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   de.rec.fotografie      More than just pics of Bratwurst      4,809 messages   

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   Message 4,742 of 4,809   
   Wolfgang Strobl to All   
   Re: Wohin geht's eigentlich weiter mit d   
   10 Feb 26 14:45:01   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Mon, 9 Feb 2026 11:00:26 +0100 schrieb Frank Gosebruch   
   :   
      
   >Am 08.02.2026 um 21:37 schrieb Wolfgang Strobl:   
   >> Am Sat, 7 Feb 2026 18:21:41 +0100 schrieb Frank Gosebruch:   
   >>> Am 07.02.2026 um 13:58 schrieb Wolfgang Strobl:   
   >>>> Am Sat, 7 Feb 2026 09:08:52 +0100 schrieb Frank Gosebruch:   
   >>>   
   >>> Einzig beim Equipment gebe ich Dir recht.   
   >>> Wer mit einer simplen Kamera kein guten Bilder hinkriegt, schafft es   
   >>> auch nicht mit der teuersten Knipse nicht.   
   >>   
   >> [...] Was Amateure oder Leute wie   
   >> mich jedoch auszeichnet bzw. begünstigt, das ist die Freiheit,   
   >> eigene Prioritäten zu setzen und auf andere Qualitäten als nur   
   >> die fotografische Qualität eines Fotos Wert zu legen und diese   
   >> vielleicht sogar höher zu werten.   
   >   
   >Aber, 'schuldigung, nichts anderes habe ich doch geschrieben.   
      
   Dann ist ja alles in Ordnung und es gibt nichts, worüber wir   
   disputieren müssten.   
      
   >Wobei noch zu klaeren waere, um was es bei der "fotografischen   
   >Qualitaet" tatsaechlich geht.   
      
   In der Tat.   
      
   >Um die rein technisch messbaren technischen Werte, um das Motiv, oder um   
   >den Transport von Information (Meinung, Aufklaerung, Information).   
      
   Man könnte auch über die Gestaltung reden und wie gut die Idee   
   umgesetzt oder ein Muster gesehen wurde. Oder in Szene gesetzt.   
      
   >   
   >Die 5000. Version der immer gleichen Abbildung von der Freiheitsstatue   
   >ueberzeugt mich dann am Ende auch nicht wirklich, nur weil sie dann noch   
   >hoeher aufgeloest oder noch weiter geHDRt wurde.   
      
   Das gewiss nicht. Aber wollen wir uns wirklich über solche   
   Selbstverständlichkeiten unterhalten?  Ich werde hier sicherlich   
   keines meiner wenigen Fotos vom Schiefen Turm von Pisa zeigen,   
   unabhängig davon, ob ich es für gut oder schlecht halte. Ich   
   schaue sie mir ja nicht mal selber mehr an, nicht weil sie   
   technisch nicht brilliant sind, sondern weil sie banale   
   Urlaubsfotos ohne irgend eine Geschichte sind.   
      
   Jedoch habe ich den Eindruck gewonnen, dass "Sei kreativ, sei   
   originell um jeden Preis!" schon längst nicht mehr das Motto   
   jeder künstlerischen Laufbahn oder jeder Kunstschule ist. Zu   
   komplementären Standpunkten wurden ganze Bücher geschrieben.   
      
      
   Nach meinem Eindruck haben sich viele zu recht geschätzte   
   Kunstschaffende zunächst und zeitweilig daran versucht,   
   Stilmittel und Motive ihrer Vorgänger zu adaptieren und sind erst   
   dann davon abgewichen, bisweilen drastisch, wenn sie diese   
   beherrschten.   
      
   Insofern meine ich, dass es nicht sonderlich hilfreich ist,   
   beholfene oder unbeholfene Versuche, sich einem augenscheinlich   
   banalen Motiv zu widmen, mit blanker Verachtung zu bestrafen.   
      
   >   
   >Ich will eigentlich schon lieber immer was neues, was anderes sehen, was   
   >bisher noch niemand zuvor gemacht hat. Gerne auch mal kreativ,   
   >humorvoll, ueberraschend oder einfach nur unkonventionell:   
   >https://gosebru.ch/media/images/13lowermanhattanintherain15-large.jpg   
      
   Nett, jedoch vermute ich, dass spätestens mit Aufkommen der   
   Digiatalkameras fast jeder schon mal in dieser oder ähnlicher   
   Weise experimentiert hat.  Sogar die Astronomen. :-)   
      
      
      
   Wobei da der suggestive Text die halbe Miete ist.   
      
