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   de.rec.fotografie      More than just pics of Bratwurst      4,809 messages   

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   Message 4,780 of 4,809   
   Wolfgang Strobl to Als ich   
   Re: Wohin geht's eigentlich weiter mit d   
   15 Feb 26 13:34:09   
   
   From: news51@mystrobl.de   
      
   Am Tue, 10 Feb 2026 18:31:08 +0100 schrieb Frank Gosebruch   
   :   
      
   >Ja, man kann, man darf auch ueber die Gestaltung eines Motivs reden.   
   >Warum denn auch nicht?   
      
   Ich greif' mal diesen Abschnitt heraus, weil er das   
   Mißverständnis bzw. die unterschiedliche und z.T. divergierende   
   Sichten auf das Thema recht gut beleuchtet.   
      
      
   >Wenn es mir am Ende gefaellt: super!   
   >Wenn es dann auch noch anderen gefaellt: noch besser!   
   >   
   >Es gibt meines Wissens keine allgemein gueltigen Massstaebe fuer die   
   >Auswahl von Motiven.   
   >Auch ein auf den ersten Blick abstossendes Motiv kann u.U. aesthetisch   
   >und ansprechend gestaltet fotografiert werden.   
   >   
   >Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich Dich in obigem Punkt   
   >"Gestaltung" wirklich verstehe, aber ich mutmasse jetzt einfach mal,   
   >dass Du damit eine vorher - z.B. fuer eine Gruppe - formulierte   
   >fotografische Aufgabe und deren individuelle Umsetzung meinst.   
      
   Nein, genau das meinte ich in diesem Zusammenhang nicht, sondern   
   schließe es für das, was ich derzeit mit meinen Kameras   
   veranstalte, sogar weitgehend aus. Ich gehen nicht auf   
   Fotopirsch, ich stelle mir keine fotografischen Aufgaben, ich   
   nehme nicht an fotografischen Wettbewerben teil.  Die   
   seinerzeitigen Schnellfotowettbewerbe empfand ich als nette   
   Unterhaltung - damals.   
      
   Wenn ich das, was ich derzeit tue, in der Form "Aufgabenstellung   
   und Umsetzung" darstellen wollte, dann so:   
      
   Meine Bilder entstehen weitgehend im Alltag bzw. in der Freizeit,   
   eher beiläufig und nebenher, nicht als Ergebnis einer primär auf   
   Fotografieren ausgerichteten Aktivität. Ich rüste mich nicht für   
   eine Fotosafari oder ein fotografisches Thema aus, um dann mit   
   einer entsprechenden Beute heimzukehren.   
      
   Freilich gibt es dann gelegentlich etwas, das man   
   "Aufgabenstellung" nennen könnte, etwa "Wie drapiere ich mein   
   kürzlich neu gebautes Fahrrad während einer Fahrt so für ein   
   schnelles Foto, um es im Netz zeigen zu können?".  Das Fahren ist   
   hier die primäre Aktivität, das Fotografieren eine parallel dazu   
   und beiläufig stattfindende sekundäre Aktivität und die besagte   
   Aufgabenstellung ist als Inszenierung eine Ausnahmeerscheinung -   
   so oft baue ich keine neuen Fahrräder.   
      
   Für mich ist in diesem Zusammenhang Gestaltung ein Mittel zum   
   Zweck, nach dem Motto, wenn ich schon fotografiere und es nicht   
   lediglich um die Bebilderung einer Verkaufsanzeige oder "bin   
   gerade hier angekommen" geht, dann darf das Foto auch schön sein   
   oder sonstwie formal ansprechend. Mit der Betonung auf "auch".   
      
      
   >   
   >"Alle mal bitte folgendes fotografieren:   
   >Gesucht wird ein Bild, dass zeigt, wie zwei Menschen auf dem Balkon bei   
   >Kerzenlicht zu Abend essen.   
   >Nachher wird hier verglichen, wer das Problem am besten   
   >gestaltet/umgesetzt hat".   
   >   
   >Bitte, das soll keine Provokation sein, aber ist es das, was Du mit   
   >"Gestaltung" gemeint hast?   
      
