nicht.   
      
   Ansonsten wuerden ja gar keine guten Bilder aus dem letzten Jahrhundert   
   existieren.   
   Tun sie aber!   
      
   >> Dabei faellt mir aber im Gegenzug auf, dass gerade hier bei d.r.f.   
   >> inzwischen immer weniger Themen oder Bilderlinks gepostet werden.   
   >> Vor zehn Jahren gab es z.B. oft noch 60 Postings und mehr - pro Tag!   
   >> Inzwischen sind es oft nicht einmal mehr 60 pro Monat.   
   >   
   > Nun, ich hatte durch eine Kombination aus rüden Umfangsformen und   
   > Themen, die mich kaum interessieren, spätestens 2023 weitgehend   
   > die Lust verloren, hier irgend etwas zu schreiben, zu zeigen oder   
   > die Gruppe überhaupt zu lesen.   
      
   Das ist legitim.   
   Was die Umgangsformen betrifft, sollte man anpassungsfaehig sein.   
   Das Usenet kennt keine Blockwarte, dafuer aber wirksame Filter.   
      
   Aber was die Themen *ausserhalb* meines eigenen Interessenbereichs   
   angeht, habe ich kein Problem damit, wenn ich mich dann daran nicht in   
   jedem Fall beteiligen muss (ignoriere).   
   Die Themen aendern sich ja ggf. mit der Zeit auch wieder.   
      
   >> Klar, es sind hier ja inzwischen auch deutlich weniger und deutlich   
   >> aeltere Leute unterwegs als seinerzeit und irgendwann wurde ja auch   
   >> alles bereits schon mal g'schwaetzt, gell?   
   >> Neue, juengere Teilnehmer sind hier jetzt auch immer seltener anzutreffen.   
   >   
   > Das Usenet liegt unbestreitbar in den letzten Zügen, jedoch ist   
   > es vorläufig noch nicht ganz tot.   
      
   Es ist halt recht wenig, was hier momentan rueber kommt. Stimmt.   
   Allerdings beobachte ich zunehmend, das die oberflaechlich unkritische   
   schnell-schnell / kurz-kurz geheuchelte Lobhuddelei-Atmosphaere in den   
   Webforen und bei den Tech-Giganten gar nicht mehr so gefragt ist.   
      
   Echter Hintergrund, echte sachliche Kritik, echte offene Diskussion wird   
   momentan wieder zunehmend wichtiger. Sie wird zumindest wieder gesucht.   
   Gerade auch bei den jungen Leuten.   
      
   Ich frage mich nur, wie kriegen wir die hier her?   
      
   >> Im Ergebnis wagt es nun aber auch kaum noch jemand, ueberhaupt ein neues   
   >> Thema zu starten - kommt ja eh' nur selten was oder gar nix mehr zurueck.   
   >   
   > "Engagement Optimization" ist das Zauberwort.  Man wirft den   
   > modernen "sozialen Medien" vor, aus kommerziellen Gründen um   
   > jeden Preis nach Engagement zu fischen. Jedoch sind entsprechende   
   > Phänomene auch dort zu beobachten, wo es von der Konstruktion her   
   > keine direkten kommerziellen Interessen gibt, also z.B. auch   
   > hier.  Ob es daran liegt, dass Gruppenkommunikation mit Wort und   
   > Bild auch ohne dergleichen das Verhalten verändert, ob es aus   
   > Facebook, Twitter, TikTok usw. abfärbt oder ob es ganz andere   
   > Gründe hat, weiß ich nicht. Mich schreckt es jedenfalls ab.   
      
   Ja, mich auch.   
   Ich selbst bin aber vor Korrumpierbarkeit auch nicht gefeit.   
   Wenn ich die letzten Jahre mal nuechtern revue passieren lasse, hat   
   meine Teilhabe an diesen SocMed auch mein eigenes Verhalten nachhaltig   
   veraendert.   
   Positiv?   
   Nein, ich denke nicht.   
      
   > [...]   
   >   
   >> Stattdessen ueberlege ich mir deshalb bereits ernsthaft, ob ich kuenftig   
   >> - wenn ueberhaupt - alternativ nicht einfach immer nur noch "toll!",   
   >> "suupaa!" oder lediglich einen Daumen nach oben "leiken" soll, egal ob   
   >> mir was gefaellt oder nicht.   
   >> Waere ja womoeglich motivierender?   
   >   
   > Ich finde es meist abschreckend.   
      
   Ja, klar, weil die Begruendung fehlt (wie bei NMZ).   
   Wie soll ich wachsen, wie soll ich mich weiter entwickeln, wenn ich nie   
   erfahre *warum* ich geleikt oder nicht geleikt werde.   
      
   Diese Like-Haekchen machen auf mich den Eindruck von   
   rabattmarkenaehnlichen Punktesystemen zum Sammeln oder wie die hastig   
   zusammen gerafften "Widmungen" im Kinder-Poesiealbum.   
   Es geht nur noch um die Anzahl und anschliessend um den Vergleich mit   
   anderen.   
      
   >> Aber was ist schon (m)eine Einzelmeinung wert?   
   >   
   > Eine Menge, unter Umständen. Es kommt auf den Inhalt an.   
      
   Immer!   
   Aber doch auch auf die Form.   
   Es bleibt aber trotzdem alles wertlos, wenn ich der Einzige bleibe, der   
   kritisiert.   
      
   Erst die Summe, das Portfolio aus verschiedenen Eindruecken vermittelt   
   eine fundamentale, ausrechend breite Basis, aus der ich mir das   
   raussuchen kann, wozu ich mich in der Lage halte und was ich mir   
   zutrauen kann.   
      
   Ich muss es dann ja nur ausprobieren.   
   Wenn es dann, mit der von mir selbst angewendeten Anregung von aussen,   
   auch mir selbst am Ende besser gefaellt (das sollte man sich dann halt   
   auch eingestehen koennen!), habe ich auch die Chance beim naechsten   
   Versuch zu wachsen.   
      
   > Was hatte ich erwartet, als ich gelegentlich noch Bilder zeigte?   
   > ... [ich las immer wieder] "Ein Bild muss für sich selber stehen"   
      
   Du Wolfgang, es tut mir leid.   
   Aber ich vertrete diese Meinung ebenfalls.   
      
   Es ist mir voellig egal, ob jemand auf anderen Gebieten einen   
   prominenten Namen hat oder ob ich noch nie etwas von der Person gehoert   
   habe. Ich blende das sogar aus, wenn moeglich.   
   Wir hatten hier in d.r.f. mal Bilder von einem namhaften Radiomoderator   
   namens "Ben" gesehen.   
   Langweilige Sonnenuntergaenge und banaler oeder Fashion- und Lifestylekram.   
   Durchgefallen, setzen!   
      
   Wenn das Bild mich bewegt, wenn es mich anspricht, wenn ich kleben   
   bleibe und es womoeglich gerne zuhause an der Wand haette.   
   Dann ist es gut (fuer mich).   
      
   Wenn nicht, dann ist es eben Tonne, sorry.   
      
   Ich will ausser ein paar Basisinformationen (wo, was, wie) keine   
   ellenlangen Erklaerungen oder Beschreibungen, was der Urheber damit   
   'eigentlich' ausdruecken wollte, oder wie aufwendig es entstanden ist.   
      
   Er soll es einfach tun und im Bild zeigen.   
   Das Bild spricht dann schon allein für sich.   
      
      
   [continued in next message]   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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