   >   
   >>> Ansonsten wuerden ja gar keine guten Bilder aus dem letzten Jahrhundert   
   >>> existieren.   
   >>> Tun sie aber!   
   >>   
   >> Trotzdem fotografiert niemand mehr mit einer Kodak Brownie oder   
   >> Agfa Instamatic, jedenfalls keine Bilder, die hier oder sonstwo   
   >> auf Akzeptanz stoßen würden.   
   >   
   >Peter Becker (mit Agfa Clack) oder Jochen Petry (mit Lochkamera) haben   
   >hier schon Bilder gezeigt, die ich mir (heimlich) an die Wand gehaengt   
   >oder in den Fotokalender geklebt habe.   
      
   Freilich kann man aus jeder willkürlichen Beschränkung beim   
   verwendeten Werkzeug einen Sport oder eine Kunstform machen. Nimm   
   irgend etwas, "nur quadratisch", "nur monochrom", einen   
   Wolkenkratzer ohne ohne Seil oder sonstige Absicherung   
   hochklettern ...   
      
   Bei Galerien ist dergleiche beliebt, um abflauendem Interesse   
   ("alles schon mal gezeigt") entgegenzuwirken. Warum auch nicht.   
      
   Jedoch fotografiert trotzdem niemand mehr ohne entsprechene   
   Anstöße, und sei es auch nur Experimentierfreudigkeit, mit   
   Kameras, die einfach nur schlecht sind, im Vergleich zu ihren   
   Nachfolgern.   
      
      
   >Bilder, die manche Leute auch mit der teuersten Ausruestung nie   
   >hinkriegen wuerden, weil ihnen die Phantasie und Kreativitaet dazu fehlt.   
      
   Nein, schon weil ihnen die Geläufigkeit fehlt, die es braucht, um   
   aus dieser teueresten Ausrüstung einen tatsächlichen Nutzen zu   
   ziehen. Was nützt die Idee, wenn es an den handwerklichen   
   Fertigkeiten fehlt.   
      
   Geht mir z.T. ja auch so - ich verstehe zwar jedes einzelne   
   Feature der Analog- und Digitalkameras, die ich im Laufe der Zeit   
   benutzt habe und nutze manche davon, für die ich mir die Zeit   
   genommen habe, mir die Details anzulesen und ihren Gebrauch   
   einzuüben.  Wenn.  Ehrlich gesagt, ich beschränke mich schon   
   lange auf einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt aus den   
   vorhandenen Möglichkeiten. Fotografieren ist für mich eine   
   Begleiterscheinung, nicht ein Mittel, meine Phantasie und   
   Kreativität zu demonstrieren.  Das schließt ja nicht aus,   
   gelegentlich herumzuexperimentieren.   
      
   >   
   >>> Echter Hintergrund, echte sachliche Kritik, echte offene Diskussion wird   
   >>> momentan wieder zunehmend wichtiger. Sie wird zumindest wieder gesucht.   
   >>> Gerade auch bei den jungen Leuten.   
   >>>   
   >>> Ich frage mich nur, wie kriegen wir die hier her?   
   >>   
   >> Vielleicht ist diese Frage bzw. das dahinter stehende Motiv   
   >> ("Engagement") ja Teil des Problems? Eine interessante Kritik   
   >> benötigt einen interessanten Gegenstand. Und gemeinsame   
   >> Interessen, wenn daraus ein Dialog werden soll, oder ein Disput,   
   >> der für die Teilnehmer oder Leser zu neuen Erkenntnissen führt,   
   >> statt nur zu Ärger.   
   >   
   >Zu akademisch, zu wenig konkret - tut mir leid Wolfgang.   
      
   Kein Problem, Du hast gefragt, ich habe geantwortet.   
      
      
   >   
   >>>>> Stattdessen ueberlege ich mir deshalb bereits ernsthaft, ob ich kuenftig   
   >>>>> - wenn ueberhaupt - alternativ nicht einfach immer nur noch "toll!",   
   >>>>> "suupaa!" oder lediglich einen Daumen nach oben "leiken" soll, egal ob   
   >>>>> mir was gefaellt oder nicht.   
   >>>>> Waere ja womoeglich motivierender?   
   >>>>   
   >>>> Ich finde es meist abschreckend.   
   >>>   
   >>> Ja, klar, weil die Begruendung fehlt (wie bei NMZ).   
   >>> Wie soll ich wachsen, wie soll ich mich weiter entwickeln, wenn ich nie   
   >>> erfahre *warum* ich geleikt oder nicht geleikt werde.   
   >>   
   >> Da stimme ich zu.  IMNSHO kann man aus den Likes hauptsächlich   
   >> die Gruppenstruktur im lesenden Publikum ableiten, aber wenig   
   >> über die Qualität dessen, was man schrieb oder zeigte. Es taugt   
   >> nicht mal als Indikator für Interesse.  Letztlich sind bei den   
      
   [continued in next message]   
      
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    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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