   Ich habe das nicht als Provokation verstanden, es ist eine   
   legitime und vernünftige Frage.   
      
   Als ich schrieb   
      
   | Man könnte auch über die Gestaltung reden und wie gut die Idee   
   | umgesetzt oder ein Muster gesehen wurde. Oder in Szene gesetzt.   
      
   hätte ich erläutern sollen, dass ich beim Fotografieren meist   
   nichts in Szene setze und das ich (!) mich in den vergangenen   
   Jahren weitgehend auf die Gestaltungsmöglichkeiten beschränkt   
   habe, die sich bei so genannten Schnappschüssen als Beifang einer   
   anderen Aktivität ergeben: Kameraeinstellungen, leichte   
   Variationen des Standpunktes und der Perspektiv, gelegentlich mal   
   Warten auf den richtigen Augenblick. Die meisten Fotos in den   
   vergangenen zehn Jahren entstanden unterwegs, mit dem, was ich   
   auf einem Rennrad mit mir herumschleppen konnte und zu den   
   Zeiten, zu denen ich unterwegs war.   
      
   Unter den Umständen brauchbare Bilder zu produzieren stellt   
   gewissen Anforderungen und konkurriert mit der Notwendigkeit,   
   viele Kilometer und Höhenmeter in einer akzeptablen Zeitspanne zu   
   bewältigen.   Aber es macht Spaß, sich trotzdem daran zu   
   versuchen und dabei an seiner Technik zu feilen.   
      
   Dies ist kein Gegenentwurf zu dem, was in de.rec.fotografie   
   üblicherweise gezeigt und/oder besprochen wird, schon weil ich   
   davon nur wenig gesehen habe.  Es ist einfach nur eine andere,   
   temporäre, sich im Laufe der Zeit wandelnde und recht spezielle   
   Herangehensweise und Form von Gestaltung, mit eingeschränkten   
   Randbedingungen, zu denen derzeit gehört, dass der Zweck meiner   
   Fahrten nicht das Fotografieren ist. Es ist _meine_   
   Herangehensweise, die ich mit der Zeit im Rahmen der   
   Möglichkeiten verbessere und die mir Spaß macht.  Natürlich   
   bemühe ich mich um eine ansprechende Form und Gestaltung, wenn   
   Zeit dafür bleibt, aber es hat keinen Vorrang. Oft geht es darum,   
   in begrenzter Zeit mit den vorhandenen Mitteln mindestens ein   
   brauchbares Foto zu produzieren..   
      
   >   
   >Wenn ja:   
   >Jou, OK, wenn mehrere Leute dasselbe Motiv fotografieren wollen, um sich   
   >hinterher zu vergleichen. Ist doch OK. Nix dagegen.   
   >Hatten wir hier jahrelang als "Schnellfotowettbewerb".   
      
   Hatte ich ein, zwei Mal dran teilgenommen, erwähnte ich schon.   
   Schnee von gestern.   
      
      
   >Wo ist das Problem?   
      
   Ich sehe keines. Solche Wettbewerbe könnten aber kaum   
   verschiedener sein von dem, wofür ich in den vergangenen Jahren   
   eine Kamera angefasst habe.  An Schnellfotowettbewerben konnte   
   jeder teilnehmen, da kam es auf eine originelle Idee und die   
   schnelle Umsetzung an. Bonuspunkte für die Verwendung einer aus   
   einer Handvoll von Kompositionsregeln.  Mein Hobby seit vielen   
   Jahren, auf ausgedehnten und schnell gefahrenen Radtouren die   
   Landschaft zu fotografieren oder das, was mir dabei über den Weg   
   läuft, gelegentlich sogar beim schnellen _Fahren_, stellt andere   
   Anforderungen.   
      
   Meine restlichen Anmerkungen habe ich wieder aus dem Entwurf   
   getilgt, das führt zu nichts.   
      
      
   --   
   Thank you for observing all safety precautions   
      
   --- SoupGate-Win32 v1.05   
    * Origin: you cannot sedate... all the things you hate (1:229/2)   

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